Gehalt 13.02.2015, 01:00 Uhr

Erfolgreiche Gehaltsverhandlung für Ingenieure

Die Gehaltsverhandlung zählt auch für Ingenieure zum notwendigen, mitunter unliebsamen Bestandteil des Berufslebens. Viele Beschäftigte scheuen sich davor, den Chef um mehr Gehalt zu bitten. Und das obwohl sie wissen, dass ihr Vorgesetzter nicht von alleine auf sie zukommen wird. Im Sinne einer positiven Einkommensentwicklung sind Eigeninitiative und Mut gefragt. Anlass, Zeitpunkt und Inhalt wollen sorgfältig geplant sein. Dann heißt es: Let`s talk about money!

Gehaltsverhandlung: Professionelles Auftreten und eine gute Argumentation führen zum Erfolg!

Gehaltsverhandlung: Professionelles Auftreten und eine gute Argumentation führen zum Erfolg!

Foto: panthermedia.net/pressmaster

Grundsätzlich gilt bei der Gehaltsverhandlung für Ingenieure: Das Salär ist frei verhandelbar, es sei denn es liegt eine Betriebsvereinbarung, ein Haustarif- oder ein Tarifvertrag vor. Aber auch das gilt nur mit Einschränkungen: So greifen bestehende Tarifverträge nicht unbedingt für alle Beschäftigte eines Unternehmens. Führungskräfte sind von den Vereinbarungen häufig ausgenommen. Sie verhandeln ihre Gehälter individuell. Sofern keine vertraglichen Einschränkungen vorliegen, handeln Arbeitnehmer und Vorgesetzte das neue Gehalt aus. Für den Erfolg der Verhandlung spielt die richtige Mischung aus taktischem Geschick und beruflichen sowie persönlichen Qualifikationen eine zentrale Rolle.

Sorgfältige Vorbereitung = Erfolgreiche Gehaltsverhandlung

Verschiedene Elemente sind feste Bestandteile in der Vorbereitung der Gehaltsverhandlung. Ingenieure sollten unbedingt ihr persönliches Verhandlungsziel festlegen, also welche Gehaltserhöhung sie anstreben und wo die „Schmerzgrenze“ bei abweichenden Vorstellungen des Arbeitgebers liegt. Als Faustregel gilt: Ihre Forderung sollte zwischen drei und zehn Prozent liegen. Bei einem Unternehmenswechsel sind bis zu 20 Prozent drin, vor allem dann, wenn man abgeworben wird. Sie sollten sich ebenfalls Gedanken darüber machen, ob alternativ geldwerte Leistungen in Frage kommen und welche das sein könnten. Hier kommen beispielsweise Laptops und Handys mit ausdrücklich erlaubter privater Nutzung, Mitarbeiterrabatte, Dienstwagen, Zuschüsse für Fitness- und Entspannungskurse oder die Finanzierung des Jobtickets in Frage. Solche geldwerten Leistungen können für beide Seiten attraktiv sein: Das Unternehmen spart sich zusätzliche Sozialabgaben und der Arbeitnehmer hat unter Umständen steuerliche Vorteile.

Gehaltsverhandlung: Markt und Marktwert kennen

Wer den Markt kennt, der kann auch den eigenen Marktwert besser einschätzen. Informationen zur Marktsituation tragen dazu bei, sich realistische Ziele für die Gehaltsverhandlung zu setzen. Dazu sollten sich Ingenieure die nötige Zeit für die Recherche nehmen: Egal ob Fachpublikationen, branchenspezifische Lohn- und Gehaltstarifverträge oder schlicht die Recherche im Internet – Machen Sie sich ein fundiertes Bild des Marktes und der gezahlten Durchschnittsgehälter und beziehen Sie dabei auch Faktoren wie regionale Unterschiede, Unternehmensgröße und Alter ein. Das Gespräch mit Kollegen sowie Freunden und Familienmitgliedern, die in vergleichbaren Positionen oder gleichen Branchen tätig sind, rundet das Bild vom Gehaltsgefüge ab. Auch hier empfiehlt es sich, so viele Informationen wie möglich aus dem eigenen Netzwerk aufzunehmen und sich nicht auf Einzelwerte zu verlassen.

Gehaltsstudie: Übersicht über aktuelle Ingenieurgehälter

Finanzielle Situation des Unternehmens

Je besser ein Unternehmen am Markt positioniert ist, desto leichter lässt sich die Gehaltsverhandlung für Ingenieure erfolgreich gestalten. Daher sollten Sie sich im Vorfeld über die aktuelle finanzielle Lage Ihres Unternehmens informieren. Während einige Firmen diesbezüglich sehr transparent sind, lässt sich bei anderen Betrieben die momentane, wirtschaftliche Situation nur erahnen. Wesentliche Indikatoren sind die aktuelle Auftragssituation und die gesamtwirtschaftliche Konstellation. Je besser der Arbeitgeber am Markt dasteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung. Auch das richtige Timing ist also von zentraler Bedeutung. Das soll jedoch nicht heißen, dass die Gehaltsverhandlung bei guten wirtschaftlichen Daten zum Selbstläufer wird. Denn der Arbeitgeber wird immer versuchen, seine Kosten niedrig zu halten und darauf achten, dass das Gehaltsgefüge in der Belegschaft stimmt.

Die Poker-Regeln der Gehaltsverhandlung

Beim Gehaltspoker sind die richtige Taktik und Fingerspitzengefühl fragt: Wer zu hoch einsteigt, der wird beim Chef mit einiger Wahrscheinlichkeit auf nachhaltige Ablehnung stoßen. Wer sich in seiner Gehaltsverhandlung unter Wert verkauft, der stößt zwar auf Zustimmung, wird aber im Anschluss mit einem unguten Gefühl aus dem Gespräch gehen. Den Chef wird es freuen, auch wenn er sich das mit Sicherheit nicht anmerken lässt. So oder so gilt: Eine Gehaltsverhandlung geht auch für Ingenieure meist mit der Übernahme neuer Aufgaben oder zusätzlicher Verantwortungsbereiche einher. Sie sollten sich also darauf vorbereiten, dass der Vorgesetzte eine Gegenleistung erwartet. Das Plus an zusätzlichem Gehalt und die neuen Aufgaben sollten in einem fairen und gesunden Verhältnis zueinander stehen. Nutzen Sie deswegen die Gehaltsverhandlung um aufzuzeigen, was Sie seit der letzten Verhandlungsrunde bereits an neuen Aufgaben übernommen haben.

Gehaltsverhandlung: Taktisches Spiel

Bei der Gehaltsverhandlung ist für Ingenieure auch Taktieren gefragt. Dazu ist es empfehlenswert, sich für das Gespräch eine Art „roten Faden“ für den Gesprächsverlauf zu Recht zu legen. Und man sollte sich der eigenen Position bewusst sein. Die ist in aller Regel ungünstig, da man einem Vorgesetzten gegenüber sitzt, der bereits erfahren im Umgang mit Gehaltsforderungen ist. Er verfügt über ein breites Portfolio an Gegenargumenten, mit denen sich Gehaltswünsche entkräften lassen. Es gilt den richtigen Einstieg zu finden, etwa indem man den Vorgesetzten zu einer Einschätzung der eigenen Leistungen bittet. Im Gespräch sollten Sie Motivation und Engagement signalisieren und die Bereitschaft zeigen, sich stetig zu entwickeln. Wichtig: Stellen Sie Ihre Leistungen und Erfolge für das Unternehmen dar, beispielsweise erfolgreich abgewickelte Projekte, die Optimierung interner Prozesse, die Implementierung von Innovationen oder schlicht neue Kunden, die Sie angeworben haben.

Argumente wohl dosiert einsetzen

Aber Vorsicht: Verschießen Sie nicht ihr gesamtes „Argumentationspulver“ auf einmal. In der Gehaltsverhandlung sollten Ingenieure ihre Argumente wohl dosiert einsetzen und sich das stärkste Argument für den Schluss aufsparen. Die Forderung nach mehr Geld, verbunden mit einer konkreten Zahl folgt übrigens im Verlauf des Gesprächs, keinesfalls direkt zu Beginn. Seien Sie gefasst darauf, dass die Forderung beim Vorgesetzten erst einmal auf Ablehnung stößt. Der Chef will überzeugt werden, deswegen nicht beim ersten Gegenwind einknicken. Hier sollte mit einem gesunden Maß an Selbstbewusstsein und fundierten Argumenten gekontert werden. Seien Sie sich im Klaren darüber, dass eine Gehaltserhöhung in aller Regel deutlich kostengünstiger ist, als eine neue Arbeitskraft einzustellen.

No-Gos in der Gehaltsverhandlung

Die richtige Haltung ist bei der Gehaltsverhandlung für Ingenieure von zentraler Bedeutung und entscheidet nicht selten über Erfolg oder Misserfolg: Sicheres Auftreten, Selbstbewusstsein, aber auch Kompromissbereitschaft sind für das Gespräch gefragt. Vermeiden Sie es in jedem Fall, provozierend aufzutreten, etwa durch die Drohung mit Kündigung im Falle nicht erfüllter Gehaltsforderungen. Und lassen Sie sich nicht provozieren. Stattdessen empfiehlt es sich für die gesamte Dauer des Gesprächs, sich professionell, freundlich und zugewandt zu verhalten. Dann steht einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung nichts mehr im Wege.

 

Von Thomas Kresser

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