Pressemitteilung 20.03.2012, 00:00 Uhr

Armutsbekämpfung: 15.000 Euro für Ingenieur-Projekte in Peru und Kenia

VDI nachrichten zeichnen Ingenieur-Initiativen in Darmstadt und Seckach aus

Düsseldorf, 20.3.2012 – Die beiden von Ingenieuren initiierten Hilfsprojekte „200 Pumpen für Mocupe“ in Peru und „Solare Wasserdesinfektion“ in Laikipia in Kenia werden im Rahmen der Aktion „Ingenieure helfen der Welt“ von den VDI nachrichten mit 15.000 Euro unterstützt. Die Aktion der Wochenzeitung soll den Blick auf Projekte von Ingenieuren lenken, die mit einfachsten technischen Mitteln die Lebensbedingungen in der Welt verbessern. Die Preise wurden auf dem Recruiting Tag der VDI nachrichten im hessischen Hanau vergeben. Derzeit werden zehn Ingenieur-Projekte bundesweit im Rahmen der Kampagne durch Öffentlichkeitsarbeit und Spenden über die Plattform betterplace.org unterstützt.

10.000 Euro erhält das Projekt „200 Pumpen für Mocupe“ des Förderkreises „Leben braucht Wasser“ aus Seckach im Odenwald. Die Initiative des Ingenieurs Bernhard Heilig, im Hauptberuf Maschinenbauingenieur beim Elektrogerätehersteller Braun im Werk Walldürn, hat eine einfache Wasserpumpe der Schweizer Organisation W-3-W technisch weiterentwickelt. Gleichzeitig hat die Initiative die Herstellungstechnik in Kooperation mit der FH Frankfurt so vereinfacht, dass Handwerker, Schmiede und Bauern die Pumpen auch in Entwicklungsländern mit hoher Präzision selbst bauen und warten können. Die Pumpe besteht aus zwei Betonkörpern, die direkt vor Ort gegossen werden. Als Zylinder für die zwei Kolben, die Grundwasser aus der Erde für den Ackerbau, Viehtränke und Hauswasserbedarf des Dorfes pumpen sollen, werden Kunststoffrohre verwendet.

Betrieben wird die Pumpe mit Muskelkraft, um von der unsicheren Energieversorgung in armen Ländern unabhängig zu sein. ?Inzwischen laufen bereits 150 dieser Pumpen in Mocupe, die die Menschen des Dorfes selbst gebaut haben?, freut sich Ingenieur Bernhard Heilig. „Mit dem Preis der VDI nachrichten ist das Projekt auch für die Zukunft gesichert. Wir können weitere 50 Pumpen bauen und bei den Campensinos in Peru installieren.“

Das regenarme Gebiet Mocupe liegt in der Peruanischen Wüste rund 30 Kilometer südlich der Stadt Chiclayo und erhält trotz der Nähe zum Pazifik kaum Niederschläge. Wasser muss mühsam aus entfernten Quellen herangeschafft werden. Mit den 200 Pumpen will der Förderkreis die Wasserversorgung der Bevölkerung verbessern und zugleich die Ernteerträge der Bauern verbessern.

5.000 Euro erhält die Regionalgruppe Darmstadt der Hilfsorganisation „Ingenieure ohne Grenzen“ für ihr Projekt, in Kenia Trinkwasser durch Solarenergie zu desinfizieren. Die Gruppe, die im Wesentlichen aus Ingenieuren und Studenten der TU Darmstadt besteht, hat ein Verfahren entwickelt, durch das Wasser mit Hilfe der Sonnenkraft erhitzt und damit desinfiziert wird. „Wir leiten das Wasser durch einen schwarzen Schlauch, in dem das Wasser durch Sonnenkraft auf über 70 Grad erhitzt wird?, schildert Angelika Sell von der TU Darmstadt. ?Durch diese gezielte Erwärmung werden Bakterien und Keime abgetötet und das Wasser wird genießbar.“

Die Technik haben die jungen Ingenieure 2011 in Laikipia in Kenia in der Praxis mit dort verfügbaren Materialien gebaut und erprobt. Inzwischen wird die Technik weiterentwickelt und soll künftig in Laikipia eingesetzt werden, um die hohe Zahl wasserinduzierter Krankheiten zu verringern. „Dabei bietet die Anlage auch den Vorteil, dass sie ohne Strom und Hightech auskommt und trotzdem ihren Zweck erfüllt“, so Angelika Sell. „Dank der finanziellen Unterstützung durch die VDI nachrichten werden wir schon bald die ersten Anlagen in Laikipia bauen können. Das wird die Lebensbedingungen der Menschen, für die ein Arztbesuch der reinste Luxus ist, entscheidend verbessern“, so Sell. „Die Zahl der Krankheiten als Folge verunreinigten Trinkwassers dürfte stark zurückgehen.“

Die Aktion „Ingenieure helfen der Welt“ der VDI nachrichten will Ingenieure bundesweit motivieren, sich für sinnvolle Projekte im Bereich Umwelt und Klima, Armutsbekämpfung und Bildung in Deutschland und weltweit zu engagieren. „Wir können uns auch vorstellen, Projekte zu unterstützen, die junge Menschen in Deutschland an das Thema Umwelttechnik heranführen, um beispielsweise die Umweltbelastung zu senken oder etwas für den Klimaschutz zu erreichen“, schildert Ulrike Gläsle. „Da gut durchdachte Technik enorme Wirkungen haben kann, wollen wir Ingenieure ermutigen, ihr Wissen für die Verbesserung der Lebensbedingungen weltweit einzusetzen.“

Ingenieurprojekte können sich beim Kooperationspartner betterplace.org vorstellen und dort um Spenden werben. Die VDI nachrichten haben den Erlös des „VDI nachrichten Award“ auf 15 000 Euro aufgestockt und für die Aktion zur Verfügung gestellt. Gemeinnützige Ingenieurprojekte sollen auch zukünftig unterstützt werden.

Pressekontakt:
Ulrike Gläsle, Tel. 0049 – 211-6188-443
e-mail: uglaesle@vdi-nachrichten.com

Von Axel Mörer-Funk

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