Bildung

Statt Jugendkult Bekenntnis zur Weiterbildung  

VDI nachrichten, Bonn, 10. 8. 07, ws – Das Schreiben von Bewerbungen soll sich für ältere Arbeitslose wieder lohnen. Voraussetzung aber ist, dass Ingenieure sich auf den neuesten technischen Stand bringen. Die Otto Benecke Stiftung will sie mit einer großen Weiterbildungsoffensive an den Weiterbildungsmarkt heranführen. Die Unternehmen jedoch müssen mitziehen – wie etwa die Redi-Group.

Ab September/Oktober will die Otto Benecke Stiftung, benannt nach dem Gründer der offiziellen deutschen Studentenschaften, arbeitslose Akademiker in 13-monatigen Kursen an Hochschulen auch für den inländischen Arbeitsmarkt wieder fit machen. Interessenten sollten sich alsbald bei der Stiftung für die gebührenfreien Kurse bewerben. Arbeitslosengeld oder Hartz IV werden während der Wissensauffrischung fortgezahlt.

Bauingenieure können ihr Wissen an der Universität Weimar aktualisieren, Maschinenbauer an der Hochschule Magdeburg. Die Universität und Fachhochschule Jena bieten Fortbildungen in optischen Technologien. Regenerative Energietechnik steht an der FH Trier auf dem Programm, Mikrosystemtechnik an der FH Kaiserslautern.

Verheißungsvoller als das Abschlusszertifikat ist womöglich das integrierte Betriebspraktikum von mindestens drei Monaten, oft bei Kooperationspartnern der Hochschulen. Seit zwei Jahrzehnten hat die Otto Benecke Stiftung speziell Erfahrung mit der Nachqualifizierung von Spätaussiedlern – und dabei eine Vermittlungsquote zwischen 70 % und 90 % erzielt.

Die Fitnesskur muss nicht zwangsläufig ein ganzes Jahr dauern. Ein laufendes Projekt der Fachhochschule Gießen-Friedberg, der örtlichen Arbeitsagentur und des VDI-Bezirks Mittelhessen umfasst jeweils ein Semester.

Nach individuellen Beratungsgesprächen mit Hochschullehrern nehmen die Kandidaten an normalen Lehrveranstaltungen teil. Der VDI-Bezirksvorsitzende und FH-Professor Eckhardt Wiederuh gibt ein Beispiel: „Wer zehn Jahre in einer leitenden Position war, hat sich als Führungskraft nicht mit CAD beschäftigt wenn er dann seinen Arbeitsplatz verliert, muss er erst Anschluss an die aktuelle technische Entwicklung finden, sprich: an dreidimensionales CAD.“

Von 26 Teilnehmern im Sommersemester hatten 21 anschließend einen Arbeitsplatz, die Maschinenbauer sogar ausnahmslos unbefristete Stellen. „Mögliche Arbeitgeber wollen die persönliche Initiative sehen und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen“, erklärt Wiederuh. „Wer aber länger als zwei Jahre nur Bewerbungen geschrieben hat, für den sieht es auch subjektiv eher traurig aus.“

Ähnliche Akademikerprogramme bieten viele lokale Arbeitsagenturen, die in Bonn etwa unter dem Titel „Fit for Business pro50“, also ab dem kritischen Alter. Die Vermittlungsquote liege bei 50 %, betont Arbeitsberater Bernhard Switaiski.

Für den bemerkenswerten Erfolg benennt Switaiski zwei Ursachen: Die homogene Altersgruppe der „Schüler“ und das „richtige“, nämlich höhere Alter der Dozenten. „Sich mit 50 von einem 25-Jährigen belehren zu lassen, fällt schwer, ist eine Hürde. Einer meiner besten Dozenten ist übrigens 70.“

Da der akademische Nachwuchs allein schon den Ersatzbedarf für in Pension gehende Ingenieure nicht decken kann, bereuen viele Unternehmen inzwischen die zeitweilig geförderten Vorruhestandsregelungen.

„Wir beobachten ein Umdenken in den Vorstandsetagen“, bemerkt VDI-Experte Taubitz. Das zeigte sich jüngst etwa bei einem VDI-Workshop unter dem programmatischen Titel „Potenziale älterer Ingenieure nutzen“.

Leuchtendes Beispiel dafür ist die Redi-Group, ein Dienstleister für die Autoindustrie. Drei Viertel der Ingenieure im Unternehmen sind älter als 45 Jahre. Der Gründer und Geschäftsführer Dieter Reitmeyer will bis 2010 über Trainee-Programme über 4000 Ingenieure wieder ins Tagesgeschäft bringen, im eigenen Haus und bei Partnerfirmen. Reitmeyer: „Ältere vorsätzlich auszuschließen, ist betriebswirtschaftlich blind und volkswirtschaftlich Vergeudung.“ HERMANN HORSTKOTTE

Von Hermann Horstkotte
Von Hermann Horstkotte

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