Gehalt 01.08.2014, 00:00 Uhr

Ein Arbeitszeitkonto hat für Ingenieure zahlreiche Vorteile

In vielen Betrieben erfreut sich das Arbeitszeitkonto für Ingenieure inzwischen großer Beliebtheit. Tatsächlich ermöglicht es große Flexibilität. Das bezieht sich auf kurzfristige Wünsche, aber auch auf langfristige Vereinbarungen wie dem frühen Pensionseintritt. Dafür muss das Arbeitszeitkonto aber entsprechend ausgestaltet sein.

Ein Arbeitszeitkonto erhöht die Flexiblität und lässt somit z.B. Beruf und Familie einfacher miteinander vereinen.

Ein Arbeitszeitkonto erhöht die Flexiblität und lässt somit z.B. Beruf und Familie einfacher miteinander vereinen.

Foto: panthermedia.net/stillfx

Das Arbeitszeitkonto für Ingenieure ist recht einfach. Arbeitszeitkonten funktionieren wie Girokonten oder Sparbücher. Arbeitet eine Beschäftigte oder ein Beschäftigter mehr als die vereinbarte Arbeitszeit, so wird auf dem Arbeitszeitkonto ein entsprechendes Guthaben verbucht. Arbeitet die Beschäftigte oder der Beschäftigte weniger, wird ein negativer Wert auf dem Konto aufgezeichnet. Die Nutzungsmöglichkeiten von Arbeitszeitkonten sind vielfältig: Sie können

  • Betrieben dabei helfen, kurzfristige Auftragsschwankungen abzufedern, was in schlechten Auftragslagen die Stabilität von Beschäftigungsverhältnissen erhöhen kann; 
  • Beschäftigten mehr Freiraum hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bieten; 
  • Beschäftigten längere Freistellungsphasen für Weiterbildungen oder einen früheren Einstieg in den altersbedingten Ruhestand ermöglichen – wenn das Arbeitszeitkonto für Ingenieure langfristig geführt wird. 

Arbeitszeitkonto für Ingenieure: Vorteile im Betrieb

Eine erhöhte Stabilität von Beschäftigungsverhältnissen, eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Möglichkeit längere Freistellungsphasen zu realisieren, kann die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten erhöhen, was wiederum positive Effekte auf die Leistungsbereitschaft und die Loyalität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entfaltet. Dies sind aus Sicht der Betriebe und der Beschäftigten die Gründe dafür, warum sich das Arbeitszeitkonto für Ingenieure größerer Beliebtheit erfreut. So bieten mittlerweile mehr als ein Drittel der Betriebe ihren Mitarbeitern dieses Flexibilisierungsinstrument – Tendenz steigend.

Die konkrete Ausgestaltung wird beim Arbeitszeitkonto für Ingenieure in der Regel im Rahmen einer sogenannten Betriebsvereinbarung zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern beziehungsweise deren Vertretern festgelegt. Ein wichtiger Parameter über den in diesem Zusammenhang verhandelt werden muss, ist der Ausgleichszeitraum. Dieser bestimmt, innerhalb welcher Zeit oder zu welchen Stichtagen der Saldo aus positiven und negativen Abweichungen auf dem Arbeitszeitkonto ausgeglichen sein muss. Alternativ – und das ist in der Praxis die Regel – kann auch eine bestimmte Bandbreite festgelegt werden, in der zu einem bestimmten Stichtag der Saldo liegen muss.

Arbeitszeitkonto für Ingenieure: Idealtypisches Beispiel

Ein idealtypisches Beispiel kann folgendermaßen aussehen: Zum Stichtag 30. Juni des jeweiligen Jahres, muss der Saldo auf dem Arbeitszeitkonto des Ingenieurs zwischen -20 und +40 Stunden liegen. In diesem Fall wäre der Ausgleichszeitraum ein Jahr. Interessant wäre in einem solchen Fall die Frage, was geschieht, wenn das Guthaben zum Stichtag die festgelegte Obergrenze überschreitet. Verfällt dieses Guthaben dann? Wenn ja, besteht die Gefahr, dass es sich bei diesen Kontenmodellen um eine versteckte Arbeitszeiterhöhung ohne Kompensation handelt? Oder existieren im Betrieb parallel zu kurzfristigen Arbeitszeitkonten noch weitere Konten, insbesondere solche mit einem längeren Ausgleichszeitraum und größeren Bandbreiten, auf die die „überschüssigen“ Salden übertragen werden können?

Vom Ausgleichszeitraum und von der Bandbreite, in der die Salden liegen dürfen, hängen die Verwendungsmöglichkeiten beziehungsweise das Nutzungspotenzial beim Arbeitszeitkonto für Ingenieure ganz wesentlich ab. Wird ein eher kurzer Zeitraum, etwa ein Jahr oder weniger, und eine kleine Bandbreite festgelegt, dienen die Konten aus betrieblicher Sicht in erster Linie dem Ausgleich kurzfristiger Schwankungen in der Auftragslage.

Arbeitszeitkonto für Ingenieure: Verschiedene Modelle

Neben einer erhöhten Beschäftigungsstabilität in Phasen schlechter Auftragslage, stellen sie für Beschäftigte in diesem Fall einen eher kleinen Flexibilitätspuffer dar. Es ist dann zum Beispiel leichter, einen Arzttermin wahrzunehmen, das Kind vom Kindergarten abzuholen und so weiter. Bei einem längeren Zeitraum, also mehr als ein Jahr, und einer größeren Bandbreite können die Ingenieure über ihr Arbeitszeitkonto auch Arbeitszeitguthaben ansparen, die sie für längere Freistellungsphasen, etwa Weiterbildungen, vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand oder Sabbaticals nutzen können.

In der betrieblichen Praxis beobachtet man am häufigsten das Arbeitszeitkonto für Ingenieure mit einem kürzeren Ausgleichszeitraum (höchstens ein Jahr). Solche mit einem längeren Ausgleichszeitraum (mehr als ein Jahr) sind seltener. Dies dürfte insbesondere daran liegen, dass der ablauforganisatorische und administrative Aufwand bei längeren Ausgleichszeiträumen zunimmt. Es werden dann unter anderem folgende Fragen immer relevanter: Was geschieht mit den angesparten Guthaben im Falle einer Insolvenz? Was geschieht mit den Guthaben, wenn der Beschäftigte den Betrieb wechselt? Werden die Guthaben verzinst?

Arbeitszeitkonto für Ingenieure: Gesetzliche Regelungen

Im Hinblick auf diese Fragen ist der Gesetzgeber in den letzten Jahren zwar aktiv geworden. So sind die Guthaben beim Arbeitszeitkonto für Ingenieure gegen Insolvenz abzusichern. Überdies werden bei langfristigen Konten nicht mehr die Stunden, sondern die geldwerten Äquivalente aufgezeichnet. Letzteres erleichtert den Wechsel von einem Arbeitgeber zum nächsten. Der neue Arbeitgeber kann die Guthaben vom alten Arbeitgeber einfach übernehmen. Alternativ können die Guthaben auch auf den Rentenversicherungsträger übertragen werden. Inwieweit sich die Arbeitgeber allerdings an diese neuen Regelungen halten ist unklar. Eine etwaige Verzinsung des Guthabens ist schließlich Bestandteil der Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer beziehungsweise deren Vertreter.

Steigen schließlich der Ausgleichszeitraum und die Bandbreiten zwischen denen sich die Salden auf den Arbeitszeitkonten bewegen dürfen, wird es aus betrieblicher Sicht auch immer schwieriger, einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Dem können Betriebe etwa mit entsprechenden Klauseln in der Betriebsvereinbarung begegnen. So dürfen Arbeitnehmer häufig insbesondere dann auf ihren Flexibilitätspuffer zurückgreifen, wenn dies mit den betrieblichen Belangen vereinbar ist. Abschließend sollte festgehalten werden, dass Arbeitszeitkonto nicht gleich Arbeitszeitkonto ist. Ausgewogen ausgestaltet, also sowohl die Interessen der Betriebe als auch die der Ingenieure berücksichtigend, können beide Seiten davon profitieren.
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