Karrieretelefon

Auch ohne Auslandserfahrung können Sie ins Management

Wie komme ich beruflich weiter? Diese Frage trieb auch bei der letzten Telefonaktion der VDI nachrichten eine Vielzahl der Anrufer an, zum Hörer zu greifen. Absolventen hatten noch eine ganz andere Sorge, denn bevor sie aufsteigen können, müssen sie erstmal in den Beruf einsteigen. Für viele ist das derzeit jedoch kaum möglich. Es hagelt Absagen.

Ein Auslandsaufenthalt ist gut, keine Frage. Aber ihn nicht im Lebenslauf vorweisen zu können, ist nicht per se ein Knock-out-Kriterium. Antje Lienert (Kunststoffland NRW) und Kristin Roßbach (Hella) hatten während der Telefonaktion auf alle Fragen eine Antwort parat.

Frage: Muss ich ins Ausland gehen, wenn ich ins Management aufsteigen will?

Antwort: Drei Fremdsprachen, Einserdurchschnitt, Auslandserfahrung – wer kennt nicht die typischen Stichworte für ein windschnittiges Karriereprofil. Allerdings spricht die Realität in den meisten Unternehmen eine andere Sprache. Viele Manager haben keine Auslandserfahrung. Etwas anderes ist es allerdings bei Unternehmen, bei denen ein Auslandseinsatz zur Führungskräfteentwicklung gehört. Es gibt beispielsweise auch Traineeprogramme, in deren Rahmen der Mitarbeiter verschiedene Auslands- und Tätigkeitsstationen durchläuft.

Pauschal kann man aber nicht von einer Bedingung sprechen. Wenn ein Auslandsaufenthalt im Lebenslauf steht, signalisiert dies Mobilität und Belastbarkeit. Allerdings besteht bei einem Auslandseinsatz die Gefahr, bei der Rückkehr keine adäquate Stelle mehr angeboten zu bekommen. Nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ müssen hier aktiv die Netzwerke aufrechtgehalten werden.

Die Frage nach dem (Einstiegs-)Gehalt haben unsere Personalexperten während der telefonischen Karriereberatung nicht nur einmal beantwortet. Viele Anrufer wollten wissen, ob und wie sie die Frage nach dem Gehalt im (Bewerbungs-)Gespräch ansprechen könnten. In dem Fall fragte ein Student nach.

Frage: Wann bekomme ich mehr Gehalt und wie spreche ich das Thema an?

Antwort: Viele Studenten interessieren sich vor allem für das (Einstiegs-)Gehalt und dafür, wie man schnell mehr davon bekommt. Gehalt gehört zu einem Anreiz- und Belohnungssystem. Es soll Mitarbeiter motivieren, bessere Leistung zu bringen und sie für solches auch belohnen. Daneben dient es natürlich auch der Bindung von Erfolgsträgern. In Tarifsystemen gibt es natürlich noch weiter gehende Reglementierungen. Hier ist die Dauer der Berufszugehörigkeit ein wichtiger Faktor.

In Diskussionen, insbesondere in Bewerbungsgesprächen, sollten es Bewerber vermeiden, ohne Nachfrage direkt zu „pokern“. Es sollte viel mehr nach den Entwicklungsmöglichkeiten gefragt werden, dieses Signal ist deutlich.

Dass Absolventen derzeit oftmals vergeblich versuchen, in den Beruf einzusteigen, wurde allein schon durch die Vielzahl der Anrufer deutlich. Der folgende Anrufer hat bisher nur Absagen kassiert und das, was ihm jetzt angeboten wird, klingt auch nicht nach Traumjob.

Frage: Aktuell habe ich ein Angebot von dem Unternehmen, in welchem ich mein Praxissemester absolviert habe, für eine befristete Stelle als Aushilfskraft. Pluspunkt: Es handelt sich um ein renommiertes Unternehmen. Soll ich das Angebot annehmen?

Antwort: Ja, die Stelle als Aushilfskraft sollten Sie auf jeden Fall erst einmal annehmen, da es sich um ein renommiertes Unternehmen handelt und es über die Aushilfskraft leichter ist, einen möglichen Einstieg in dieses Unternehmen zu finden. Darüber hinaus sollten Sie sich weiter bewerben, auch Initiativbewerbungen bieten eine Chance auf einen Einstieg. Bekommen Sie Absagen, holen Sie sich das Feedback bei den entsprechenden Firmen ein.

Eine Absolventin hat das Angebot, im Ausland (Dänemark) ein Traineeprogramm zu durchlaufen.

Frage: Ist dies förderlich für meine Karriere oder wird dies mehr als Ausbildung angesehen?

Antwort: Ein Traineeprogramm wird als klarer Berufseinstieg gesehen und nicht als Ausbildung. In Kombination mit einem Auslandsaufenthalt ist dies der ideale Berufseinstieg, für den Arbeitnehmer wie auch für zukünftige Arbeitgeber.

 

Von Julia Schlingmann

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