Bildung

Mehr Forschungsgelder für FH  

VDI nachrichten, Berlin, 19. 5. 06, rus – Bundesforschungsministerin Annette Schavan nutzte ihren Auftritt auf der 150-Jahr-Feier des VDI, um Eckpunkte ihrer Politik zu erläutern. Das sei eine Politik, die darauf abziele, Deutschland zu einer internationalen Talentschmiede werden zu lassen. Sie lud den VDI ein, sein Know-how in Fragen der Ausbildung und der Entwicklung von Innovationsstrategien einzubringen.

Im Rahmen dieses Prozesses sollen in Europa Hochschulstudiengänge mit zeitlich nacheinander gestaffelten Abschlüssen und unterschiedlichen akademischen Graden sowie vergleichbaren Studienabschlüssen eingeführt werden. Ziel der Reform ist in Deutschland zudem, die Zahl der Studienabbrecher zu senken.

Lehmann hatte zuvor die neuen Abschlussgrade Bachelor und Master mit den Worten kommentiert: „Ich kann meinen Wehmut nicht verbergen, wenn nunmehr die Grade Dipl.-Ing. und Dr.-Ing durch Bezeichnungen wie Bachelor und Master oder PhD ersetzt werden sollen, aus denen keinerlei Hinweis mehr hervorgeht, welchem Berufsstand der Träger eigentlich angehört.“

Schavan konterte: „Um die Mobilität zu fördern, ist eine Internationalisierung notwendig und dazu ist ein Abstimmungsprozess nötig. Ich will keinen deutschen Sonderweg.“

Nach dem Bologna-Prozess können FH, TH und TU oder Uni gleichrangig ihre Bachelor- und Mastertitel verleihen, Unterschiede erkennen nur Insider.

Schavan: “ Die Stärken des (bisherigen) Systems sollten in die internationale Strukturierung der Bildungsgänge eingebracht werden. Ich bin gesprächsbereit.“

Die Bundesbildungsministerin ging auch auf die Kritik ein, dass das neue Hochschulausbildungssystem mehr Studenten erfolgreich durch die Studiengänge schleusen solle.

Im Rahmen des Hochschulpaketes 2020 werde geprüft, wie man erreiche, dass junge Leute ihre Chance bekämen. Dazu gehöre auch die Frage, so Schavan, „wie die derzeit viel zu hohe Abbrecherquote gesenkt werden kann?“. Sie läge in der Informatik bei 38 %, im Maschinenbau bei 30 %.

Außerdem sei das Potenzial der Ingenieurinnen noch nicht ausgeschöpft, da es immer noch nicht gelinge, Beruf und Familie in Einklang zu bringen.

Schavan nutzte die Chance, die generellen Prämissen ihrer Bildungspolitik zu erläutern. Dazu gehören u.a. vier Bereiche:

– Erstens mehr Unterricht in Naturwissenschaft und Technik an den Schulen.

– Zweitens sollte niemand mehr Abitur mit nur einem naturwissenschaftlichen Pflichtfach machen können. Biologie sei hier derzeit das beliebteste Fach, aber das reiche nicht. Wenn der Inhalt von Festreden stimme, wonach Innovationen an den Schnittstellen unterschiedlicher Disziplinen entstünden, dann sei nur ein naturwissenschaftliches Pflichtfach in den Abschlussklassen zu wenig.

– Drittens sei die Rolle der Fachhochschulen in den wissenschaftlichen Debatten zu stärken.

– Viertens sei im Rahmen der ExzellenzInitiative darauf zu achten, dass interessante Forschungsprojekte öffentlich gemacht werden, damit es zu einem Zusammenwirken zwischen Hochschule und Unternehmen komme.

Die Forschungsministerin hob die besondere Bedeutung der FH für den Standort hervor. Rund 60 % der Absolventen technischer Studiengänge kämen von den FH, die FH seien wichtige Träger regionaler Innovationszentren und bedeutend für den Personaltransfer von der Hochschule in Unternehmen und umgekehrt. Bis Ende der Legislaturperiode wolle man deshalb die Mittel für angewandte Forschung an den Fachhochschulen verdreifachen.

Annette Schavan verwies auch auf die 6 Mrd. Euro, die die Bundesregierung zusätzlich zum ursprünglichen Forschungsetat bis 2010 für Forschung und Entwicklung ausgeben will und auf die generellen Anstrengungen, damit in Deutschland rund 3 % vom Bruttoinlandsprodukt in F+E fließen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gestärkt werde.

Doch allein mehr Mittel für F+E seien nicht zielführend, wenn es zu wenig Forscher und Entwickler gäbe, die diese Mittel in Innovationen und Produkte umsetzten. Das Land brauche Personen, die Innovationsstrategien entwickelten und verwirklichten, so die Ministerin. Ziel sei es, Umsetzungsstrategien zu entwickeln. Sie sei offen für Vorschläge strategischer Kooperationsmodelle.

Die Ministerin fand auch klare Worte zur Weiterbildung und zu deren Verankerung in Tarifverträgen. Lernen sei Teil eines Lebenslaufes, gezielte Weiterbildung sei wichtig. Deswegen konstituiere sich gerade ein Innovationskreis Weiterbildung. Man sei an Gesprächen mit dem VDI interessiert.

Annette Schavan: „Bildung kann nicht mehr auf die Zeit der jungen Jahre konzentriert werden.“ Deswegen könne es keinen Tarifvertrag mehr geben, in dem Bildung nicht als ein Teil der Berufsbiografie genannt werde.

Viele Überzeugungen, die bei der Gründung des VDI Pate gestanden hätten, seien nicht in die Jahre gekommen, sondern würden mehr denn je gebraucht, so die Ministerin. Die Biografien bekannter Ingenieure zeigten Personen mit der Leidenschaft, den Dingen auf den Grund zu gehen, Neues zu schaffen, Verantwortung zu übernehmen. Der Mut zum Aufbruch oder die Fähigkeit, Menschen in das Zentrum der Arbeit zu stellen, sei das, was auch in den nächsten Jahren gebraucht werde. rus

Von Rudolf Schulze
Von Rudolf Schulze

Themen im Artikel

Stellenangebote im Bereich Hardwarenahe Programmierung

Pixida-Firmenlogo
Pixida Functional Owner – Digital Services und Connected Devices (m/w/d) München
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Jungheinrich Aktiengesellschaft Embedded Softwareentwickler (m/w/d) Norderstedt
Füll Systembau GmbH-Firmenlogo
Füll Systembau GmbH SPS-Programmierer / Automatisierungstechniker (m/w/d) Idstein
XTRONIC GmbH-Firmenlogo
XTRONIC GmbH Embedded Software Developer (w/m/d) Böblingen
SimonsVoss Technologies GmbH-Firmenlogo
SimonsVoss Technologies GmbH Senior Middleware Stack Architect (m/w/d) Unterföhring bei München
Silver Atena-Firmenlogo
Silver Atena Lead Ingenieur Hardwareentwicklung (m/w/d) München
Jungheinrich AG-Firmenlogo
Jungheinrich AG Entwicklungsingenieur (m/w/d) Leistungselektronik für Ladesysteme Norderstedt
DMK Deutsches Milchkontor GmbH-Firmenlogo
DMK Deutsches Milchkontor GmbH PLC Software Engineer (m/w/d) Anlagentechnik Lebensmittelproduktion Georgsmarienhütte
über NISTLER CONSULTING-Firmenlogo
über NISTLER CONSULTING SPS-Programmierer (m/w/d) Raum Aschaffenburg
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)-Firmenlogo
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) W3-Professur für Industrielle Informationstechnik Karlsruhe

Alle Hardwarenahe Programmierung Jobs

Top 5 Weiterbild…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.