Bildung

Weiterbildung als große und oft letzte Chance  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 17. 10. 08, ws – Langzeitarbeitslose Ingenieure machen sich in 13-monatigen Studienergänzungen fit für den Arbeitsmarkt. Deutsche und Zuwanderer studieren gemeinsam. Die Otto-Benecke-Stiftung bietet die Aqua-Studiengänge an.

15 Teilnehmer, der jüngste 28 Jahre alt, der älteste 53, hatten sich eingeschrieben. Sie brachten Abschlüsse in Elektro- und Nachrichtentechnik, Maschinenbau, Physik oder Chemie mit, die in Deutschland, in der ehemaligen Sowjetunion, in Chile, Iran oder Albanien erworben waren. „Die Vorkenntnisse waren sehr unterschiedlich“, so Antoni Picard vom Fachbereich Mikrosystemtechnik, und zwar bei Sprach- wie auch bei Fachkenntnissen.

Die Einheimischen seien mit den Anforderungen und Erwartungen des deutschen Hochschulsystems vertraut und hätten gute fachliche Grundlagen. Bei einigen Zugewanderten gebe es zunächst erhebliche Defizite beim ingenieurtechnischen Grundwissen und den PC-Kenntnissen. „Es war eine besondere Herausforderung, hier in kurzer Zeit Grundlagen aufzubauen, auf die die Studienergänzung Mikrosystemtechnik aufsetzen konnte. Wir haben das durch verschiedene, auf das jeweilige Profil zugeschnittene Förderkurse so weit wie möglich erreicht.“ Der Unterricht in dieser so inhomogenen Klasse sei somit aufwändiger als sonst an der Hochschule.

Allerdings seien die Teilnehmer allesamt hoch motiviert, lobt der Professor: „Sie hatten in den zehn Monaten an der FH einen sehr anstrengenden Tagesablauf. Ich möchte behaupten, dass die individuelle Belastung deutlich höher war, als bei den regulär Studierenden.“ Alle hätten diese Weiterbildung als große Chance begriffen und bewiesen, dass auch Langzeitarbeitslose belastbar, anpassungs- und lernfähig seien.

Auch der gemeinsame Unterricht von Deutschen und Zuwanderern hat sich bewährt. Für Evis Luga war es die erste Gelegenheit, mit Einheimischen zusammenzukommen. „Mein Deutsch hat sich sehr gebessert.“

„Hut ab!“, sagt Andreas Schuh über seine nicht-deutschen Kollegen. „Wenn ich mir vorstelle, dass ich dieses Studium etwa in der Ukraine machen müsste¿“ Es seien Menschen mit interessanten Biographien dabei gewesen. Auch habe man sich gegenseitig geholfen, etwa Arbeiten und Bewerbungsunterlagen auf Sprachfehler gecheckt.

Die spezielle Kombination aus Maschinenbau und Mikrosystemtechnik sei in seinem Fall bei der Praktikumssuche sehr von Vorteil gewesen, meint Schuh. Zurzeit ist er mit dem Testen von Bewegungssensoren bei der Sensitec GmbH beschäftigt und hat dafür einen Prüfadapter konstruiert. Einige Einladungen zu Vorstellungsgesprächen liegen vor. „Diese Studienergänzung war das Beste, was mir passieren konnte“, ist er nun überzeugt.

„Im Vergleich zu den sonstigen Hochschulabsolventen hat unser Praktikant keine Wissensdefizite“, sagt sein Betreuer, Jan Marien. Positiv hätten ihn die Kommunikationsfähigkeiten von Andreas Schuh beeindruckt: Er sei im Umgang mit den Kollegen professionell, seine Angaben präzise.

Auf Anfragen zum Praktikum reichten die Arbeitgeberreaktionen von wohlwollender Unterstützung bis totaler Ablehnung, so Antoni Picard. Bei „langzeitarbeitslosen Akademikern“ sei man generell vorsichtig, kämen noch „älter“, „Migrationshintergrund“ und „Sprachdefizite“ hinzu, verschärfe sich die Situation. „Es gab Firmen, die einerseits über mangelnden Nachwuchs klagen, andererseits die Teilnehmer der Studienergänzung von vornherein ablehnten, ohne ein einziges Profil zu kennen.“ Dabei gäbe es unter ihnen einige echte Perlen mit hohem Potenzial.

Es gab aber auch Fälle, in denen Leute vom Fleck weg engagiert wurden. Sogar solche, „die wir als schwer vermittelbar eingestuft hatten, weil sie so lange raus aus dem Berufsleben waren“, sagt die Leiterin des OBS-Akademikerprogramms, Dagmar Maur. Von den Pionieren aus dem Jahr 2006 fanden 50 % bis 60 % innerhalb von sechs Monaten einen Job. 2009 soll das Aqua-Programm ausgebaut werden.

MATILDA JORDANOVA-DUDA

Von Matilda Jordanova-Duda
Von Matilda Jordanova-Duda

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