Bildung

Shake your own Bildungsmix

Wer sich auf andere verlässt, ist meist verlassen. Das gilt auch für die Weiterbildung. Beste Karrierechancen erarbeiten sich diejenigen, die ihren eigenen Fortbildungsweg gehen.

Manchmal muss Olaf Prange in den Gesprächen mit den Mitarbeitern über ihren Fortbildungsbedarf kräftig durchatmen. „Trotz der vielen negativen Schlagzeilen über den Arbeitsmarkt in Deutschland spüre ich oft die Erwartungshaltung, dass allein die Firma dafür verantwortlich ist, neues Wissen zu vermitteln“, bedauert der Personalreferent des Automobilzulieferers Kiekert AG in Heiligenhaus. Für jeden Mitarbeiter erstellt Kiekert einen persönlichen Schulungsplan, „in den wir gerne auch eigene Wünsche einbauen“, erzählt Prange. Auch über mangelnde Anregungen für Seminarbesuche kann er sich nicht beklagen. „Doch wenn es darum geht, auch selbst etwas zum Beispiel für seine Englischkenntnisse zu tun, warten viele nur ab, bis das Unternehmen etwas tut.“
Oft wird in Deutschland die fehlende Investitionsbereitschaft beklagt, und allem Anschein nach gilt das auch für die viel zu geringen Investitionen in den eigenen Lebenslauf. Nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft bucht allein die gewerbliche Wirtschaft pro Jahr Trainings im Wert von 18 Mrd. €. Gleichzeitig belegen jedoch Untersuchungen immer wieder, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit Welten klaffen. „Dienst nach Vorschrift“ ist bei vielen Seminaren an der Tagesordnung, die Teilnehmer über sich ergehen lassen, weil sie den Sinn dahinter bezweifeln. Und solange Ingenieure ihren Arbeitsplatz sicher haben, sehen auch bei ihnen nur wenige die Notwendigkeit, in den Spiegel ihrer eigenen Stärken und Schwächen zu blicken, um daraus eine ganz persönliche Weiterbildungsstrategie abzuleiten.
Dabei könnte ein gut geplantes Eigenmarketing dabei helfen, z. B. durch den Wechsel in das lange vernachlässigte Lieblingsaufgabengebiet seine Arbeitsmotivation erheblich zu erhöhen. „Wenn ein Ingenieur beispielsweise in den Vertrieb wechseln will, muss er dafür auch selbst Initiative ergreifen, indem er unter anderem seine rhetorischen Fähigkeiten schult“, findet Michael W. Harris, Chef des Hamburger Beratungsunternehmens Harris HR Consulting Services. Gerade die außerfachlichen Fähigkeiten wie der Vortrag in freier Rede werden von Ingenieuren oft unterschätzt, „und das sogar von den Top-Leuten im Vertrieb, die zwar tagtäglich ihr Produkt verkaufen, aber nicht an ihren Fertigkeiten arbeiten“, wundert sich Harris.
Auch Torsten Frankenberger, Partner bei Droege & Comp. in Düsseldorf, rät Ingenieuren auch in Führungspositionen dringend, sich Alternativen für den Kündigungsfall aufzubauen, „auch wenn das Arbeitgeber in Krisenzeiten gar nicht gerne hören“. Dabei schließe dieser gesunde Egoismus natürlich das starke Engagement im eigenen Betrieb ein, „aber es kann bestimmt nicht schaden, wachsam zu sein und durch ein cleveres Eigenmarketing Fall-back-Positionen aufzubauen, wenn die Kündigung dann doch überraschend die eigene Person trifft“, meint Frankenberger. Statt sich von Ängsten um den eigenen Arbeitsplatz lähmen zu lassen, empfiehlt er, damit proaktiv umzugehen, indem der Terminkalender auch mal für Seminare und Kongresse geblockt wird, die über den eigenen Tellerrand hinausgehen.
Und wer fürchtet, die plötzliche Eigeninitiative könne bei Vorgesetzten für Misstrauen sorgen, den beruhigt Michael W. Harris: „Wenn der Konstrukteur plötzlich einen Rhetorikkurs belegen will, dann muss er sich nur ein paar gute Argumente zurechtlegen, warum das auch dem Unternehmen dient.“
Hier propagiert Harris einen Mentalitätswechsel in Krisenzeiten, der sich bewusst gegen schlechte Nachrichten über Umsatzrückgänge auf allen Ebenen wendet: „Wir sollten endlich wieder positiver denken und uns fragen: Was nützt mir im Augenblick am meisten? Welchen neuen Weg wollte ich schon immer ausprobieren? Oder: Wie kann ich lernen, nicht nur aus der Erfahrung der Vergangenheit heraus zu planen, sondern kreativ neue Wege zu finden, so verrückt sie im ersten Moment auch klingen mögen?“
Die Frage ist nur, wie der Einzelne Rat- und Impulsgeber findet, die ihn bei diesem offensiven Veränderungsprozess unterstützen, der von Zukunftsforschern immer wieder empfohlen wird. „Die Lösung liegt selten bei bekannten Bildungseinrichtungen mit den immer gleichen Seminarprogrammen, sondern oft in Anstößen, die von einzelnen hoch engagierten Trainern oder Persönlichkeiten kommen, die ihre Arbeit eher als Lebenshilfe statt als pure Wissensvermittlung begreifen“, erläutert Harris aus seinem Erfahrungsschatz. So verstandene persönliche Entwicklungsmaßnahmen sorgen schließlich für Win-Win-Situationen bei Mitarbeiter und Betrieb.
Erfolgserlebnisse, die sich auch Olaf Prange wünscht: „Wer selbst die Initiative übernimmt, um sich noch wertvoller für das Unternehmen zu machen, der muss sich um seine Karriere auch in Krisenzeiten kaum Sorgen machen.“    ANDREAS LEIMBACH

Von Andreas Leimbach

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