Karrieretelefon

Gute Berater sagen ungeschminkte Wahrheiten

Sollte man schwere Krankheiten im Bewerbungsschreiben angeben? Machen professionelle Berater Sinn? Sabrina Gleichmann und Jörg Brüggen halfen bei Karrierefragen weiter.

Sabrina Gleichmann, Ingenieurdienstleister M-Plan, Köln

Sabrina Gleichmann, Ingenieurdienstleister M-Plan, Köln

Quelle: privat

Jörg Brüggen, Brüggen Engineering, Mannheim

Jörg Brüggen, Brüggen Engineering, Mannheim

Quelle: privat

 
Die Frage: Ich habe jüngst einen Vertrag bei einem neuen Arbeitgeber unterschrieben. Jetzt habe ich ein weiteres Angebot erhalten, das ich annehmen möchte. Kann ich den unterschriebenen Vertrag zurücknehmen bzw. vor Antritt des Jobs kündigen?

Der Rat: In den meisten Fällen vereinbaren Unternehmen einen Aufhebungsvertrag. Die wenigsten Arbeitgeber haben Interesse an einem Arbeitnehmer, der nicht für ihn arbeiten will. Dennoch sollten Sie prüfen, was im Arbeitsvertrag vereinbart wurde. Gibt es eine Kündigungsmöglichkeit, müssen Sie den Job in der Regel nicht antreten. Enthält der Vertrag eine Vertragsstrafenregelung, muss der Arbeitnehmer – wenn er die Arbeit nicht antritt – ein Bruttoarbeitsentgelt zahlen. Bei Vertragsstrafenvereinbarungen ist Vorsicht geboten, da viele dieser Vereinbarungen häufig unwirksam sind. Sie sollten unbedingt von einem Rechtsanwalt überprüft werden.

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Die Frage: Ich bin 46 Jahre und auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ich habe bereits 200 Bewerbungen geschrieben – ohne Erfolg. Habe ich keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt?

Der Rat: Werfen sie die Flinte nicht ins Korn! Wichtig ist, die Bewerbungsunterlagen passgenau auf die Zielfirmen zuzuschneiden. Früher hat der Stellensuchende Bewerbungen geschrieben und auf eine Einladung zum Gespräch gehofft – getreu dem Motto „Send and Pray“. In Zeiten von Social Media und Business Communities werden viele Jobs über die passive Jobsuche besetzt. Passiv heißt: Sie lassen andere für sich suchen. Möglich ist das etwa durch die Einrichtung eines Online-Profils auf den Plattformen Xing und Linkedin. Aber auch Lebenslauf-Datenbanken liegen im Trend. Sowohl Personalverantwortliche als auch Headhunter nutzen diese Plattformen, um für ihre aktuellen Vakanzen und zukünftigen Personalbedarfe neue Mitarbeiter zu finden. Sollten Ihre Qualifikationen zum gesuchten Profil passen, wird der Personalverantwortliche Ihnen eine Nachricht mit den wichtigsten Hinweisen zum Jobprofil hinterlassen und Sie bitten, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Darüber hinaus sollten Sie Kontakt zu branchennahen Personalberatern aufbauen.

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Die Frage: Ich bin Projektleiter und strebe nach fünf Jahren Berufserfahrung in einem Unternehmen einen Jobwechsel an. Wie viel kann ich bei einem neuen Arbeitgeber verlangen? Sind 10 % mehr als ich bisher bekam, realistisch?

Der Rat: Die meisten Personalverantwortlichen orientieren sich beim Thema Gehalt am aktuellen Zieleinkommen (Fixum, variabler Anteil, zusätzliche Goodies). Steigerungen um 10 % liegen im Normbereich, Schwankungen sind jedoch stark von der aktuellen Situation der jeweiligen Branche abhängig. Argumentieren Sie mit Jahresbruttogehältern, da sie verschiedene Bestandteile wie Grundgehalt, Zulagen oder leistungsabhängige Bestandteile enthalten.

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Die Frage: Meine Tochter studiert an der Hochschule Worms und ist seit einem Jahr an Leukämie erkrankt. Macht es Sinn, diesen Tatbestand im Bewerbungsschreiben anzugeben?

Der Rat: Betiteln Sie die Angabe mit „Längere Krankheit“. Das ist in einem tabellarischen Lebenslauf meist ausreichend. In einem möglichen Kennenlerngespräch werden sicherlich Rückfragen dazu kommen. Darauf sollten Sie gut vorbereitet sein und sich im Vorhinein überlegen, wie viel sie erzählen möchten.

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Die Frage: Ich bin 52 Jahre alt und habe als Interimsmanager gearbeitet. Ich bin vor einem Jahr Vater geworden, möchte sesshaft werden und ein festes versicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis haben. Wie kann ich meinen Wechsel begründen und welches Gehalt kann ich angeben?

Der Rat: Punkten Sie mit Ihrer heterogenen Berufserfahrung. In der heutigen Zeit arbeiten wir nicht mehr bis zur Rente für nur ein Unternehmen. Stellen Sie Ihre komplexe Berufserfahrung in den Fokus sowie Ihre Kompetenzen, die das Unternehmen weiterbringen können. Um sich einen Überblick über marktübliche Gehälter zu verschaffen, bieten sich branchenbezogene Gehaltsstudien an.

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Die Frage: Ich habe gerade mein Ingenieurstudium abgeschlossen und möchte auf jeden Fall in der Region bleiben. Ich habe den Markt in meiner Umgebung erfolglos abgegrast und frage mich nun, ob ich auf einen Ingenieurdienstleister zugehen soll.

Der Rat: Denken Sie darüber nach, für welche Produkte ihr Fachwissen gefragt ist. So eröffnen sich neue Perspektiven in bisher noch nicht berücksichtigten Branchen. Der Kontakt zu Ingenieurdienstleistern macht Sinn, da diese alle Kunden in der Region kennen. Zudem ist die Arbeit bei einem Ingenieurdienstleister in der Regel nicht anders als bei anderen Unternehmen. Schließlich ist es im Sinne des Ingenieurdienstleisters, den Mitarbeiter in einem geeigneten Projekt einzusetzen.

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Die Frage: Lohnt sich eine professionelle Personalberatung?

Der Rat: Die Auswahl eines Personalberaters sollte in einem persönlichen Vorgespräch erfolgen. Ohne Sympathie und Toleranz geht es nicht, denn der Berater oder die Beraterin wird nicht nur positive Dinge sagen. Dazu eignet sich z. B. die Karriereberatung auf den Recruiting Tagen der VDI nachrichten. Erst danach sollte der Mandant einen Vertrag mit dem Berater schließen. Ein guter Berater schafft es, mit Praxiserfahrung und theoretischem Hintergrund seinem Mandanten „blinde Flecken“ und unpassende Strategien in der Bewerbung offenzulegen und so den Prozess von der Bewerbung bis zum Job zu optimieren.

Von Peter Schwarz / Wolfgang Schmitz

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