Bildung

„Wichtig ist nur, dass wir die Besten haben“

VDI nachrichten, New York, 17. 12. 04 -In Mathematik rangieren die USA unter 29 Industrienationen nur auf Platz 23, doch die Reaktionen im Lande der Elite-Universitäten halten sich in Grenzen.

Bei der Pisa-Studie erzielten die USA in Mathematik nur magere 483 Punkte. Das ist unterhalb des deutschen Wertes von 503 Punkten. Schlechter als die weltweit größte Wirtschaftsmacht waren nur noch Länder wie Uruguay, Thailand, Mexiko, Indonesien und Tunesien. Das Klagen darüber aber hält sich in Grenzen, nur wenige Stimmen mahnen zur Vorsicht.
Der stellvertretende US-Bildungsminister Eugene Hickok sieht darin einen Weckruf: „Die gute Nachricht ist, dass wir jetzt wissen, wo die Probleme sind und dass wir uns der Herausforderung stellen können.“ Hickok führt das schlechte Abschneiden vor allem auf die Lehrkräfte zurück. Das aber hat das Ministerium selbst zu verantworten. Lehrkräfte an öffentlichen Schulen verdienen rund 30 000 bis 40 000 Dollar weniger als Kollegen in der Wirtschaft. Zudem sind die keine Beamten und haben keinen Kündigungsschutz.
Das alles ist der Öffentlichkeit hinreichend bekannt, und so nahmen die Amerikaner das Ergebnis gelassen hin. „Es kommt überhaupt nicht darauf an, einen guten Durchschnitt zu haben wichtig ist nur, dass wir die Besten haben“, sagt Paul Bidnock, Associate Professor am New York Institute of Technology, und spricht damit das aus, was viele Amerikaner denken. Sein Chef, Institutsdirektor Prof. Edward Guiliano, geht einen Schritt weiter: „Solange sich die weltweit besten Schulabgänger bei uns um einen Studienplatz bewerben, mache ich mir keine großen Sorgen.“ Folglich ist er mehr besorgt über die Verschärfung der Visa-Regelung als über das Studienergebnis.
Hintergrund für die gelassene Einstellung ist, dass das US-Bildungssystem ein Mehrklassensystem ist, das von allen akzeptiert wird, weil es dem Land seit Jahren die meisten Nobelpreisträger und Patente beschert hat. Selbst die betroffenen Schüler wissen um diese Struktur: „Entweder man ist saugut und bekommt ein Stipendium oder die Eltern müssen viel Geld haben, sonst landet man irgendwo in der unteren Mittelklasse“, sagt der 15-jährige Brian Peters aus Cincinnati, der an dem Test teilnahm und vor wenigen Jahren mit seinen Eltern eingewandert ist.
Das Pisa-Ergebnis bestätigt den Unterschied zwischen den sozialen Schichten. So hatten die Kinder von weißen Einheimischen die besten Ergebnisse, die Kinder von lateinamerikanischen Einwanderern schnitten am schlechtesten ab. „Die USA sind ein Einwanderungsland. Das drückt auf den Durchschnitt“, bestätigt Kristi Garrett von der kalifornischen Schulaufsichtsbehörde. Auch den Vergleich mit dem weitaus besseren Nachbarn lässt sie nicht gelten: „Kanadas Einwanderer kommen zum größten Teil aus Korea, Hongkong und Westeuropa – allesamt Länder, die führend sind. Das kann man nicht vergleichen mit unseren Einwanderern aus Mexiko, Jamaika, Kolumbien, Costa Rica oder Kuba.“
Außerdem wächst die Kritik an dem Test, weil er nicht der amerikanischen Norm eines Multiplechoiceverfahrens entspricht. „Man soll das Ergebnis nicht überbewerten. Vermutlich sind amerikanische Schüler viel intelligenter und können dieses Wissen nur nicht so anwenden, wie es der Test verlangt“, sagt Jack Jennings, Präsident des Center on Education Policy und Mitglied des nationalen Pisa-Komitees.
So war es für die Amerikaner bemerkenswerter, dass sie ihre Gelder im Bildungswesen nicht optimal einsetzen. Sie verwenden 7,3 % des Bruttosozialproduktes für die Schulausbildung. Damit liegen sie nur auf Platz 28. Aber auch dafür hat man bereits eine Erklärung: „Die Gesamtzahlen enthalten die Transportkosten für die Schüler und vielfach auch die Beköstigung – vor allem aber auch die immensen Etats der Privatschulen, das kann man länderübergreifend nicht vergleichen“, gibt Jim Buckheit vom Schulministerium in Pennsylvania zu bedenken.
Die Realität sollte indes zum genaueren Hinschauen ermuntern: Schon heute können US-Firmen die hohe Hightech-Nachfrage nicht mehr aus dem Reservoir des inländischen Arbeitskräftemarktes decken. Der Wirtschaftswissenschaftler Eric Hanushek von der Stanford University ist nicht bereit, die Sachlage zu beschönigen. Der Rückstand im internationalen Bildungsvergleich koste die US-Wirtschaft einen halben Punkt Wirtschaftswachstum. H. WEISS/ws

Von H. Weiss/Wolfgang Schmitz

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