Trend

Weiterbildung wird in der Krise gekürzt  

VDI nachrichten – Die Wirtschaftskrise macht sich auch in der Weiterbildungslandschaft bemerkbar. Während Siemens davon ausgeht, dass auch im laufenden Geschäftsjahr 280 Mio. €, also so viel wie im Vorjahr, in die Weiterbildung der Mitarbeiter fließen, rechnen die Weiterbildungsanbieter damit, dass die Mitarbeiter in Zukunft eher selbst in die Tasche greifen müssen.

„Ein Freisemester für Manager“, mit dieser Botschaft warb dereinst die Kaderschmiede der Chefs. Für ganze zehn Wochen gingen die Manager zum Lernen in Klausur, ihre Agenda lautete: Führungswissen büffeln in einer Veranstaltung mit dem Titel „General Management Seminar“. Das Schloss Gracht in Erftstadt war für diesen Zweck ideal geeignet – ein Wassergraben rund um die Tagungsstätte und dicke Mauern stellten Distanz zum Büro-Alltag sicher.

Das Format hat sich seit der Gründerzeit in den 70er-Jahren stark verändert

Nächstes Jahr wird dieser Lehrgang, den das Universitätsseminar der Wirtschaft (USW) anbietet, zum 50. Mal durchgeführt. Aber das Format hat sich seit der Gründerzeit in den 70er-Jahren stark verändert: Über die Jahre wurde das Seminar auf 30 % seines ursprünglichen Umfangs eingedampft. Wenn sich am 22. August 2010 die schwere Holztür von Schloss Gracht wieder hinter der Seminargruppe schließt, werden die 30 Manager schon eine Woche später wieder an ihrem Schreibtisch sitzen. Das USW hat das Gesamtpensum des General Management Seminares auf drei Blocks zu je einer Woche aufgeteilt.

Dieser Schritt reflektiert allgemeine Entwicklung: Kürzer, schneller, effizienter – dieser Forderung muss sich auch die Weiterbildung stellen. „Immer mehr in immer kürzerer Zeit erreichen“, beschreibt Harry Holzheu, Kommunikationstrainer in Zürich, den großen Trend. Der Leistungsdruck, dem sich die Führungskräfte stellen müssen, hat längt auch das Lernen erreicht. „Aus dem Dreitagesseminar wird ein halber Tag“, beschreibt Holzheu anhand eines Beispiels seine Erfahrung. Wenn schon gelernt werden soll, muss es eben schnell gehen, für Zehn-Wochen-Kurse hat heute keiner mehr Zeit.

„Die Firmen stellen ihre Mitarbeiter nicht mehr so lange frei wie früher“, stellt Olaf Plötner fest, der die Executive Education Programme an der European School of Management and Technology (ESMT) koordiniert, der Mutter des USW. Das längste, das das USW den Teilnehmern seiner 13 Programme zumutet, ist eine Woche Abwesenheit vom Büro. Die meisten Seminare aber dauern nur drei oder vier Tage.

Auch andere Bedingungen haben sich unter dem Druck der Rezession geändert: Lernen im Fünf-Sterne-Hotel ist nicht mehr länger das Zückerchen, das ein verdienter Manager als Belohnung von seiner Firma bekommt. „Unternehmen nehmen Abschied von der incentive-orientierten Personalentwicklung“, so die Einschätzung von Annette Gebauer, Inhaberin der Beratung für Corporate Learning. Wenn schon die Arbeit unterbrochen wird, soll mehr dabei herauskommen als ein paar Tage intellektueller Anregungen.

Lernen im Fünf-Sterne-Hotel ist nicht mehr länger das Zückerchen für Manager

Deshalb buchen viele Unternehmen heute gezielt solche Seminare, die genau auf die Bedürfnisse ihrer Organisation zugeschnitten sind. Der neue Stoff soll gleich auf die Praxis in der Firma angewendet werden. „Das klappt erfahrungsgemäß besser, wenn alle Teilnehmer aus demselben Unternehmen kommen“, sagt Lern-Expertin Gebauer.

Diesen Trend hin zu Firmenseminaren bestätigt auch eine Untersuchung. „Unternehmen investieren in der Krise verstärkt in interne Weiterbildung“, fasst Carsten R. Löwe, Geschäftsführer des Branchenverbandes Wuppertaler Kreis, die Ergebnisse seiner Studie „Trends in der Weiterbildung“ zusammen. Schon in den vergangenen Jahren sei dagegen der Anteil der offenen, für jedermann frei buchbaren Seminare, am Gesamtmarkt stetig zurückgegangen.

Ebenfalls ein Symptom der Krise ist die Umverteilung der Kosten: Wenn Unternehmen jeden Cent zweimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben, werden auch Weiterbildungen nicht mehr so großzügig unterstützt wie früher. „Der Mitarbeiter zahlt selbst, was ihm nützt“, so lautet häufig die Devise. In Zahlen heißt das: 61 % der Seminaranbieter sagen, dass Mitarbeiter ihre Kurse in Zukunft aus eigener Tasche bezahlen müssen. Fast die Hälfte der Veranstalter rechnet damit, dass weniger Unternehmen als früher die Kosten vollständig tragen werden.

Auch unbezahlte Zeit müssen Mitarbeiter in Zukunft beisteuern. „Lernen gehört in die Freizeit“, so lautet die neue Denkweise in vielen Unternehmen: Dass an den Feierabenden und an den Wochenenden mehr gebüffelt wird als früher, erwarten vier von fünf Weiterbildungs-Anbietern. Unterstützt wird diese Vorgehensweise durch Lernformate außerhalb des Klassenraums. Lernen am PC, mit Büchern und Fernkursmaterial befindet sich im Aufwind. 58 % der Mitglieder des Wuppertaler Kreises erwarten, dass es in Zukunft mehr Selbstlernen geben wird, weil das die Abwesenheiten im Büro verkürzt.

Vier von fünf Anbietern erwarten, dass an Wochenenden mehr gebüffelt wird als früher

Auch Jack Welch ist auf diesen Trend aufgesprungen. Der 73-Jährige, der viele Jahre den Siemens-Konkurrenten General Electric (GE) führte, setzt heute auf Online-Lernen. Vor einigen Monaten investierte er 2 Mio. Dollar aus seinem Privatvermögen in die Chancellor University. Dieses Institut mit Sitz in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio war einst eine ganz normale Universität. In Zukunft aber soll die Bildungseinrichtung nahezu ausschließlich Online-Kurse für Studenten und Berufstätige anbieten.

 

Von Axel Gloger / cha

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