Bildung

Technologie gemeistert – bleibt die Frage nach den Lerninhalten

An der Zusammenarbeit derjenigen, die Wissen bereitstellen, mit denjenigen, die es vermitteln, hapert es noch.

Der Trend spricht Bände. Und wie so oft gibt der große Bruder aus Übersee die Schlagzahl vor. Nach einer amerikanischen Prognose wird sich der Anteil des E-Learnings an den gesamten Weiterbildungsaktivitäten von US-Unternehmen von 23 % im Jahre 1998 auf 65 % im Jahre 2004 erhöhen.
In Deutschland bahnt sich eine ähnliche Entwicklung an. Das klassische Präsenztraining verliert Anhänger die computergestützte Wissensvermittlung, deren unmittelbare und flexible Versorgung den Mitarbeiter zum arbeitsbegleitenden Lernen verhilft, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Inzwischen schätzen Unternehmen und Verbände den Anteil des netzbasierten Lernens an der betrieblichen Fortbildung auf rund 20 %. Lernen „just in time“ und „on demand“ ist bei der Qualifizierung der Mitarbeiter zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor geworden. Wobei sich die Unternehmen natürlich auch finanzielle Entlastung gegenüber teuren Seminaren und Workshops erhoffen. Beste Aussichten also für Online-Dienstleister beruflicher Weiterbildung.
Gute Zeiten demzufolge auch für die Learntec 2001, die in Karlsruhe Fachmesse und Fachkongress für Bildungs- und Informationstechnologie vereint. Hatte das internationale Treffen bereits im letzten Jahr, bei seiner neunten Auflage, mit etwa 6000 Besuchern seine Vorjahreszahl verdoppelt, mussten die Organisatoren das Flächenangebot nun um 50 % erweitern.
Die technologischen Herausforderungen sind weitestgehend gemeistert und stellen nicht das Hauptproblem von E-Learning dar, wurde in den Kongresstagen deutlich. „Unsere zentrale Frage muss lauten: Wie sollen die Lerninhalte aussehen?“, erklärte Stefan Blaschke von der SAP Corporate University. Im Brennpunkt stand daher die Kooperation zwischen denen, die das Wissen bereit stellen, und denen, die es vermitteln. Hochschule und Wirtschaft tun sich bei der Zusammenarbeit noch schwer, wollen aber Wege finden, ihre Kompetenzen gewinnbringend zu koordinieren. Schließlich „können beide Bereiche auf gleichartige Herausforderungen verweisen“, meint Learntec-Initiator Prof. Dr. Uwe Beck von der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe. „Beide stehen vor globalen Konkurrenzsituationen, ähnliche Lernkonzepte werden eingesetzt, Inhalte und Kurse sind zu einem Teil sowohl in Hochschule als auch Wirtschaft einsetz- und austauschbar.“
In der Vergangenheit sei der Fehler gemacht worden, zu sehr die technologischen Entwicklungen auf ihre Machbarkeit zu hinterfragen, und zu wenig auf den Menschen zu achten, bekennt Jürgen Guttmann von Siemens. „Wir müssen künftig mehr über Inhalte reden. Es gilt die Frage zu beantworten, wie wir die vielen guten Lernplattformen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind, sinnvoll nutzen können.“ Dazu gehöre die schnelle Integration von Forschungserkenntnissen in Lernmodule. Inhalte müssten darüber hinaus leicht zugänglich, austauschbar und wiederverwendbar sein. Guttmann: „Beide Seiten, Hochschulen und Anbieter von E-Learn-Programmen, sollten sich auf das besinnen, was jeder am besten kann: Professoren stellen Wissen bereit, Unternehmen verbreiten es über das Netz.“
Allein mit dem vernetzten Lernen sei es aber nicht getan. Die Präsenzveranstaltung habe weiter ihren festen Platz in der Weiterbildung. „Die Anforderungen von Seiten der Unternehmen an die Trainer werden weiter steigen“, sagt Uwe Beck voraus. „Ein guter Trainer muss in Zukunft aber auch medienkompetent sein.“
Die Erwartungen ans E-Learning oder an den Ausbau der sogenannten „Corporate University“, firmeninterner Lernprogramme, sind hoch. Noch stellt sich die Frage, wie lange nur für große Unternehmen das webbasierte Training wirtschaftlich erschwinglich und rentabel bleibt. Langfristig soll auch der Mittelstand in großer Breite lernvernetzt sein. Ob die Messe Learntec dann allerdings wegen großer Nachfrage weitere Ausstellungsflächen benötigen wird, ist zu bezweifeln. Schließlich wird auch in dieser Branche der Markt brutal sondieren. WOLFGANG SCHMITZ

Von Wolfgang Schmitz
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