Weiterbildung

Manager für die Genossenschaft  

VDI nachrichten – Ingenieure und Handwerker sind gleichermaßen aufgerufen: Ein Lehrgang in Rheinland-Pfalz bereitet sie auf die Projektentwicklung für Energie-Genossenschaften vor. Er ist als Weiterbildung konzipiert, aber auch als Qualifizierung für Arbeitslose denkbar.

Rund 150 Energie-Genossenschaften sind in den vergangenen drei Jahren entstanden. Sie betreiben kleine Biomasse-Kraftwerke, Windparks und Photovoltaikanlagen oder schließen sich zum Großeinkauf von Ökostrom zusammen. Um die Gründung zu professionalisieren, startet im März 2010 der erste Lehrgang „Projektentwickler für Energie-Genossenschaften“ in Rheinland-Pfalz.

„Alle zwei Wochen höre ich von einer neuen Energie-Genossenschaft“, sagt Burghard Flieger von der innova eG in Freiburg. Innova ist eine auf Beratung und Qualifizierung von Genossenschaften spezialisierte Organisation, und Flieger Mitinitiator und bald Dozent eines neuen Lehrgangs in Rheinland-Pfalz. In 180 Unterrichtsstunden E-Learning und Präsenzveranstaltungen wollen innova und die Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung Fachleute für die Gründung von Energie-Genossenschaften ausbilden.

Unterstützt werden sie von der rheinland-pfälzischen Landeszentrale für Umweltaufklärung. Die maximal 25 Teilnehmer sollen ein eigenes Gründungsvorhaben mitsamt rechtlichen, sozialen und finanziellen Aspekten ausarbeiten. Denkbar wäre, dass sie auch nach dem Abschluss Unterstützung und Coaching bei der Umsetzung erhalten.

„Deshalb sollen sie schon mit einer konkreten Projektidee zu uns kommen“, so Flieger. An die Vorkenntnisse werden keine klaren Anforderungen gestellt: Zur Zielgruppe gehören Ingenieure und Handwerker im Bereich erneuerbare Energien sowie Architekten, Mitarbeiter der Stadtwerke oder der VR-Banken, Kirchen- und Umweltaktivisten. Der Lehrgang ist als berufsbegleitende Weiterbildung konzipiert, aber auch als Qualifizierung für Arbeitslose denkbar.

Die Dozenten kommen aus der Praxis, der technische und organisatorische Schwerpunkt liegt zunächst auf Photovoltaik. „Die meisten Gründungen kommen derzeit in diesem Bereich zustande“, sagt Flieger, „da sie vergleichsweise leicht zu handhaben sind.“ Leichter als Biomasse-Kraftwerke etwa, die den Aufbau eines „Nahwärmenetzes“ erfordern. Rentabel wird es erst ab einer bestimmten Mindestzahl von Abnehmern.

Beim Sonnenstrom dagegen macht das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) das Vorhaben berechenbarer. „Das Gesetz ist wie maßgeschneidert für kleine Betreiber und eröffnet ihnen den Marktzugang“, sagt Valentin Hollain von der Europäischen Vereinigung für erneuerbare Energien, Eurosolar.

Mit einer Genossenschaftseinlage von wenigen hundert Euro können Leute, die kein eigenes sonnenbeschienenes Dach haben, von der Förderung profitieren. Jedes Mitglied hat eine Stimme, egal wie viel Geld es eingebracht hat. Das ist demokratisch und schützt zudem vor feindlichen Übernahmen. Manche Energie-Genossenschaften sind lokal organisiert, andere bundesweit und betreiben mehrere Anlagen.

Es gibt auch ambitionierte Bürger-Zusammenschlüsse: So hat etwa die Freiburger „Energie in Bürgerhand“ seit Anfang 2009 nach eigenen Angaben rund 23 Mio. € von mehr als 3000 Mitgliedern eingenommen. Sie schickt sich an, sich am Konzern Thüga zu beteiligen und ihn auf Ökostrom umzupolen.

Dies erfordere professionelles Management, meint Flieger. Später soll der Lehrgang weitere erneuerbare Energien ausführlich behandeln. Potenzial sieht Flieger vor allem da, wo Konzessionsverträge auslaufen und Kommunen die Energieversorgung wieder selbst in die Hand nehmen wollen. Das könne mit Bürgerbeteiligung geschehen.

Dort, wo die Einwohner selbst investieren, gebe es weniger Protestinitiativen gegen neue Kraftwerke, die Windparks dürfen näher an die Ortschaften gebaut werden, so Irm Pontenagel, Geschäftsführerin Eurosolar, über die Vorteile von Energie-Genossenschaften. Und wenn Versorgung und Verbrauch gekoppelt seien, bedeute dies für die Kunden eine transparente Preisgestaltung.

Die Weiterbildung zum Projektentwickler soll um die 1000 € kosten. Die ausgebildeten Fachleute könnten als selbstständige Gründungsberater oder hauptamtliche Genossenschaftsmanager arbeiten. Sie können den Ausbau dezentraler Energieversorgung neben dem Job in der Kommune, in der Kirche oder in einem Unternehmen ehrenamtlich vorantreiben.

 

Von Matilda Jordanova-Duda

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