Bildung

„Wir können uns keine IT-Analphabeten leisten“  

in Bildung und Forschung, investieren, um auf dem hart umkämpften globalen Markt bestehen zu können. Darüber waren sich die Teilnehmer auf dem Jahreskongress der Initiative D21 einig. Wie aber dieses Unterfangen anzugehen ist und welche Ursachen das Bildungsdilemma hat, darüber gingen die Meinungen der namhaften Diskutanten auseinander.

Die Zukunft eilt!“, lautete das Motto des in Stuttgart stattfindenden Jahreskongresses der Initiative D21. „Wir können uns das noch weit verbreitete IT-Analphabetentum nicht länger leisten, denn Medienkompetenz wird im Berufsleben bald so wichtig sein wie Lesen, Schreiben und Rechnen“, verdeutlichte Thomas Ganswindt, Vorstandsvorsitzender von D21 und Mitglied im Zentralvorstand der Siemens AG, die Bedeutung des Kongress-Mottos.

Ziel der Initiative ist es, zur Verbesserung von Bildung und Qualifikation in Deutschland beizutragen. Von größter Bedeutung seien Kenntnisse auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), erläuterte Ganswindt vor 1000 Besuchern.

Orientiert man sich an einer Studie der Confederation of British Industry, werden bald in 85 % aller Berufe IKT-Kenntnisse erforderlich sein. Diesen beruflichen Wandel unterstützt die Initiative D21 im Rahmen ihrer Projektarbeit. So soll ein „Mitarbeiter-PC-Programm“ (MPP) auch PC-Unerfahrenen zu Kenntnissen im Umgang mit Hard- und Software verhelfen. Unternehmen stellen dafür ihren Beschäftigten kostenlos einen PC zur Privatnutzung zur Verfügung. In Großbritannien wird diese Möglichkeit in großem Stil genutzt. Hierzulande dagegen verlief diese Aktion bisher nur sehr schleppend, da der Fiskus für den Einsatz betrieblicher PCs zu privaten Zwecken Steuern verlangte. Auf Betreiben von D21 wurde dieses Hemmnis nun in Absprache zwischen Bund und Ländern abgeschafft.

In Zukunft will die Initiative sich verstärkt dem Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik annehmen. Außerdem soll die Breitband-Technik als wirtschaftlicher Wachstumsfaktor gestärkt und der Einsatz von IKT im Verwaltungsbereich weiter verbessert werden. Überhaupt ist nicht zu erwarten, dass der Initiative in absehbarer Zeit die Arbeit ausgehen wird. Das zeichnete sich auch bei der Podiumsdiskussion ab, an der namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft teilnahmen.

Der Konsens, dass ein so rohstoffarmes Land wie Deutschland kaum eine andere Chance hat als in Bildung, Forschung und Innovationen zu investieren, um auf dem hart umkämpften globalen Markt bestehen zu können, war rasch hergestellt. Thomas Ganswindt stellte in dem Zusammenhang aber auch fest, dass nicht nur der Arbeiter seine Wettbewerbfähigkeit verloren habe, sondern auch den Ingenieuren diesbezüglich Unheil drohe. „Zunächst wurde die Produktion ins Ausland verlagert. Mittlerweile findet jedoch im Bereich Forschung und Entwicklung der gleiche Prozess statt“.

Der aber sei weitaus gefährlicher, weil Deutschland dadurch Kompetenzen verloren gingen, warnte der D21 Vorsitzende. Ein weiteres Problem sieht Ganswindt bei der Vermarktung der Produkte. Zwar seien beispielsweise Fax und MP3-Player hierzulande entwickelt worden, doch davon profitiert hätten andere. Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, machte für dieses Phänomen zwei Dinge verantwortlich: zum einen den Mangel an Risikokapital, zum anderen den kaputten Arbeitsmarkt, „was unter anderem dazu geführt hat, dass die Zahl der Beschäftigten seit dem Jahre 1990 schneller als in jedem anderen Land der Erde gesunken ist.“

Aus Sicht von Willi Stächele, Minister des Staatsministeriums in Baden-Württemberg, „hat auch die Technologiefeindlichkeit der rot-grünen Bundesregierung dazu beigetragen, dass Deutschland bei Bildung und Forschung heute keinen Spitzenplatz mehr einnimmt“. So sei der komplette Ausstieg aus der Kernenergie für ihn nicht nachvollziehbar gewesen.

In eine ähnliche Richtung zielten die Ausführungen von Berndt Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Pfaffenbach machte Strömungen in der Gesellschaft aus, die Zukunftstechnologien wie die Gentechnik verteufelten. Sie seien mit ein Grund für das mangelnde Interesse an Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Jutta Allmendinger, Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, widersprach dieser These energisch. Für die konkrete Situation gebe es handfeste Ursachen. Man müsse sich nur den Mathematikunterricht an manchen Schulen und die pädagogische Unprofessionalität an den Universitäten anschauen. „Wie soll da Lernen Spaß machen?“, fragte sie in die Runde.

Es gehe jedoch nicht nur um Fortschritte bei der Qualifikation der Akademiker. 50 % der Langzeitarbeitslosen seien Menschen ohne Berufsausbildung. „Auch die müssen wir erreichen“, forderte Allmendinger. Um das Bildungsniveau zu erhöhen, fordert sie bundesländerübergreifende Standards für Kindergärten und Schulen.

Der Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, ergänzte ihre Ausführungen. Schulabgänger seien zunehmend schlechter ausgebildet, stellte er fest. Häufig fehle es an elementaren Kenntnissen. Dennoch ist Hundt überzeugt, „dass wir auf dem richtigen Weg sind. Bildung, Weiterbildung und Ausbildung haben eben eine lange Vorlaufzeit“.

MONIKA ETSPÜLER

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