Karrieretelefon vom 16. Juni 2016 28.06.2016, 00:00 Uhr

„Stellen Sie bei Bewerbungen das Positive in den Mittelpunkt“

Ruth Vijande Rodriguez (Rodriguez Consulting) und Jochen Markgraf (Kaiser Stähler Rekrutierungsberatung) standen am Donnerstag vergangener Woche den Ratsuchenden Rede und Antwort. In den Beratungsgesprächen ging es unter anderem um Bewerbungsstrategien, Auslandspraktika und Weiterbildung.

Ruth Vijande Rodriguez und Jochen Markgraf gaben gute Ratschläge.

Ruth Vijande Rodriguez und Jochen Markgraf gaben gute Ratschläge.

Foto: privat

Ich bin 32 Jahre alt und fast mit meiner Promotion in Maschinenbau fertig. Kann ich mich auf Führungspositionen bewerben?

In Anschreiben und Lebenslauf sollten Sie unbedingt praktische Erfahrungen hervorheben. Auch sollten Sie auf Punkte hinweisen, die Sie als promovierten Bewerber besonders auszeichnen und für das Unternehmen attraktiv und nützlich machen: Ihr fachliches Wissen, Ihre Innovationskraft, aber auch Ihre Kommunikations- und besonders Ihre Führungsfähigkeit und Erfahrungen.
Im Vergleich zu anderen Fachrichtungen machen promovierte Ingenieure außergewöhnlich schnell Karriere: Eine Studie der RWTH Aachen aus dem Jahr 2011 lieferte dazu konkrete Zahlen. Zwei Jahre nach dem Einstieg besetzt gut die Hälfte der promovierten Ingenieure in ihren Unternehmen Führungspositionen, mit denen Personalverantwortung verbunden ist. Zehn Jahre zuvor brauchten sie im Schnitt noch fünf Jahre bis zur Beförderung auf die erste Führungsposition. Nichtsdestotrotz ist es eher ungewöhnlich, direkt nach der Promotion die erste Führungsposition zu ergattern.

Ich bin 24 Jahre alt, habe einen Master in Maschinenbau und möchte ein Praktikum im Ausland machen. Als Praktikumsort hat man mir unter anderem ein Land im Mittleren Osten angeboten. Wäre es ein Nachteil für meine Karriere, wenn ich das Praktikum dort mache?

Nein, keineswegs. Wenn wir nur noch mit Ländern zu tun haben wollten, die unsere Werte teilen, dann fiel ein Großteil der Exporte weg. Wirtschaftsbeziehungen sind noch immer das beste Mittel, um Einfluss zu nehmen.
Die meisten Ausfuhren in diese Region betreffen auch nicht Rüstungsgüter, sondern Maschinen und Anlagen, Kfz-Teile oder chemische Erzeugnisse. Für Firmen mit diesem Produktspektrum und Handelsbeziehungen in den Mittleren Osten dürften sie deshalb ein interessanter Bewerber sein. Schließlich haben Sie praktische Erfahrungen vor Ort sammeln können.

Ich bin 26 Jahre alt und seit drei Monaten mit meinem Medizintechnik-Studium fertig. Ich bin auf der Suche nach einem Job. Aus privaten Gründen kommt allerdings nur eine Stelle in einer bestimmten Stadt infrage. Um meine Chancen zu vergrößern, habe ich entschieden, mich auch auf Konstrukteurstellen zu bewerben. Sollte ich einen Kurs dafür machen oder reichen meine an der Universität erworbenen Kenntnisse?

Wenn Sie sich auf Junior- bzw. Absolventenstellen bewerben, ist den Unternehmen klar, dass Sie im Normalfall außer Hochschulkursen und Praktika keine Erfahrungen haben sammeln können.
Ein fünftägiger CAD-Kurs wird wahrscheinlich bei einer Bewerbung wenig helfen können. Kurse bei privaten Institutionen sind überdies normalerweise sehr teuer. Ich würde einen solchen Kurs nur in Betracht ziehen, wenn Sie Kontakte zu Firmen haben, die dies verlangen und bei denen Sie weitere praktische Erfahrung sammeln können – in der Hoffnung dort vielleicht später eine feste Stelle zu bekommen. Sie könnten sich auch bei Hochschulen erkundigen, ob diese eventuell im Sommer Intensivkurse anbieten. Solche Kurse sind bestimmt günstiger und über Kontakte zu Unternehmen verfügen Hochschulen in jedem Fall.

Als ich mich vor sechs Monaten bei einer Firma bewarb, war ich noch fest angestellt. Jetzt habe ich in der nächsten Woche dort einen Vorstellungstermin, bin aber mittlerweile arbeitslos. Soll ich das im Gespräch explizit erwähnen?

Es wird Ihnen wahrscheinlich keine andere Möglichkeit bleiben. Am Anfang eines Vorstellungsgespräches wird nämlich meist darum gebeten, kurz den beruflichen Werdegang zu beschreiben. Wenn es hierzu Fragen geben sollte, wäre es gut, das Arbeitszeugnis dabei zu haben und Referenzen geben zu können. Viel wichtiger ist allerdings, sich auf das Positive zu konzentrieren: Beschreiben Sie, warum Sie sich für die Firma und den Job interessieren, warum Sie die Stellenanforderungen erfüllen und warum Sie hoch motiviert sind.

Von Peter Schwarz

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