Weiterbildung

Lernen – statt in den eigenen vier Wänden die Krise auszusitzen  

Immer mehr Firmen nutzen die neuen Fördermöglichkeiten der Arbeitsagenturen für die Zeit der Kurzarbeit. Etwas Geeignetes für die Mitarbeiter zu finden, kann trotz zahlreicher Angebote aber mit großen Mühen verbunden sein. VDI nachrichten, Düsseldorf, 3. 4. 09, ws

Bei der Windecker Firma WMV Apparatebau lernt die komplette Konstruktionsabteilung statt zu arbeiten. Die zehn Ingenieure lassen sich vier Wochen im neuesten CAD-Programm schulen. Seit Januar ist der mittelständische Anlagenbauer in Kurzarbeit: „Diese Phase wollen wir positiv und konstruktiv nutzen“, sagt Geschäftsführer Martin Müller.

Im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets hat die Bundesanstalt für Arbeit (BA) den Firmen die Möglichkeit eröffnet, die unproduktive Periode für Weiterbildung zu verwenden. Für gering Qualifizierte und Facharbeiter gelten unterschiedliche Regelungen. Ingenieure werden zu den letzteren gezählt.

Noch gibt es keine Daten, wie viele Firmen welche Qualifizierungen für wen derzeit anbieten. „Der Beratungsbedarf ist sehr hoch“, sagt BA-Pressesprecherin Anja Huth. Zuerst müsse das Unternehmen den Bildungsbedarf seiner Mitarbeiter erheben, dann die passende Weiterbildung und den richtigen Träger finden – beides ist von der BA anzuerkennen. Der Rest ginge schnell.

„Als wir im Februar bei unserer zuständigen Arbeitsagentur nach der Förderung fragten, gab es noch nicht einmal die notwendigen Formulare“, sagt Silke Kranenberg-Dick von der Firma Kranenberg Blockhausbau. Doch die Berater seien hilfsbereit. Den Kurs hat das Unternehmen selbst ausgesucht. Die Seminare müssten schließlich passen: „Da wir mit Holz arbeiten, nützen uns Lehrgänge in Metall oder Elektro nichts.“

Bei den ersten Krisensignalen im Herbst 2008 strichen viele Firmen den Weiterbildungsetat zusammen. Doch seit Jahresbeginn steigt das Interesse. Die Suchmaschine für Weiterbildungskurse des Deutschen Bildungsservers, das InfoWeb Weiterbildung, verzeichnete im Februar 63 % mehr Suchanfragen als im Dezember letzten Jahres. Den Höhenflug führt Wolfgang Plum, Leiter des InfoWeb Weiterbildung, auf die BA-Fördermaßnahmen und die Zunahme der freigestellten Arbeitnehmer zurück. Allerdings kämen die Anfragen eher von Einzelpersonen als von Firmen.

„Möglicherweise müssen sich die Bildungsträger bewegen“, schlussfolgert Plum. Es wäre ein Zufall, wenn ein Anbieter aus der Nachbarschaft die maßgeschneiderte Qualifizierung parat hätte. Man könne Kurzarbeitern keine Kurse für Arbeitslose anbieten. Auch die von der BA geforderten Zertifizierungen nach der „Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung“ seien ein Problem: Es dauere rund zwei Monate, um das Gütezeichen zu erhalten. Bis dahin könnte die Konjunktur anziehen.

Rund 20 000 Akademien, Lehrwerkstätten, Hochschulen und Privatinstitute bieten Weiterbildungen an. Trotzdem klagt Margit Antosch darüber, nichts Geeignetes im Umkreis von 50 km zu finden. „Ich möchte nicht die Mitarbeiter gegen ihren Willen dazu verdonnern, täglich bis hinter Wuppertal zu fahren“, sagt die Geschäftsführerin von Maschinenbau Karp aus Bonn. „Unser Bedarf ist sehr speziell: Wir bemühen uns schon seit einem Jahr um Lehrgänge in CNC-Steuerung sowie um weiterführende Kurse in Schweißtechnik.“ Auch die Ingenieure brauchten Kenntnisse in Programmen für technisches Zeichnen. Der Hersteller von Großbauteilen für Maschinen und Anlagen hat keine Kurzarbeit angemeldet. „Aber wir informieren uns vorsorglich, falls die Auftragslage sich im Sommer verschlechtert.“

„Mit der Weiterbildung ist es wie mit dem Matthäus-Prinzip: Wer schon hat, dem wird“s gegeben“, meint Andreas Crimmann vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Arbeitgeber wollten Angestellte mit starken und spezifischen Fähigkeiten eher halten und weiterbilden. Daher werde es sicher mehr kurz arbeitende Ingenieure in Weiterbildung geben als kurz arbeitende Angelernte. Auch sei die persönliche Bereitschaft, Zeit und Mühe in die eigene Qualifikation zu investieren, je nach Bildungsgrad höchst unterschiedlich ausgeprägt.

2003 bildeten sich lediglich 5 % der Kurzarbeiter weiter, sagt Arbeitsmarkt-Forscher Crimmann. Heute befürchten Kritiker eine Flut unsinniger Vorhaben, vom Steuer- und Beitragszahler subventioniert. Denn die BA hat einen monetären Anreiz zur Qualifizierung geschaffen, indem sie die gesamten Sozialabgaben für diese Zeit übernimmt. Das könnte die Arbeitgeber dazu bringen, Mitarbeiter zwangsweise zu qualifizieren. Ein positives Signal, so Crimmann, wäre: Wir wollen dich halten! Ein negatives: Man muss auf Gedeih und Verderb die Maßnahme aussitzen.

„Arbeitsplatznah“ und dabei „allgemein verwertbar“ soll die Weiterbildung sein. Es werden eher kurze, kompakte Maßnahmen nachgefragt. Denn Kurzarbeit, sagt Crimmann, sei ein flexibles Instrument: Die Beschäftigung könne jederzeit wieder hochfahren. Deshalb würden sich die Firmen kaum langfristig binden wollen.

Aber niemand müsse befürchten, wegen besserer Auftragslage den Lehrgang abbrechen zu müssen, beruhigt Anja Huth: Eine Anschlussfinanzierung sei nach Ende der Kurzarbeit möglich. MATILDA JORDANOVA-DUDA

Von Matilda Jordanova-Duda

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