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„PC, Handy, E-Books – die Übergänge werden fließend“  

VDI nachrichten – Keine andere Technik steht so sehr für die Philosophie des lebenslangen Lernens wie das E-Learning. Die herrschaftsfreie Lernkultur, überall zu jeder Zeit selbstbestimmt Wissen zu erwerben, ist seit zehn Jahren fester Bestandteil der Bildungslandschaft. Stefan Janssen, Europa-Chef des global agierenden E-Learning-Anbieters Skillsoft, zieht ein Fazit und gibt Ausblicke.

Stefan Janssen: (lacht) Wenn sie sich nicht auf reine Technik und Modeworte wie mobile oder rapid Learning bezieht, dann schon. Ich sehe zwei Trends: Zum einen, dass virtuelles Lernen als Teil des Weiterbildungsszenarios jetzt wirklich in den Köpfen in Industrie und Mittelstand angekommen ist. E-Learning verbreitet sich sowohl in der Breite, so dass z. B. immer mehr Mitarbeiter Standardinhalte online erlernen, als auch in der Tiefe, so dass diese Mitarbeiter – einmal mit der Methode vertraut – auch Veränderungen in der Spesenabrechnung, Buchhaltung oder in dem Umgang mit dem Telefon lernen. Und letztlich über Firmen hinweg, weil viele Unternehmen bei ihren Zulieferern voraussetzen, dass sie diese E-Schulungen ebenfalls nutzen.

Und der zweite Trend?

Informelles Lernen nimmt einen immer größeren Stellenwert in der Weiterbildung ein. Nachdem der Hype um Web 2.0 verflogen ist, bleibt das Interesse am Lernen bestehen, welches nicht organisiert ist. Schon vor der CeBIT haben Hunderte von Interessenten bei uns angefragt. Mit unseren deutschsprachigen Online-Bibliothek Books 24×7 haben wir im September 2008 eine Ressource von Fachinformation für das informelle Lernen auf den Markt gebracht. Firmen wie die Nachrichtenagentur Reuters setzen diese virtuelle Bibliothek ein.

In Zeiten von Krise und Kurzarbeit wollen etliche Firmen ihr Personal weiterbilden. Wollen Sie 2009 wachsen?

Im zweistelligen Prozentbereich. Vor allem bei unseren langjährigen Stammkunden aus der Industrie und den industrienahen Dienstleistern sehen wir Wachstumspotenzial.

Weiterbildung ist umfassender geworden. Keiner will heute mehr eine Lern-CD in den Rechner schieben und lospauken. Stattdessen fordern insbesondere technologieorientierte Konzerne bereichsübergreifende Lösungen. Das heißt, wir erarbeiten mit den Kunden komplexe Weiterbildungsstrategien, die firmenweit umgesetzt werden. Beispielsweise trainiert ein Projektleiter wie er eine Niederlassung aufbaut. Oder wie Einkäufer in allen Ländern gleichermaßen Konditionen aushandeln. Beliebt sind auch Managertrainings. Da müssen Lerner Rohstoffpreise beobachten, Verkaufsallianzen knüpfen und Aufgaben an Mitarbeiter delegieren. Neben fachlichem Wissen spielen weiche Faktoren eine wichtige Rolle. Vor allem wenn es in unterschiedliche Kulturkreise geht. Asiaten und Inder entwickeln und forschen eben anders als wir Europäer.

Wer sind Ihre Kunden?

Aktuell betreuen wir im deutschsprachigen Raum pro Jahr rund 250 Firmen, wie Deutsche Post, DHL, SAP, DIS, BMW oder MAN.

Und Ihr Umsatz?

Weltweit setzt Skillsoft rund 255 Mio. € um. Im deutschsprachigen Raum sind wir zur Zeit 30 feste Mitarbeiter verteilt auf die Standorte Düsseldorf, Zürich, Wien, Frankfurt, Hamburg und München.

Wo hat E-Learning noch Grenzen?

Unsere Mediendidaktiker sind kontinuierlich daran, technische und didaktische Lösungen zu entwickeln, um auch schwierigste Sachverhalte zu visualisieren und aufzubereiten. Da sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Den Alleinanspruch sollte man aber für E-Learning nicht postulieren. Sie können sicher 70 % des Wissenserwerbs auf digital umstellen, aber irgendwann muss der Lerner auch real in der Situation üben und etwa ein Verkaufsgespräch trainieren oder nach einer Montageanleitung Bauteile zusammenschrauben.

Was allgemein unter Blended Learning verstanden wird?

Genau. Viel zu lange haben die Methoden „Präsenz“, also Klassenzimmer und Lehrer, und „E“, also PC und digitalisiertes Buch, Video oder Simulation, gegeneinander agiert. Als Lösung kamen voll durchstrukturierte Blended Learning- Konzepte daher, die Präsenz- und E-Learning nach einem festen Plan abwechselten. Das war aber oft zu rigide, komplex und teuer – und die Entwicklung eines solchen Programms dauerte viel zu lange. Ein flexibler Blend entsteht heute mit informellen Elementen: freier Zugriff auf Training und Information, E-Learning Champions in jeder Abteilung, die die Fragen beantworten, spontan gemeinsam angeschaute Videosequenzen, Empfehlung von Kollege zu Kollege.

Und all diese Ressourcen teilt die Personalabteilung zu?

Meist greifen die Mitarbeiter autonom darauf zu. Gerade im technischen Bereich suchen die Fachkräfte ja nicht nach einer „Schulung“, sondern nach schnellen Problemlösungen in der täglichen Arbeit. Außerdem müssen Techniker und Ingenieure stets auf dem neuesten Stand qualifiziert bleiben, für die ständig wechselnden und in ihrer Komplexität steigenden Aufgaben. E-Learning ist da eine geradezu segensreiche Methode.

Können Sie das belegen?

Dutzendfach und täglich. Der Medizingerätehersteller Sysmex hat die Produktschulung seiner Vertriebsleute weltweit auf E-Learning mit uns umgestellt. Die Gründe: Die Leute sind einfach zu kostbar an der hart umkämpften Kundenfront. Deshalb konnte man sie nicht für mehrere Tage irgendwo in Europa zusammenziehen, um sie zu schulen. Hinzu kamen ja auch noch hohe Reisekosten. Zudem ist der Markt so schnelllebig, dass sich die Teams mehrmals jährlich hätten treffen müssen. Heute erfahren sie per E-Mail, dass es ein neues Produkt gibt, auf dessen Vorzüge sie ab sofort im Intranet per Passwort Zugriff haben. Die Vorteile und Verkaufsargumente können sie dann während einer Wartezeit auf dem Flughafen oder abends im Hotelzimmer verinnerlichen.

Und wie haben die Vertriebler darauf reagiert, dass ihnen das Meeting mit den Kollegen im Tophotel gestrichen wurde?

Die waren froh, stattdessen ein paar Tage mehr mit ihrer Familie verbringen zu können, weil sie Zeit sparten. Erleichternd kam sicher hinzu, dass die Leute stark von Provisionen leben, die sie nicht verdienen, wenn sie bei einer Weiterbildung festsitzen.

Dennoch: Was sind die aktuellen Trends?

Die Übergänge werden fließend. PC, Handy, E-Books – alle Basistechnologien verschmelzen und gehen ineinander über. Und ganze Enzyklopädien und Bibliotheken werden digitalisiert, so dass sie virtuell über Suchbegriffe und Navigationssysteme weltweit zur Verfügung stehen, z. B. auf dem PDA im Hotelzimmer. Neben den diversifizierten Lernmethoden boomen Vertriebsmethoden, Stichwort „Software as a Service“ kurz SAAS genannt.

Das heißt?

Man mietet Hard-, Software und die benötigte E-Learning-Lösung, statt diese Angebote zu kaufen und installiert sie auch nicht mehr im eigenen Haus. Vielmehr liegen sie auf externen Servern. Der Kunde muss sich nicht mehr um Updates, Softwareprobleme oder inhaltliche Aktualität kümmern, sondern nimmt den kompletten Service aus einer Hand. Das spart ihm Zeit und Geld und verbessert seine Qualität. Zugleich sind Anbieter wie wir näher an den Kunden und Themen, so dass auch hier die Effizienz steigt.

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