Messen

Plädoyers für ein vernetztes Europa

VDI nachrichten, Düsseldorf, 13. 2. 04 -Unglücklicher hätte man „didacta“ und „Learntec“ nicht platzieren können. Beide Bildungsmessen fanden zeitlich parallel statt. Dabei hätte es sicherlich gelohnt, Köln und Karlsruhe zu besuchen.

Die E-Learning-Branche ist auf dem Rückzug. Das betrifft weniger die wirtschaftliche Entwicklung, als vielmehr den Rahmen des technologisch Nützlichen und Verwertbaren. Die Anbieter computergestützter Wissensvermittlung haben sich von den Träumen des unbegrenzten virtuellen Lernens verabschiedet. Der Mensch rückt wieder in den Mittelpunkt.
Das Schlagwort vom „Blended Learning“, der Verknüpfung von Online-Lernen und Präsenzphasen, ist bestes Beispiel für diese Entwicklung. Die zwölfte Auflage der Karlsruher „Learntec“ (10. bis 13. Februar), Messe und gleichzeitig Kongress für Bildungs- und Informationstechnologie, stand daher eher im Brennpunkt gesellschaftspolitischer denn technologischer Entwicklungen, etwa bei der Frage nach der internationalen Vernetzung von Wissen: Welchen Nutzen hat das Internet für den europäischen Bildungsraum, welche Möglichkeiten bieten sich?
An der Bedeutung des Online-Lernens für den internationalen Bildungsmarkt ließen die Referenten keinen Zweifel. Walther Zimmerli prophezeit der Learntec allerdings im Zuge internationaler Vernetzung einen „Cebit-Effekt“, also die Abkehr von klassischen, an einen Ort gebundenen Messestrukturen. Dabei werde die Fähigkeit, sich in der global-virtuellen Bibliothek bedienen zu können, zur „vierten Kulturtechnik“, erklärte der Präsident der VW-AutoUni. Noch aber sei man weit von einer nutzergerechten virtuellen Lernwelt entfernt, schränkte Herbert Kellner, Präsident der United States Online University ein: „Die USA machen hier keine Ausnahme. Wir haben in den letzten Jahren beim Online-Lernen und -Lehren versagt. Wir müssen mehr Praxis als Theorie vermitteln.“
Winfried Sommer, Mitgründer der Learntec, bestätigt den Branchentrend, auch Einsteigern leicht verständliche und praktikable Angebote unterbreiten zu wollen. „Die Learntec ist gut beraten, sich nicht nur mit relativ abgehobenen thematischen Fragestellungen zu beschäftigen.“
Die E-Learning-Branche wird erwachsen. Das muss sie auch. Schließlich sind die staatlichen Förderprogramme zur Anschubfinanzierung des jungen Marktes ausgelaufen. Ein Zeichen zunehmender Professionalisierung ist die Bereinigung der Branche durch Fusionen, Übernahmen und Marktaustritte. Kleine und mittelständische Firmen haben verstanden, dass nicht mit prall geschnürten Angebotspaketen das große Geschäft zu machen ist, sondern mit Spezialisierung. Neben der Segmentfrage stellt sich das Problem, wie der Kunde zu locken ist: mit feinster Qualität, mit preiswerter Ware oder mit dem Hinweis auf die Einmaligkeit des Produktes.
Längst nicht jedem gelingt die rentable Schwerpunktsetzung. Sommer: „Mancher Aussteller, mit dem wir in den letzten Jahren gut und gerne zusammengearbeitet haben, ist in diesem Jahr nicht wiedergekommen, sei es, weil es ihn auf dem Markt nicht mehr gibt, sei es, weil seine wirtschaftliche Lage einen Messeauftritt nicht erlaubt.“ Dem Messeerfolg tat dies keinen Abbruch. Mit 315 Ausstellern aus 18 Ländern übertraf die Learntec die Vorjahreszahlen.
Siemens, Arcor, Intel in einer Reihe mit Waldorf Schulen und der Hochschule Bremen – Europas größte Bildungsmesse, die „didacta“ in Köln, ist zugleich eine Industrie-Messe. Die Informations- und Kommunikationstechnologie treibt die Entwicklung von Schule und Weiterbildung voran, z. B. mit dem „mobilen Klassenzimmer“. Dabei handelt es sich um einen rollbaren Schrank mit eingebauter Funkstation und 16 Notebooks für die Schüler nebst dem Server für den Lehrer. Ist Strom vorhanden, kann der vollelektronische Unterricht beginnen. Am Ende zieht der Dozent mit seinem Schrank weiter auf die nächste geistige Baustelle. Das ganze Equipment gibt es für 20 000 €, also „zum Spottpreis“, wie der Firmenvertreter meint.
Die IT-Branche will aber nicht nur verkaufen. Sie präsentiert sich überdies als Bildungssponsor. So hat der Hardwareproduzent Intel kürzlich 240 000 deutschen Lehrern einen kostenlosen Computerkurs gestiftet. Siemens fördert etwa mit Yolante (Young Ladies´ Network of Technology) Studentinnen der Ingenieurwissenschaften. Neben dem Sport wird die Bildung in der Wissensgesellschaft zu einem immer interessanteren Sympathieträger für Markennamen, erklärt Dieter Mussler vom „Fachverband für Sponsoring“. Und da der Staat mit seinen Bildungsausgaben mehr und mehr knausert, wird die Industrie auf diesem Gebiet zum Gemeinwohlagenten. US-Firmen sprechen schon von „Corporate Citizenship“, ihren Bürgertugenden. Die didacta ist dafür ein großes Schaufenster im alten Europa.H.H./ws
www.learntec.de
www.didacta-koeln.de
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DELAN
Das Netzwerk

Um die „fehlende Akzeptanz“ der E-Learning-Branche in Deutschland zu überwinden und um „Qualität nachweisbar zu machen“, haben sich Software-Entwickler, Bildungsanbieter, Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf der Learntec zum gemeinsamen Interessenverband „DELAN“ zusammengefunden.ws
www.i-world.de

 

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