Bildung

Maßgeschneidertes sitzt oft besser  

Individuelle Lücken erkennen und das Know-how auffüllen, ist Erfolg versprechender. Dem Haus der Technik (HDT) in Essen ermöglicht dieser Ansatz auch, zumindest einen Teil der schwindenden Gelder für Weiterbildung für sich zu sichern.

Weiterbildung muss sein, sonst drohen aus Sicht der Arbeitnehmer Kompetenzverlust, im schlimmsten Fall sogar Arbeitslosigkeit, und den Unternehmen geht auf Dauer das notwendige Innovationspotenzial der Beschäftigten verloren. Doch immer häufiger geraten vor allem kleinere Unternehmen in einen Teufelskreis, da Zeit und Geld fehlen, um wichtige Mitarbeiter weiter zu qualifizieren. Das Haus der Technik in Essen (HDT) hat sein Weiterbildungsangebot analysiert und setzt künftig noch stärker auf maßgeschneiderte Seminare.

Der Weiterbildungsmarkt stagniert. Zwar hofft die Branche auf bessere Zeiten, doch Ulrich Brill ist da skeptisch: „Ich weiß nicht, wo die Kollegen ihren Optimismus hernehmen“, erklärt der Leiter des HDT. Dabei steht sein Haus noch relativ gut da. Als Außeninstitut der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und als eingetragener Verein mit dem Status der Gemeinnützigkeit versehen ist das HDT kein Weiterbildungssupermarkt mit Komplettangebot, sondern traditionell auf Themen aus den Technischen Berufen spezialisiert.

In den Jahren 2000-2005 besuchten 75 000 Teilnehmer rund 7500 Veranstaltungen, die durchschnittlich über 1,7 bis 1,8 Tage liefen. Damit habe sich die Dauer der Veranstaltungen in den letzten fünf Jahren nicht geändert. Als Trend lasse sich aber erkennen, dass die Zahl der vom HDT organisierten Inhouse-Seminare in den Betrieben stark zugenommen hat und damit zusammenhängend Teilnehmer aus weiter entfernten Orten weniger häufig nach Essen kommen. „Man reist beispielsweise nicht mehr von München nach Essen, um sich weiterzubilden. Gerade Leistungsträger in kleineren Unternehmen können sich lange Reisewege und Übernachtungen nicht leisten, da sie im Betrieb unabkömmlich sind“, konstatiert Ulrich Brill.

Je höher der Ausbildungsgrad, desto eher werden Weiterbildungsangebote wahrgenommen: Diese Annahme kann Ulrich Brill bestätigen, denn 60 % der Teilnehmer des HDT haben einen Hochschulabschluss. Sie stehen meist auf der Stufe der Sachbearbeiter oder der Abteilungsleiter. Das hohe Management hingegen scheint auch bei der Weiterbildung eher unter sich zu bleiben und ist im HDT nur schwach repräsentiert.

Themen aus dem Bereich der Mitarbeiterführung haben starke Konjunktur, offensichtlich wird der Leistungsdruck für Führungskräfte immer größer, die aber entsprechende Kenntnisse aus dem Studium nicht mitbringen, hat Ulrich Brill beobachtet. Bei der Technik selbst ist alles, was mit Elektrotechnik zu tun hat, ein Renner: Informations- und Kommunikationstechnologie, Software-Applications, aber auch Inhalte aus der Mechatronik und der Medientechnik werden beim HDT stark nachgefragt. Und, so betont der studierte „Eisenhüttenmann“ und Privatdozent der RWTH, ein Viertel der Veranstaltungen im HDT in 2004 waren völlig neu. „Bei der Art der Vermittlung müssen wir zunehmend den Erwartungen unserer Kunden Rechnung tragen, die Inhalte möglichst kurz und kompakt vermittelt bekommen wollen. Und wir müssen mehr in Richtung Nachhaltigkeit arbeiten, dass wir von der reinen Wissensvermittlung wegkommen und auch nach Ende der Veranstaltungen mit den Teilnehmern in Kontakt bleiben, um zu erfahren, wie diese Inhalte auch langfristig wirken“, erläutert Ulrich Brill.

Unabhängig vom Bildungszielplan, der ein Jahr im Voraus erstellt wird, fördern die Agenturen für Arbeit in Einzelfällen, aus einem Reservemitteltopf finanziert, auch auftragsorientierte Weiterbildungen. Wenn beispielsweise ein Unternehmen einen Brandschutzbeauftragten mit der Basisqualifikation Elektroingenieur benötigt, dann können Arbeitslose zielgerichtet qualifiziert werden. Doch Weiterbildungsträger mit einem standardisierten Programm, das in den nächsten zwei Jahren kaum verändert wird, können solche modularen Angebote nicht machen, wären mit dem damit verbundenen Aufwand überfordert, ergänzt Udo Glantschnig, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, Essen.

Um 22,7 % gingen die von seinem Haus geförderten Maßnahmen der Beruflichen Weiterbildung im Vergleich zum Vorjahr zurück. Besonders die früher häufigen über neun oder sogar zwölf Monate laufenden Qualifizierungsmaßnahmen, an deren Ende meist IHK-Prüfungen oder andere anerkannte Abschlüsse standen, gibt es heute kaum noch, da sie sich aus Sicht der Agentur für Arbeit als „betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll“ erwiesen. Ein Problem war die lange Vorbereitungszeit solcher Maßnahmen, sodass der aus der Wirtschaft signalisierte Bedarf bereits wieder obsolet war, wenn die Teilnehmer ihre Zusatzausbildung beendet hatten.

Bei einem Regierungswechsel im nächsten Jahr erwartet Udo Glantschnig, dass die Mittel für die berufliche Weiterbildung noch weiter zurückgehen werden. „Ich bin aber der festen Überzeugung, dass wir zumindest in einem bestimmten Umfang als Agenturen für Arbeit Weiterbildung fördern können müssten, weil wir ansonsten die am Markt bestehenden Mismatchprobleme nicht lösen können. Das bedeutet, dass also offene Stellen über Monate nicht besetzt werden und gleichzeitig gut qualifizierte Fachkräfte, die an bestimmten Stellen Know-how-Defizite haben, nicht vermittelt werden können.“ M. BURAZEROVIC

Von M. Burazerovic
Von M. Burazerovic

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