Bildung

Kreativitätsmotor der Jugend stottert  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 29. 7. 05 – Politik, Wissenschaft und Wirtschaft mühen sich, Jugendliche für Ingenieurstudiengänge zu gewinnen. Häufig stoßen sie jedoch auf geringes Interesse. Vorbehalte gegenüber komplexen technischen Prozessen und einem zu „trockenen“ Studium lassen Schüler vom Ingenieurberuf Abstand nehmen. Derweil kühlt die Klage von Ingenieurstudenten über Leistungsdruck und geringen Praxisbezug die Technikbegeisterung ab.

Kaum ein Jugendlicher, der nicht virtuos mit einem Handy und dessen zahlreichen Funktionen umginge. Kaum ein Kind, das nicht bereits im Internet gesurft hätte. Sind junge Menschen hierzulande deshalb der Technik besonders aufgeschlossen? Dieser Frage gingen Wissenschaftlerinnen des Instituts für Sprach- und Kommunikationswissenschaft (ISK) an der RWTH Aachen nach.

Fragt man die Betroffenen, Schüler und Studenten, halten sie sich selbst durchaus für technikkompetent. Älteren, also Lehrern, Eltern und Großeltern, wird technische Kompetenz tendenziell abgesprochen. Die wissenschaftliche Untersuchung hat jedoch ergeben, dass hinter dieser scheinbaren Aufgeschlossenheit des Nachwuchses nur oberflächliche Begeisterungsfähigkeit und wenig Neugierde steckt. Ausgefeilte „Bedienkompetenz“ heiße noch lange nicht, Jugendliche hätten eine genaue Vorstellung von dem, was unter Chassis und hinter Bildschirmen vor sich ginge, so die Aachener Wissenschaftlerinnen.

Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe „zeigen keine Faszination für technische Entwicklungen“, lautet es in der Studie „Technophil oder technophob?“. „Sie wollen Technik als Hilfsmittel nutzen wie sie funktioniert, interessiert sie nicht.“ Großtechnologien würden im Gegensatz zur täglich greifbaren Technik kaum wahrgenommen. Nur wenige der befragten 540 Schüler opferten ihre Freizeit der Techniklektüre oder würden selbst gerne Technik entwickeln. 8,5 % zeigen Interesse für ein ingenieurwissenschaftliches Studium, und das, obwohl das Fach Mathematik im Beliebtheitsranking bei den meisten Schülern vor Sport und Englisch rangiert. Das Studium gilt als zu trocken, zu schwierig und zu komplex.

Das Berufsprofil des Ingenieurs bleibt für Schüler sehr vage. Vorstellungen vom Wissenschaftler sind immer noch geprägt vom Image des allein im Labor vor sich hin tüftelnden, weltfremden Forschers. Die Unterscheidung der einzelnen Ingenieurfachrichtungen bereitet Schülern mehr Probleme als dies beispielsweise bei Arztberufen der Fall ist, so ISK-Mitarbeiterin Dr. Kirsten Schindler. Dieses diffuse Bild von Technik und vom Ingenieurberuf erschwert Jugendlichen zwangsläufig den Zugang. So verwundert nicht, dass bei mehr als einem Viertel der befragten Ingenieur-Studierenden der Vater einen ingenieurwissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Beruf ausübt.

Während für die Mehrzahl der befragten Schüler und Studenten technische Entwicklungen eher Probleme lösen denn aufwerfen und generell Fortschritt bedeuten, geht rund ein Drittel von ihnen davon aus, dass Technik Arbeitsplätze vernichtet.

Studierende der Ingenieurwissenschaften sind in der Regel von Technik begeistert, fühlen sich durch das Studium diesbezüglich aber nicht gefördert. Weniger als der Hälfte der Befragten macht das Studium Spaß. Leistungsdruck verspüren vor allem Studierende des Maschinenbaus (70 %) und der Elektrotechnik (69 %), Stress bereitet das Studium vorrangig den werdenden Bauingenieuren (67 %). Die Mehrzahl der Studierenden wünscht sich einen größeren Praxisbezug der Ausbildung.

Beruflichen Erfolg bringen die Studierenden insbesondere mit Zufriedenheit, Spaß, Anerkennung sowie Vereinbarkeit von Arbeit und Familie zusammen. Geld spielt eine untergeordnete Rolle.

Die Befragten halten sich und ihre Generation für individualistisch und egoistisch, aber auch für lebensbejahend und ehrgeizig. Sie klagen über einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Werteverfall, sind aber selbst nicht bereit, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. WOLFGANG SCHMITZ

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