Karrieretelefon

Sprungbereit für den Jobwechsel

Die Personaltrainerin Susanne Petz und der Berater Marcus Holzheimer standen am Donnerstag vergangener Woche unseren Lesern Rede und Antwort. In den Gesprächen ging es unter anderem um Teilzeitarbeit, berufliche Selbstständigkeit und Wechselstrategien. Susanne Petz arbeitet als Coach und Trainerin im oberbayerischen Münsing am Starnberger See.  Marcus Holzheimer ist Berater für die Themen Karriere, Vertrieb, Outplacement in Düsseldorf.

Marcus Holzheimer, Gründer MH³ Beratung Düsseldorf

Marcus Holzheimer, Gründer MH³ Beratung Düsseldorf

Quelle: privat

Kommunikationsexpertin Susanne Petz

Kommunikationsexpertin Susanne Petz

Quelle: privat

Ich bin Maschinenbau-Ingenieurin, war zuletzt als Produktmanagerin beschäftigt und bin bereits seit Januar auf Jobsuche. Bisher habe ich leider keine Einladung zu einem Vorstellungstermin bekommen. Was könnte ich verbessern?

Bisher haben Sie von vornherein offengelegt, dass Sie wegen Ihrer Drillinge im Alter von sieben Jahren nur an einer Teilzeitstelle interessiert sind. Ich würde mich erstens auch auf Vollzeitstellen bewerben und zweitens meinen Teilzeitwunsch im Bewerbungsschreiben noch nicht thematisieren, sondern erst im Vorstellungstermin. Vielleicht schreckt Ihr Teilzeitwunsch viele Arbeitgeber unnötig ab. Sie sind tatsächlich ja sehr flexibel, also nicht an bestimmte Tage und Uhrzeiten gebunden. Denn Ihre Kinder werden ganztags betreut. Sie wollen nur keine 40 Stunden arbeiten. Wenn sich ein Arbeitgeber im ersten Schritt für das persönliche Kennenlernen entschieden hat, steigen Ihre Chancen. Vielleicht findet sich dann im persönlichen Gespräch eine individuelle Lösung, die Ihrem Wunsch entgegenkommt.

Mit 38 Jahren und nach drei unterschiedlichen Firmen, bei denen ich als Ingenieur für Elektrotechnik beschäftigt war, frage ich mich nun, ob ich mich nicht doch im Bereich Webdesign selbstständig machen könnte.

Natürlich erscheint eine Selbstständigkeit für viele Menschen verlockend, denn als Selbstständiger teilen Sie sich Ihre Arbeit selbst ein und treffen auch sonst alle Entscheidungen eigenständig. Andererseits müssen Sie eben auch selbst dafür sorgen, dass immer genug Kunden nach Ihrer Dienstleistung fragen. Webdesigner gibt es viele. Recherchieren Sie den Markt in Ihrer Region und Ihre potenzielle Konkurrenz. Überlegen Sie im Vorfeld, wer Ihre Zielgruppe sein könnte und wie Sie diese erreichen. Vielleicht wäre es auch hilfreich, mit Selbstständigen im Freundeskreis zu sprechen. Erfragen Sie, wie diese mit dem Thema Akquise umgehen, was alles dazugehört, wie leicht es ihnen fällt. Möglicherweise können Ihnen Freunde auch ein persönliches Feedback geben. Glauben Sie, dass Akquise Ihnen liegen wird? Bedenken Sie: Die wenigsten Selbstständigen scheitern in der Praxis an fehlenden fachlichen Kenntnissen, sondern an Kundenmangel.

In den letzten fünf Jahren habe ich für drei verschiedene Firmen im Vertrieb gearbeitet. Vom Studium her bin ich Umwelttechniker. Technik hat mich immer begeistert, aber beruflich habe ich mich immer weiter davon entfernt. Nun bin ich wieder auf Stellensuche und habe bisher wenig Resonanz bekommen. Was tun?

Sie bewerben sich im Vertriebsinnendienst, weil Sie glauben, dadurch weniger direkt mit Kunden kommunizieren zu müssen. Das ist eine eher defensive Haltung. Mehr Spaß an der Arbeit erwarten Sie dort scheinbar nicht. Doch Erfolg und Spaß an der Arbeit gehören zusammen – sie bedingen sich wechselseitig. Auch wenn Sie fünf Jahre kaum technisch gearbeitet haben, würde ich in dieses Metier zurückgehen. Sie können das auch ganz offensiv in Bewerbungen kommunizieren. Schreiben Sie: Ich habe erkannt, dass der Vertrieb nicht zu meiner Persönlichkeit passt. Ich möchte wieder technischer arbeiten. Ich bin bereit, mich berufsbegleitend in der Umwelttechnik auf den aktuellen Stand zu bringen.

Als Diplom-Ingenieurin für Umwelttechnik arbeite ich seit dreieinhalb Jahren in der Forschung in verschiedenen Behörden und Institutionen. Nun ist wieder eine Stelle ausgelaufen und ich bewerbe mich neu. Ich frage mich, ob ich weiter in den Behörden arbeiten oder doch lieber in die Wirtschaft wechseln sollte. Sie machen es sich unnötig schwer, wenn Sie diese Frage abstrakt klären möchten. Warum müssen Sie eins von beidem von vornherein ausschließen?

Grundsätzlich ist es natürlich so: Wenn Sie Jahrzehnte in Forschungsinstituten arbeiten, wird der Weg in die Industrie nicht leichter. Aber nach dreieinhalb Jahren stellt sich dieses Problem noch nicht. Ich würde mich in Wirtschaft und Behörden bewerben und dann sehen, welches Echo ich bekomme. Prüfen Sie bei einem Vorstellungsgespräch in der freien Wirtschaft, ob sich dort Ihr Anspruch erfüllen lässt, auch weiterhin zu forschen. Auch Arbeitsstil und Arbeitsumfeld sollten Sie möglichst genau in Anschein nehmen. Diese Rahmenbedingungen sollten so sein, dass Sie sich voraussichtlich wohlfühlen werden.

Ich war zwei Jahre arbeitsunfähig und habe dadurch meinen Job verloren. Jetzt bin ich gesund und möchte wieder als Produktmanagerin arbeiten. Meine bisherigen Bewerbungen waren erfolglos. Ich hatte dabei die beiden Krankheitsjahre als persönliche Auszeit verschleiert. Ist das ein Fehler?

Es ist besser, wenn Sie mit der Situation offen umgehen. Stellen Sie heraus, dass der krankheitsbedingte Ausfall unverschuldet war. Machen Sie klar, dass Sie wieder komplett arbeitsfähig sind. Berichten Sie, wie Sie auf das Unternehmen aufmerksam geworden sind und wie Sie sich die neue Position vorstellen. Damit zerstreuen Sie den Verdacht, dass Sie unter einem Burn-out gelitten haben könnten und lenken den Fokus des Gesprächs auf die Zukunft.

Ich bin seit einiger Zeit mit meiner beruflichen Situation unzufrieden. Ich würde gerne befördert werden. Jetzt spiele ich mit dem Gedanken, meinen Vorgesetzten um ein Zwischenzeugnis zu bitten, um etwas Druck auf ihn auszuüben. Was halten Sie von der Idee?

Wenn Sie so vorgehen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, welche Reaktionen erfolgen können – und darauf vorbereitet sein. Ihnen sollte klar sein, dass Ihr Chef Ihre Bitte als Erpressungsversuch werten könnte und Sie fallen lässt. Was die Beförderung betrifft: Wenn Sie darüber mit Ihrem Vorgesetzten noch einmal sprechen sollten, ist gute Vorbereitung wichtig. Überlegen Sie sich genau, wie die neue Position ausgestaltet sein sollte und wer dann künftig Ihren Job machen könnte.

Ich bewerbe mich seit einiger Zeit intern und extern auf Führungspositionen. Bisher leider ohne Erfolg. Ich vermute, dass man mir eine Führungsposition nicht recht zutraut. Was kann ich tun, um diese Einschätzung zu widerlegen?

Sie haben ja bereits nachgewiesen, dass Sie fachlich führen können. Aus Ihren Bewerbungsunterlagen geht das aber noch nicht hervor. Das sollten Sie unbedingt ändern. Parallel dazu sollten Sie sich zum Thema Führung weiterbilden. Hilfreich könnte es auch sein, extern Führungserfahrung zu sammeln, etwa durch Übernahme ein Ehrenamts beim VDI. Kurzum: Wenn Sie Ihren Wunsch wirklich realisieren wollen, müssen Sie Überzeugungsarbeit leisten – oder Ihren Wunsch aufgeben.

Ich bin Mitte 40 und arbeite seit 15 Jahren als Projektleiter in einem Unternehmen. Obwohl ich mit meiner Arbeit eigentlich zufrieden bin, denke ich ab und zu daran, die Firma zu wechseln, um Karriere zu machen. Soll ich den Sprung wagen?

Zunächst: Karriere hat viele Gesichter. Es gibt nicht nur die berufliche, sondern auch zum Beispiel die private, ehrenamtliche. Was die berufliche Seite betrifft: Wenn Sie mit sich und Ihrer Arbeitssituation zufrieden sind, wenn Sie dort Erfolgs- und Motivationsmomente haben – warum dann wechseln? Never change a running system … Auch wenn Sie bis auf weiteres in Ihrem jetzigen Unternehmen bleiben, müssen Sie nicht die Hände in den Schoß legen: Nutzen Sie die entspannte Zeit, um Ihr Netzwerk auf- und auszubauen. Dann sind Sie auf einen möglichen Wechsel in der Zukunft bestens vorbereitet.

Von Peter Schwarz

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