Bildung

Unterstützung ist die Chance zum Studium

Vor 30 Jahren verabschiedet, sollte das Bundesausbildungs- förderungsgesetz vor allem den Akademiker-Nachwuchs sichern. Bafög-Leistungen wurden als Stipendium gewährt. Heute handelt es sich um ein Darlehen.

Am 26. August 1971 verabschiedete der Deutsche Bundestag das „Bundesausbildungsförderungsgesetz“, besser bekannt unter seinem Kurznamen Bafög. Studieren für alle, die es wollen, auch bei magerem Einkommen der Eltern, war der Anspruch der sozial-liberalen Koalition, die seit 1969 die Regierungsgeschäfte führte. Das Vorhaben stand nicht nur im Geiste des sozialen Ausgleichs. Hintergrund war, dass in den 50er Jahren in der Bundesrepublik ganze 5 % der Jugendlichen eines Jahrgangs studierten. Nicht genug für den industriellen Aufschwung der 60er Jahre, das Wort von der „Bildungskatastrophe“ machte die Runde.

Abhilfe sollte also das Bafög schaffen, dessen Grundsatz lautete: „Die Ausbildungsförderung sollte in einer Höhe geleistet werden, dass der Lebensunterhalt und die individuellen Ausbildungskosten während der Ausbildungszeit angemessen gedeckt sind.“ Die Förderung begann für die höhere Schulbildung bis zum Abitur, so dass auch begabte Kinder aus Arbeiterfamilien mit geringem Einkommen nun bis zur 13. Klasse gehen konnten.

Ein Meilenstein, meint Dieter Schäferbarthold, der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes (DSW): „Die Väter dieses Gesetzes haben das Bafög als reines Stipendium eingerichtet, kein Student musste etwas zurückzahlen. Das war damals die Aufbruchstimmung.“ Auch die heutige Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) bekennt, dass sie ohne Bafög nicht hätte studieren können. Nicht zuletzt dank der Ausbildungsförderung stieg die Zahl der Studenten rasant an, allein von 1971 bis 1974 um 130 000. Neue Universitäten und Studiengänge entstanden, doch die Aufbruchstimmung wurde bald durch Sparmaßnahmen abgewürgt. Die Bildungsausgaben bei Bund und Ländern stiegen nämlich. Einmal durch das Bafög, zum anderen brauchten die Hochschulen mehr Geld, um die wachsende Zahl von Immatrikulierten auszubilden.

Zudem hatte sich die Stimmung gewandelt. Gerade unter den besserverdienenden Familien betrachtete man die Aufsteiger mit Unmut. Bis dahin hatten sie die höhere Bildung und die daraus resultierenden Berufe und Stellen für ihre Kinder faktisch gepachtet und reagierten unmutig über die Konkurrenz der Lehrer oder Anwälte aus unteren Schichten. Und schließlich gab es die ersten arbeitslosen Akademiker. Als 1982 die sozial-liberale Koalition scheiterte, war das Bafög eins der ersten Gesetze, das geändert wurde. Dieter Schäferbarthold erinnert sich: „Von nun an gab es Bafög als Volldarlehen, was eine Verschuldung von 50 000 DM bis 60 000 DM bedeutete.“ Eine effektive Abschreckung für Kinder aus einfachen Verhältnissen.

Erst 1990 wurde gegengesteuert und das Bafög-Geld wenigstens zu 50 % wieder als Stipendium gezahlt. Nur die Hälfte war noch Darlehen. Bald wurde das Budget der Ausbildungsförderung allerdings zum beliebten Sparobjekt. Selbst die Kindergelderhöhungen wurden angerechnet und führten dazu, dass die Studenten immer weniger Bafög erhielten. Nicht genutzte Mittel dieses Etats und die Rückzahlungen der Ex-Studenten – 1999 allein über 1 Mrd. DM – flossen nicht wieder dem Bafög zu, sondern verschwanden namenlos im Allgemeinhaushalt.

Der DSW-Generalsekretär konstatiert: „Wir haben 1999 im Vergleich zu Anfang der 90er Jahre fast nur noch die Hälfte des Budgets gehabt. Hier gab es offensichtlich eine total falsche Prioritätensetzung.“ Insofern begrüßt er die Entscheidung der rot-grünen Regierung, 1,3 Mrd. DM zusätzlich in den Bafög-Etat zu stecken. Allerdings mit der Einschränkung, dass damit erst wieder der Stand Mitte der 90er Jahre erreicht ist. Hilfreich sei, dass die Verschuldung für den einzelnen Studenten auf maximal 20 000 DM begrenzt wurde, so dass das Risiko überschaubar bleibe. Auch die Möglichkeit, Bafög für Auslandsstudien zu erhalten, und die Erhöhung der Elternfreibeträge seien dringend nötig gewesen. Mit 60 000 Studenten mehr rechnet die Bundesregierung aufgrund ihrer Maßnahmen.

Wenn die Finanzierung gesichert ist, glaubt der DSW-Generalsekretär, wäre die Chance sehr groß, gerade in den technischen Bereichen eine erhebliche Offensive zu starten und mehr Studenten an die Fachschulen und Universitäten zu ziehen. Erfahrungsgemäß wählen gerade Kinder aus den unteren Einkommensschichten technische und naturwissenschaftliche Fächer. Auch die Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerkes belegen, dass nach wie vor viel weniger Schulabgänger mit Abitur aus Familien mit geringen Einkommen studieren, zumal, wenn die Eltern selbst keinen höheren Abschluss haben. Der freie Zugang zum Studium für alle Lernwilligen bleibt, trotz Bafög, noch unerreicht. S. HARMSEN

Stellenangebote im Bereich Hardwarenahe Programmierung

Diehl Defence GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Diehl Defence GmbH & Co. KG Verfahrensingenieur (m/w/d) für flexible robotergestützte Automatisierung Nonnweiler
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG Q-Planer (m/w/d) Software-Assessment Zuffenhausen
info-tech solutions GmbH & CO KG-Firmenlogo
info-tech solutions GmbH & CO KG Entwicklungsingenieur (w/m/d) Informatik / Elektrotechnik / Elektronik Feldberg / Schwarzwald
Güntner GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Güntner GmbH & Co. KG Elektroingenieur / SPS-Programmierer (m/w/d) Fürstenfeldbruck
Collins Aerospace - HS Elektronik Systeme GmbH-Firmenlogo
Collins Aerospace - HS Elektronik Systeme GmbH Software-Entwicklungsingenieur TU/FH (m/w/d) Nördlingen
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS-Firmenlogo
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS Laboringenieurin / Laboringenieur – Betreuung der Soundlabore und Forschungsfahrzeuge Erlangen
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS-Firmenlogo
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS Laboringenieur (m/w/d) Betreuung der Soundlabore und Forschungsfahrzeuge Erlangen
odelo GmbH-Firmenlogo
odelo GmbH Projektleiter (m/w/d) in der Elektronikentwicklung im Bereich Automotive Stuttgart
Carl Zeiss AG-Firmenlogo
Carl Zeiss AG Elektroingenieur (m/w/x) I Ingenieurwesen Oberkochen
ENERCON-Firmenlogo
ENERCON Ingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Bremen

Alle Hardwarenahe Programmierung Jobs

Top 5 Weiterbildung