Bildung

Reformen machen Meister

Vor wenigen Wochen reformierte die Bundesregierung das Meister-BAföG. Mehr Absolventen von Meisterschulen sollen besser gefördert werden. Damit reagiert Berlin auf die mangelnde Nachfrage nach diesem staatlichen Förderprogramm. Allerdings muss sich die Reform in der Praxis noch beweisen.

Wir können derzeit noch nicht absehen, ob die Reform des Meister-BAföG greift“, meint Petra Kersting vom Zentrum Frau in Beruf und Technik (ZFBT). Dabei sind die Absolventinnen der ZFBT-Kurse prädestiniert für die erweiterte Förderung durch die Neufassung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG), wie das Meister-BAföG im Beamtendeutsch heißt: junge Menschen mit Familien oder allein erziehende Männer und Frauen. Gerade sie sollen finanziell besser gefördert werden.

Außerdem ist Ziel der Gesetzesnovelle, das Antragsverfahren zu vereinfachen. „Vielfach wurden Fördermöglichkeiten nur aus Unkenntnis nicht genutzt“, hat Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) erkannt. Ihr Ministerium ist federführend bei dem Gesetz, das Geld für die Zahlungen stammt aus dem Wirtschaftsministerium von Werner Müller (parteilos). Und der musste feststellen, dass seit Einführung des Gesetzes im Jahr 1996 die veranschlagten Etats für die Förderung der Meisterlehrgänge erst einmal – nämlich 2001 – ausgeschöpft wurden. In allen Jahren zuvor war in den klammen Staatskassen mehr Geld für die angehenden Meister eingeplant, als an sie überwiesen wurde. Und die Zahl der Bildungswilligen, die die Gelder abriefen, ging sogar zurück: von 53 700 im Jahr 1999 über 52 000 im Jahr 2000 auf 50 000 im Jahr 2001. Dieser Rückgang ist um so bemerkenswerter, weil viele Meisterkurse über mehrere Jahre laufen. Wer 1999 begann, wurde 2001 mitgezählt. „Uns fehlte der Nachwuchs“, hieß es im Ministerium, „und dies wiegt schwer beim aktuellen Fachkräftemangel.“

Deshalb soll nachgebessert werden. Schon im laufenden Jahr soll der Etat für die Förderung der beruflichen Aufstiegsfortbildung auf 97,48 Mio. € steigen – 2001 waren es mit 51,98 Mio. € gut die Hälfte. Für die Jahre 2003 bis 2005 sind sogar rund 112 Mio. € vorgesehen. Damit dieses Geld an die zukünftigen Meisterinnen und Meister gebracht werden kann, werden die Fördersätze erhöht und die Zahl der geförderten Meisterkurse ausgeweitet.

– Die Unterhaltsbeiträge für jedes Kind, das ein Meisterschüler hat, steigen um rund 50 € auf 179 € im Monat. Bei Alleinerziehenden werden statt 102 € jetzt bis zu 128 € gezahlt.

– Alleinstehende ohne Kind können monatlich bis zu 614 € erhalten.

– Alleinstehende mit einem Kind erhalten bis zu 793 €.

– Verheiratete bekommen bis zu 829 €.

– Für Verheiratete mit einem Kind gibt es bis zu 1008 €, für Verheiratete mit zwei Kindern bis zu 1187 €.

Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden ebenso gefördert wie der Staat die Kosten des Meisterstücks mit bis zu 1534 € als Kredit bezuschusst. Bis zu 75 % sämtlicher Kredite – bis auf den für das Meisterstück – werden dem Absolventen der Meisterkurse erlassen, wenn er sich im Anschluss selbstständig macht und mindestens zwei Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen einstellt. Bislang wurden von den Krediten maximal 50 % erlassen. Die Hürde für die Gründung einer eigenen Existenz hat der Gesetzgeber zusätzlich noch verringert, in dem Meisterschüler auch mit höherem Privatvermögen noch die Förderung erhalten können: Bislang waren 5112 € an Ersparnissen „frei“, seit 1. Februar sind es 35 791 €.

Neben der finanziellen Aufstockung der Förderung hat die Bundesregierung den Kreis der Geförderten ausgeweitet. Wie bisher können Handwerker und Fachkräfte, die sich zum Handwerks- und Industriemeister, zum Techniker, Fachkaufmann oder Betriebswirt qualifizieren, Meister-BAföG beantragen. Seit Februar wurde dieser Kreis auch auf Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeberufen ausgeweitet, die sich nach den Richtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft weiterbilden. „Ein gewaltiger Fortschritt“ sei die Reform, sagen die Praktiker bei den Handwerks- und Industrie- und Handelskammern. Jetzt beginne der Praxis-Test, bei dem sich das Meister-BAföG bei den höchst unterschiedlichen Kursen beweisen müsse.

Das Antragsverfahren für das Meister-BAföG soll einfacher werden. In einigen Kommunen helfen die Kammern beim Ausfüllen der Anträge – so bei der Düsseldorfer Handwerkskammer. Doch die weiß, woran es noch hapert: „Es gibt noch keine neuen Antragsformulare. Daher wird wohl im laufenden Jahr noch nach altem Recht gefördert“, heißt es dort. M. ROTHENBERG

www.meister-bafoeg.info

Stellenangebote im Bereich Hardwarenahe Programmierung

Pixida-Firmenlogo
Pixida Functional Owner – Digital Services und Connected Devices (m/w/d) München
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Jungheinrich Aktiengesellschaft Embedded Softwareentwickler (m/w/d) Norderstedt
Füll Systembau GmbH-Firmenlogo
Füll Systembau GmbH SPS-Programmierer / Automatisierungstechniker (m/w/d) Idstein
XTRONIC GmbH-Firmenlogo
XTRONIC GmbH Embedded Software Developer (w/m/d) Böblingen
SimonsVoss Technologies GmbH-Firmenlogo
SimonsVoss Technologies GmbH Senior Middleware Stack Architect (m/w/d) Unterföhring bei München
Silver Atena-Firmenlogo
Silver Atena Lead Ingenieur Hardwareentwicklung (m/w/d) München
Jungheinrich AG-Firmenlogo
Jungheinrich AG Entwicklungsingenieur (m/w/d) Leistungselektronik für Ladesysteme Norderstedt
DMK Deutsches Milchkontor GmbH-Firmenlogo
DMK Deutsches Milchkontor GmbH PLC Software Engineer (m/w/d) Anlagentechnik Lebensmittelproduktion Georgsmarienhütte
über NISTLER CONSULTING-Firmenlogo
über NISTLER CONSULTING SPS-Programmierer (m/w/d) Raum Aschaffenburg
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)-Firmenlogo
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) W3-Professur für Industrielle Informationstechnik Karlsruhe

Alle Hardwarenahe Programmierung Jobs

Top 5 Weiterbild…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.