Bildung

Spitzenleistungen nicht nur im Sport, auch in der Bildung fordern

Mehr Technik und Wirtschaft in die Schulen, bessere Verzahnung der Hochschul- ausbildung mit der Praxis, Akzeptanz für Eliten und lebenslange Bereitschaft zur Weiterbildung fordert Helmut Becks, Arbeitsdirektor der BASF, in seinem folgenden Beitrag.

Das Thema Wirtschaft und Bildung ist zwar nicht neu, war aber nie aktueller als zurzeit, weil wir in Deutschland seit langem über Bildungspolitik reden, aber bislang meines Erachtens nicht konsequent genug gehandelt haben.Und wir müssen auf allen Feldern unseres deutschen Bildungswesens etwas tun: in Schule, Hochschule und Fachhochschule, in beruflicher Bildung und Weiterbildung.
Die Schule sozusagen als Nukleus des Ganzen. Hier führt der Bildungsweg in aller Regel zwar zu einem Abschluss, aber er ist damit nicht beendet. Ob nun Facharbeiter oder Akademiker: Für beide ergibt sich im weiteren Verlauf ihres Berufslebens die Notwendigkeit zum lebenslangen Lernen.
Als Vertreter eines naturwissenschaftlich und technisch geprägten Unternehmens plädiere ich ganz nachdrücklich dafür, Technik, Naturwissenschaft und Wirtschaft wieder verstärkt in die Lehrpläne unserer Schulen aufzunehmen – und zwar durchgängig. So hat mich gefreut, dass die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die baden-württembergische Ministerin Schavan, vor einigen Wochen geäußert hat, sie wolle sich für mehr Mathematik, Naturwissenschaft und Technik an unseren Schulen einsetzen.
Ich zitiere: „Wir können uns nicht damit abfinden, dass in Deutschland nur noch 10 % der Gymnasiasten einen Leistungskurs in den Naturwissenschaften wählen.“ Ende des Zitats und meinerseits die Hoffnung, dass nun auch wirklich etwas passiert. Die Zahl der Studienanfänger bei den Ingenieuren hat sich zwischen 1990 und 1998 fast halbiert, bei Mathematikern und Naturwissenschaftlern im gleichen Zeitraum um etwa ein Viertel abgenommen.
Nun zu den Hochschulen und Fachhochschulen. Quantitativ treffen wir in Deutschland auf eine üppige Hochschul-Landschaft. Doch können wir auch in Sachen Qualität die Note „gut“ vergeben? Ich denke, wir müssen hier besser werden.
Meine Position ist, Abschaffung der ZVS, die ein planwirtschaftliches Element ist. Stattdessen sollten die Hochschulen selbst über die Aufnahme der Studierenden entscheiden. Hier sind Autonomie und Verantwortung der Hochschule ebenso gefordert wie bei der Entwicklung des eigenen Profils.
Wir müssen den Wettbewerb zwischen den Hochschulen fördern und „Centers of Excellence“ etablieren. Zudem brauchen wir mehr Internationalität an unseren Hochschulen, zumindest dergestalt, dass Vorlesungen auch in englischer Sprache abgehalten werden.
Und schließlich ist eine bessere Verzahnung mit dem Beschäftigungssystem erforderlich. Unsere Hochschulen und Fachhochschulen bereiten junge Menschen vor allem auf die Arbeitswelt vor. Doch aus Sicht der Wirtschaft geschieht dies nicht umfassend genug. Dass die Vermittlung von Fachwissen auf gutem Niveau stattfindet, ist selbstverständlich. Doch die Arbeitswelt verlangt nicht nur gutes Fachwissen, sondern auch Fähigkeiten auf anderen Gebieten.
Deshalb müssen die Hochschulen fachübergreifende Grundlagen vermitteln, zum Beispiel: Projektmanagement, Teamorientierung, Kompetenz zur Problemlösung, Marktorientierung, Führungsfähigkeit und soziale Kompetenz.
Was den von mir skizzierten Handlungsbedarf und die daraus abgeleiteten Maßnahmen angeht, so wird das nicht kritiklos akzeptiert. Der Wirtschaft wird manchmal vorgeworfen, sie wolle Hochschulabsolventen, die dem bildlichen Typus einer Eier legenden Wollmilchsau entsprechen. Zugegeben: Die Ansprüche sind hoch, aber sie sind nicht überzogen und zudem unabdingbar für die Arbeitswelt von heute und morgen.
Lassen Sie mich zu Schule und Hochschule noch drei Forderungen präsentieren, die für beide Bildungseinrichtungen gleichermaßen gelten.
Zum einen will mir nicht einleuchten, warum wir in Deutschland uns so schwer tun mit dem Begriff „Elite“. Kein Land kommt ohne Elite aus. Können wir es uns leisten, Spitzenleistungen nicht abzufordern? Was für den Sport gilt, sollte auch hier gelten.
Zum anderen ist es meines Erachtens höchste Zeit, eine leistungsorientierte Vergütung der Lehrer an Schulen und Hochschulen einzuführen.
Und schließlich halte ich die Ausbildungszeiten in Deutschland für zu lang. Das gilt für Schule und Hochschule, aber punktuell auch für die berufliche Bildung.
Und damit bin ich bei meinem dritten Feld, das ich beleuchten möchte.
Die meisten jungen Menschen treten nach dem Schulbesuch in eine Berufsausbildung ein. Wir in Deutschland sind – und das mit Recht – stolz auf unser Duales System. Aber auch innerhalb dieses Dualen Systems ist einiges zu verbessern.
So sind unsere Ausbildungswege nicht immer anforderungsgerecht mit Blick auf eine gezielte Vorbereitung für die Arbeitswelt von morgen. Wir müssen stärker differenzieren und flexible Strukturen schaffen. Das heißt: Ausbildungsberufe sind permanent zu überprüfen und in Konsequenz zu aktualisieren, denn wir müssen sie fortlaufend an die Erfordernisse der sich ändernden Aufgabenstellungen in der Arbeitswelt anpassen.
Und auch bei der beruflichen Bildung gilt: kürzere Erstausbildung, Verknüpfung mit der Weiterbildung, zum Beispiel in Form einer Stufenausbildung. Und dass leistungsstarke Azubis auch Zusatzqualifikationen erwerben und besonders gefördert werden sollten, versteht sich von selbst.
Auch und gerade die Berufsausbildung kann und muss einen Beitrag leisten, bei den jungen Menschen Interesse, Freude und Motivation zum lebensbegleitenden Lernen zu erzeugen. Ferner müssen wir in dieser Phase des Bildungsganges deutlich machen, dass es eine persönliche Verantwortung für die eigene Beschäftigungsfähigkeit gibt.
Wer in der Arbeitswelt seinen Platz finden und behaupten will, muss bereit und fähig sein zur laufenden beruflichen Anpassung und gegebenenfalls auch zur Umorientierung.
Damit bin ich schon bei meinem vierten Feld, der Weiterbildung. Dabei kommt der Eigenverantwortung hohe Bedeutung zu, ein neues Selbstverständnis muss entwickelt werden.
Die Bereitschaft zur laufenden beruflichen Umorientierung ist unverzichtbar. Dieses eigenverantwortliche Handeln bedeutet auch, sich verstärkt in der Freizeit weiterzubilden und nicht ausschließlich während der Arbeitszeit. Die persönliche Kompetenzentwicklung ist im Wesentlichen Aufgabe des Mitarbeiters und liegt nur zu einem geringeren Teil in der Verantwortung des Unternehmens.
Bildungspolitik ist ein außerordentlich komplexes Thema. Schule, Hochschule und Fachhochschule, berufliche Bildung und Weiterbildung sind nach meinem Dafürhalten jene Felder, die besonders rasch und nachhaltig reformiert werden müssen.
Ein gutes Bildungssystem ist die Basis für eine nachhaltig zukunftsverträgliche Entwicklung eines Landes. Und wir alle müssen auf unterschiedliche Weise in Bildung investieren. Viel investieren und rasch investieren. Benjamin Franklin hat einmal gesagt: „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“ Und dies meinte er nicht nur im ökonomischen Sinne. HELMUT BECKS

Stellenangebote im Bereich Hardwarenahe Programmierung

Panasonic Industrial Devices Europe GmbH-Firmenlogo
Panasonic Industrial Devices Europe GmbH Entwicklungsingenieur (m/w/d) für eingebettete Funkmodule und -Systeme Lüneburg
Panasonic Industrial Devices Europe GmbH-Firmenlogo
Panasonic Industrial Devices Europe GmbH Embedded Software Ingenieur (m/w/d) für Funkmodule und -systeme Lüneburg
Novopress GmbH Pressen und Presswerkzeuge & Co. KG-Firmenlogo
Novopress GmbH Pressen und Presswerkzeuge & Co. KG Ingenieur Elektrotechnik (Bachelor) als Hardware / Software Entwickler in der Serienoptimierung für Mikroprozessor gesteuerte handgeführte Elektrogeräte (m/w/d) Neuss
NP Neumann & Partner GmbH-Firmenlogo
NP Neumann & Partner GmbH Leiter Hardwareentwicklung (m/w/d) Ruhrgebiet
odelo GmbH-Firmenlogo
odelo GmbH Projektleiter (m/w/d) in der Elektronikentwicklung im Bereich Automotive Stuttgart
Carl Zeiss AG-Firmenlogo
Carl Zeiss AG Elektroingenieur (m/w/x) I Ingenieurwesen Oberkochen
ENERCON-Firmenlogo
ENERCON Ingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Bremen
ENERCON GmbH-Firmenlogo
ENERCON GmbH Ingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Bremen
AGCO GmbH-Firmenlogo
AGCO GmbH Entwicklungsingenieur (m/w/d) Systems Engineering für den Bereich Elektrik/ Elektronik Marktoberdorf
Panasonic Industrial Devices Europe GmbH-Firmenlogo
Panasonic Industrial Devices Europe GmbH Hardware-Ingenieur (m/w/d) Lüneburg

Alle Hardwarenahe Programmierung Jobs

Top 5 Weiterbildung