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Bewerbung: Vertrauen aufbauen durch ehrliche und realistische Aussagen!

Was ist beim Jobwechsel zu beachten? Wie können bei Bewerbungen Vorurteile des Arbeitgebers aus dem Wege geräumt werden? Wer selbstbewusst und realitätsgetreu seine persönlichen Stärken betont und klarzumachen versteht, dass er eine Bereicherung darstellt, hat gute Karten.

Peter Schöler von Viega und Klaus Schlagheck von Schlagheck Radtke Oldiges halfen den Lesern bei Fragen zum Jobwechsel

Ein Elektrotechnik-Ingenieur mit 15 Jahren Berufserfahrung in Konzernen möchte in den Mittelstand wechseln. Dort stößt der 43-Jährige aber auf große Skepsis. Was kann er tun, um dem erfolgreich zu begegnen?

Schon bei der Gestaltung der Bewerbung geht es darum, das eigene Interesse an einem Wechsel in den Mittelstand zu begründen und die entsprechenden persönlichen Eigenschaften darzustellen. Spätestens im Gespräch bietet es sich an, konkrete Beispiele aus dem eigenen Arbeitsalltag aufzuzeigen. Es geht darum, dem Gesprächspartner die Angst zu nehmen, er hole sich jemanden ins Unternehmen, der sich zwar hervorragend in politischen Prozessen und Besprechungen auskenne, das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten und Entscheiden aber verlernt habe.

Einem 38-jährigen Ingenieur wird nach seinem Arbeitgeberwechsel entgegen aller Abmachungen nun ein zweiter Key Account Manager an die Seite gestellt. Darauf will er sich aber nicht einlassen und das Unternehmen innerhalb der Probezeit verlassen. Er befürchtet jedoch, dass ihm genau das in künftigen Bewerbungsverfahren zum Nachteil gereiche.

Nicht eingehaltene Zusagen zerstören das Vertrauen nachhaltig. Das gilt auch, wenn ein Arbeitgeber Zusagen nicht einhält. Die Absicht, die Beschäftigung während der Probezeit zu kündigen, ist nachvollziehbar. Ein selbst initiierter Wechsel lässt sich vor dem geschilderten Hintergrund jederzeit sehr gut begründen und zeugt von Selbstbewusstsein und persönlicher Stärke.

Ein promovierter Ingenieur bewirbt sich deutschlandweit und hat den Eindruck, potenzielle Arbeitgeber sähen seine Mobilitätsbereitschaft skeptisch. Es klingt immer wieder die Befürchtung an, ihn ziehe es samt Familie kurzfristig zurück in die Heimat.

Der zugrunde liegende Wunsch, einen Mitarbeiter auf Lebensarbeitszeit einzustellen, erscheint vor dem Hintergrund der Arbeitswelt geradezu paradox und realitätsfern. Das gilt insbesondere dann, wenn der Mitarbeiter den Großteil seiner beruflichen Laufbahn noch vor sich hat und wenn er hoch qualifiziert ist. Fragen aus dieser Richtung sollte man mit Realismus und Selbstbewusstsein begegnen. Die in diesem Fall bevorstehende Einschulung der Tochter kann die Sinn- und Ernsthaftigkeit der bekundeten Mobilitätsbereitschaft unterstreichen.

Dem Arbeitgeber darzulegen, dass man auf jeden Fall für einige Jahre „bei der Stange“ bleibe und in dieser Zeit sicher wertvolle Beiträge leiste, ist glaubhafter, als der Versuch, unrealistischen Vorstellungen des potenziellen Arbeitgebers durch unrealistische Beteuerungen zu begegnen. Die selbstbewusste Botschaft sollte sein: Auch wenn ich nur einige Jahre in Ihrem Unternehmen tätig sein sollte, wird das Unternehmen die Einstellungsentscheidung sicherlich nicht bereuen.

 

Von Wolfgang Schmitz

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