Lebenslanges lernen

Weiterbildung in der Sackgasse  

Betriebliche Weiterbildung steht in schlechtem Ruf. Vier von fünf Führungskräften sind davon überzeugt, Trainingsmaßnahmen seien herausgeworfenes Geld. Personaler und Trainer sehen das berufsgemäß anders. Doch was soll der Geiz: Die Weiterbildungsbudgets 2009 sind längst verplant. VDI nachrichten, Düsseldorf, 16. 1. 09, ws

Wer freut sich nicht, ein paar Tage lang vom Schreibtisch fortzukommen und in einem hübsch gelegenen Seminarhotel „Was-wäre-wenn“-Szenarien entwerfen zu dürfen. Etwa so: Welche Leistungsreserven könnten wir freisetzen, stritten wir uns nicht ständig um Ressourcen, Termine und die alles überschattende Frage, wer was darf? Was wären wir für ein toller Haufen, würden wir unsere Kreativität und Kompetenz dort einsetzen, wo sie tatsächlich vonnöten sind? Anerkennung gibt es obendrein. „Das ist wirklich gut“, lobt der Trainer. „Notieren Sie diesen Gedanken unbedingt auf einer Metaplankarte.“

Workshops und Seminare pusten das Gehirn durch und machen Spaß. Im Durchschnitt geben deutsche Betriebe rund 1000 € pro Kopf und Jahr für die Qualifizierung ihrer Belegschaften aus. Rund 27 Mrd. € spendierten sie für die betriebliche Qualifizierung ihrer Belegschaften ein Großteil davon floss in die für erforderlich gehaltene Aufbesserung der Softskills.

Doch die Mehrzahl der verhaltensbezogenen Weiterbildungsmaßnahmen bringt nichts außer Kosten. Das belegte jüngst eine Umfrage der Unternehmensberatung German Consulting Group unter 325 Führungskräften. Obwohl rund 80 % der befragten Manager ihre Mitarbeiter regelmäßig zur Fortbildung schicken, registrieren vier von fünf Vorgesetzten nach Abschluss der Softskills-Trainings weder eine Weiterentwicklung bei den Teilnehmern noch einen Mehrwert für das Unternehmen. „Das ist wirklich oft so“, bestätigt der Frankfurter Personalberater Ilker Özsoy. Daran trügen die Vorgesetzten allerdings eine Mitschuld. „In vielen Betrieben macht man sich zu wenig Gedanken, welche Qualifizierungsthemen an die Mitarbeiter adressiert werden müssen.“

Aber warum machen die Führungskräfte mit, wenn sie doch mehrheitlich am Erfolg der Maßnahmen zweifeln? Sehr einfach: Weil die Gelder dafür reserviert sind und weil die Personalabteilung ständig mit dem Thema Mitarbeiterqualifizierung nervt. „Eigentlich glauben die meisten von vornherein nicht an die Sinnhaftigkeit der meisten Weiterbildungsmaßnahmen“, interpretiert Boris Liffers, Geschäftsführer der German Consulting Group, die Befragungsergebnisse. „Sie wollen allerdings auch nicht ihre laufenden Budgets verlieren oder bei den Personalabteilungen und Betriebsräten als nicht kooperativ gelten.“

Gestützt wird diese Annahme durch ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Etats für betriebliche Weiterbildung atmen mit dem konjunkturellen Auf und Ab. Bei ansteigender Konjunktur nimmt die Anzahl der Entsendungen zu, in wirtschaftlich schlechten Zeiten wird daran mit als Erstes gespart. Die Wertschätzung der Trainingsmaßnahmen korreliert offenbar stärker mit dem Kassenstand der Unternehmen als mit dem tatsächlichen Bedarf an Weiterbildung.

Wie man positive Rückmeldungen herbeiführt, ist das erste, was Trainer lernen“

Die Folge sind mehr oder minder beliebige Verordnungen von Seminaren, Kursen und Workshops. „Häufig wird mit Schrot auf Spatzen geschossen“, sagt Özsoy. Seine Begründung: „Die Personaler sind vom Tagesgeschäft zu weit weg, und die Vorgesetzten tendieren dazu, sich mit Weiterbildungsthemen ungern beschäftigen zu wollen. Das überlassen die lieber den HR-Bereichen. Die wiederum sind bei ihren Planungen auf den Input der Führungskräfte angewiesen. An diesem Teufelskreis verdienen die Weiterbilder prächtig.“

Trainer und Seminarveranstalter begründen ihre Existenz mit dem Grundsatz, dass fast jeder zu jeder Zeit alles lernen kann. Neue Studien belegen allerdings, dass die Teilnehmer nach 24 Stunden bereits 80 % des gelernten Stoffes vergessen haben. Trotzdem erhalten die meisten Trainer gute bis sehr gute Noten für ihre Seminare von den teilnehmenden Mitarbeitern. Boris Liffers von der German Consulting Group: „Ich habe in meiner Anfangszeit als Berater selbst eine Vielzahl von Trainings durchgeführt. Wie man positive Rückmeldungen zum Seminar herbeiführt, ist das erste, was man als Trainer lernt.“

Die Beraterstudie wirft allerdings auch ein schlechtes Licht auf die Vorgesetzten. Denn nur 5 % aller Führungskräfte kümmern sich aktiv um die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, und nur ein Drittel bemüht sich um eine aktive Nachkontrolle des Gelernten in Form von Rückmeldegesprächen. Der Grund: Zeitmangel – und die sich damit selbst erfüllende Prophezeiung, dass Softskills nicht über Trainings vermittelbar seien. CHRISTINE DEMMER

Von Christine Demmer
Von Christine Demmer

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