Karrieretelefon

Die Regel „Zwei Jahre in einem Unternehmen“ gilt nicht immer

Vor allem um Gehälter und Risiken beim Jobwechsel ging es den Lesern, die bei den beiden Karriere-Experten der VDI nachrichten Rat suchten.

Wenn es sich um Ihre Karriere dreht, finden Sie bei den VDI nachrichten kompetente Ansprechpartner. Ob es sich um Bewerbungen oder Jobwechsel handelt – die Experten können Berufseinsteigern ebenso helfen wie erfahrenen Ingenieuren mit Ambitionen. Christina Giannoula und Klaus Steinmann, Berater bei Mercuri Urval, nahmen sich Zeit für die Fragen unserer Leser

Das Problem: Ein Fahrzeugtechnik-Ingenieur mit Wohnsitz in Süddeutschland möchte sich im Osten Deutschlands bei einem großen Fahrzeugbauer bewerben. Wie soll er vorgehen, vor allem in Bezug auf seine Gehaltsvorstellungen?

Der Rat: Einerseits sind die Gehälter im Osten und im Norden Deutschlands niedriger als im Süden, andererseits wissen die Personaler, dass sie für Mitarbeiter aus Süddeutschland mehr zahlen müssen. Man sollte sich in seiner Gehaltsvorstellung flexibel zeigen, lautet der Expertenrat. Zeigt das Unternehmen starkes Interesse, werden die Verhandlungen nicht an ein paar Tausend Euro scheitern.

Das Problem: Ein Absolvent der Versorgungstechnik bewirbt sich aufgrund seiner familiären Situation in seiner Heimatregion. Im Sommer vergangenen Jahres beendete er sein Studium, bis Ende das Jahres kümmerte er sich um sein kleines Kind. Seitdem bewirbt er sich erfolglos bei Unternehmen der Industrietechnik. Aus dem Bereich Technische Gebäudeausrüstung liegen ihm hingegen mehrere Angebote vor. Soll er annehmen?

Der Rat: Er sollte annehmen, um nicht länger arbeitslos zu sein. Da sich die beiden Tätigkeiten stark ähneln und er nur in einer bestimmten Region arbeiten kann, spricht nichts dagegen, in der technischen Gebäudeausrüstung anzufangen. Allerdings sollte er parallel weiter nach Jobs in der Industrietechnik suchen. Hier gilt die Regel, mindestens zwei Jahre in einem Unternehmen zu bleiben, nicht, da die Position in der Gebäudeausrüstung vorübergehend ist.

Das Problem: Ein 32-jähriger Diplom-Ingenieur Maschinenbau mit sieben Jahren Berufserfahrung ist mit seiner Aufgabe bei einem mittelständischen Unternehmen sehr zufrieden, nicht aber mit der Bezahlung. Er verdient derzeit 5200 € monatlich, plus 13. Gehalt.

Der Rat: Mit sieben Jahren Berufserfahrung bewegt er sich gehaltstechnisch im unteren bis mittleren Bereich, wobei die Bezahlung im Vergleich zur Unternehmensgröße in Ordnung ist. Er sollte mit seinem Vorgesetzten in einem Personalgespräch zunächst ein Feedback über seine Leistungen einholen und dann das Thema Gehaltsentwicklung und Weiterentwicklungsperspektiven ansprechen. Eine Gehaltssteigerung mit konkreten Vereinbarungen könnte schriftlich fixiert werden. Sollte er auf taube Ohren stoßen, kann es nicht schaden, extern nach beruflichen Alternativen zu schauen. Womöglich auch nur, um den Marktwert zu testen oder auf eine attraktivere Position zu wechseln. In jedem Fall vor der Kündigung aber noch einmal das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen.

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