Bildung

Nachwuchs leidet unter Bildungshunger  

VDI nachrichten, Berlin, 18. 8. 06, ws – Der Kindergarten soll nicht länger als Aufbewahrungsstätte dienen, sondern die kindliche Neugier nach Naturphänomenen, Sprache und Kunst befriedigen. Das fordert die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände in einem Positionspapier. Frühkindliche Bildung erspare Staat und Wirtschaft „teure Reparaturmaßnahmen“ bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Dreijährige lernen alle 90 Minuten ein neues Wort, und schon im Vorschulalter beherrschen Kinder die Grammatik ihrer Muttersprache. Experten diskutieren, ob diese Fähigkeiten nicht gezielter zu fördern seien. Der Hirnforscher Manfred Spitzer warnt: „Wir haben es mit Potenzialen zu tun, die zu verpuffen drohen, wenn die Bildungspolitik nicht stärker auf Frühforderung setzt.“ Ein Blick auf Pionierprojekte zeigt, dass sich Ansätze bewährt haben.

In Bayern gibt es seit 2003 drei „Kindergärten der Zukunft“ (KiDZ). Das von der Stiftung Bildungspakt Bayern initiierte Projekt setzt auf eine Verschmelzung von Kindergarten und erster Klasse der Grundschule. Erzieher und Lehrer arbeiten in einem Team und betreuen den Nachwuchs je nach individueller Entwicklung zwei bis vier Jahre. Im Anschluss wechseln die Kinder in die zweite Klasse der Grundschule.

„Die Begriffe Spielen und Lernen werden bei ¿KiDZ“ nicht getrennt voneinander betrachtet“, erklärt Claudia Piatzer, Pressesprecherin der Stiftung. „Durchdachte Lernangebote ermöglichen so einen fließenden Übergang vom ¿lernenden Spielen“ zum ¿spielenden Lernen““. Entwicklungsstand und individuelle Stärken finden so besondere Beachtung.

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass gerade hier jede Menge Potenzial liegt“, berichtet Piatzer. Ihr Fazit: „Vor allem auch Kinder aus bildungsfernen Schichten profitieren gewaltig.“

Auch die Nordmetall-Stiftung, getragen von rund 260 Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie in Norddeutschland, hat eine Vorreiterrolle übernommen. Ein Grundschulprojekt zur Frühförderung des Interesses an Naturwissenschaft und Technik war so erfolgreich, dass die Macher es nun unter dem Namen „Versuch macht klug“ auch in Kindergärten umsetzen. An mobilen Experimentierstationen lernt der Nachwuchs, wieso eine Brücke nicht einstürzt und ein Schiff schwimmt.

Bevor die Experimentierfelder in den Kindergarten gelangen, nehmen die Erzieherinnen an Fortbildungen teil. Ziel ist, dass die Kinder die einzelnen Stationen später mit ihren Ausbildern nachbauen. Die Nachfrage ist gewaltig: „Wir können uns vor Anmeldungen kaum retten“, freut sich Marc Gottschald, Geschäftsführer der Stiftung. Der Erfolg des Projektes hat nun auch die Landesregierung in Schleswig-Holstein auf den Plan gerufen. „Die waren von unserem Erfolg so begeistert, dass sie es übernehmen wollen“, so Gottschald.

Auch Unternehmen engagieren sich. So entwickelte die BASF AG mit kirchlichen und städtischen Trägern der Stadt Ludwigshafen mehrere Konzepte zur frühkindlichen Förderung. Insgesamt 89 Ludwigshafener Kindertagesstätten bewarben sich für die Teilnahme an einem von sieben Angeboten der „Offensive Bildung“. „Die einzelnen Projekte haben ganz unterschiedliche Ausrichtungen“, berichtet Linda von dem Bussche von der BASF AG. „Sprachfähigkeit oder naturwissenschaftliches Denken werden da genauso gefördert wie künstlerisches Gestalten.“

Das Unternehmen verspricht sich durch die jährlich investierten 5 Mio. € eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit des Standorts: „Eltern kommen lieber in die Region, wenn es gute Bildungsmöglichkeiten für ihre Kinder gibt“, rechnet Linda von dem Bussche vor, „eine Win-Win-Situation für beide Seiten.“

Zum selben Ergebnis kommt auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). „Auf lange Sicht bedeuten Investitionen im Bereich frühkindliche Bildung keinen Mehraufwand“, weiß Peter Clever aus der Geschäftsführung des BDA. „Unentdeckte Talente oder verkümmerte Potenziale sollte sich der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht leisten.“

Der Verband geht sogar einen Schritt weiter und fordert jetzt in einem Positionspapier ein obligatorisches letztes Kindergartenjahr mit eigenem Bildungscurriculum. Wie eine solche Forderung allerdings in einer Zeit umgesetzt werden soll, in der nicht einmal jedes Kind einen Kindergartenplatz bekommt, weiß der Verband auch nicht. „Hier muss der Bund seinen Verpflichtungen nachkommen“, lautet die Antwort des BDA. Finanzielle Umschichtungen innerhalb des Bildungssystems seien dringend nötig. Statt in Hochschulen müsse der überwiegende Teil der öffentlichen Mittel in Kindergärten fließen. CHRISTOPH GABLER

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