Bildung

Wo „Otto Normalrechner“ einen Computerchip am Bildschirm gestaltet

Nach Adam Riese sind die Initiatoren des „Arithmeums“ Schnäppchenjäger. Einige Rechenmaschinen in dem Glasgebäude haben sie nach eigenen Angaben weit unter Marktwert erstanden. Einen ersten „Intel inside“ kann man dort auch bewundern.

Wer kennt ihn nicht, den Aufkleber mit dem Schriftzug: „Intel inside“. Jede Generation wächst halt mit zeitgenössischen Markennamen auf. Früher beispielsweise mit Alltagserscheinungen wie der Werbung für Ado-Gardinen, „nur echt mit der Goldkante“. Jüngeren Generationen, deren Fingerchen flink über die Tastaturen gleiten, ist hingegen eher „Intel inside“ ins Bewusstsein gedrungen. Wer einen solchen Intel der ersten Stunde sehen möchte, hat ein Ziel: die ehemalige Hauptstadt Bonn. Für Fans der digitalen Welt ist das Bonner Arithmeum – Heimat des Institutes für diskrete Mathematik und gleichzeitig Domizil einer der größten Rechenmaschinen-Ausstellung der Welt – zu einer Art „Mekka“ geworden.
Das hat viele Gründe. Einer davon ist dieser: Nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Ex-Präsidenten der japanischen Firma Busicom, Yoshia Kojima, haben Prof. Dr. Bernhard Korte und seine Mitarbeiter ein besonderes Exponat aus Japan ergattert. Es liegt auf einem unscheinbaren Regal. Ein Meilenstein der Technik: ein Intel 4004. Der Chip gilt als erster Mikroprozessor in der Geschichte. Die Firma Busicom stellte in den 70er Jahren elektronische Taschenrechner her. Als Partner wurde unter anderen die US-Firma Intel ins Boot geholt. Den Kontakt soll angeblich Tadashi Sasaki, damaliger Top-Manager des Busicom-Konkurrenten Sharp, eingefädelt haben. Sasaki hatte sein Ingenieurdiplom am selben Institut erworben wie der damalige Präsident von Busicom. Der Sharp-Manager war einer Kooperation mit Intel selbst nicht abgeneigt, aber vertraglich anders gebunden. Um seinen Studienfreund und dessen Firma zu unterstützen, knüpfte Sasaki an eine Geldspende von 40 Mio. Yen die Bedingungung, dass Busicom mit Intel zusammenarbeiten sollte. Das war der Beginn einer wunderbaren Geschäftsbeziehung. Busicom gibt“s nicht mehr, Intel wurde weltberühmt und ist (fast) überall drin. Der Grundstein zu dieser Sammlung im „Arithmeum“ – ein Kunstwort aus Arithmetik und Museum – wurde in den 60er Jahren gelegt. Damals erblickte der Mathematikstudent Bernhard Korte bei einem Trödler eine „Brunsviga M“, eine Rechenmaschine aus dem Jahr 1908. Mittlerweile hat der Chef des Institutes für diskrete Mathematik 1200 Rechenmaschinen gesammelt oder nachbauen lassen. „Im Arithmeum ist die größte Ausstellung an Rechenmaschinen zu sehen“, sagt Prof. Dr. Bernhard Korte.
Der Rundgang durch die drei Etagen des Hauses ermöglicht einen profunden und unterhaltsamen Überblick über das „Rechnen einst und heute“ – von der Frühzeit der Calculi bis in die digitale Gegenwart der Rechner. Ab dem 7. Jahrtausend wurden beispielsweise im Zweistromland Zahlen als elementare geometrische Formen (Calculi) modelliert. Das waren zumeist kleine Steine in unterschiedlichen Formen, z.B. kleine Kegel für Einer, kleine Kugeln für Zehner etc.) Bei Verträgen wurden die entsprechenden Zahlen aus den Calculi zusammen gelegt und in eine Tonrolle (Bulle) verschlossen. Ein paar dieser „Zahlungsmittel“ sind ausgestellt. Sehenswert sind auch die seit Mitte des 19. Jahrhunderts serienmäßig erstellten „Sprossenradmaschinen“, die in den meisten Fällen bereits die Grundrechenarten ermöglichten.
In der mittleren Etage zählen so imposante Werke wie die „rechnende Turmuhr“ des italienischen Mathematikers Giovanni Poleni von 1709 zu den Publikumsmagneten. Das virtuose Zusammenspiel von Zahnrädern, Spindelhemmung und Gewichtsantrieb machen dieses Stück zu einem Kleinod aus der Frühgeschichte des mechanischen Rechnens. Die Faszination der Zahlen und der Mathematik sinnlich erfahrbar zu machen, ist Teil des Arithmeum-Konzeptes. Fast die Hälfte der Exponate kann der Besucher austesten. Das gilt auch für die „Arbeitsplätze“ auf der unteren Etage. Hier dringen Neugierige ins Herzstück des Computers vor und entwerfen selbst einen Chip. Eine Arbeit, die sich sonst das Institut für diskrete Mathematik auf die Fahnen geschrieben hat. Auch der legendäre Schach-Chip „Deep Blue“ ist in Kortes Labor optimiert worden und befindet sich in einer Glasvitrine.
Glas – da ist es wieder. Korte ist stolz auf sein „Arithmeum“ und sein Institut. Das lichte Haus vermittelt Transparenz „Die Leute sollen uns bei der Arbeit sehen“, sagt er. Aber nicht nur bei der Arbeit: Regelmäßig finden im Arithmeum Ausstellungen und Konzerte statt. „So lässt sich Sinnenfreude in die Wissenschaft bringen“, ist er überzeugt. Oder mit den Worten des Enzyklopädisten Isidor von Sevilla: „Nimm allem die Zahl und alles zerfällt.“ C. HANTROP
Arithmeum, Lennéstr. 2, 53113 Bonn , Telefon: 0228/738790, di-so. 11-18 Uhr, Eintritt: 6 bzw. 4 DM

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