Bildung

Konzerne forcieren duale Studiengänge  

VDI nachrichten – Unter dem Label „Bologna@Telekom“ schickt die Deutsche Telekom den neuen Studiengang „Bachelor of Engineering in Telekommunikationsinformatik“ ins Rennen um kluge Köpfe. Der Konzern befindet sich damit in namhafter Gesellschaft.

Die meisten großen Unternehmen der Technikbranchen haben sich mit dem „Bologna-Prozess“ und den neuen Studienabschlüssen Bachelor und Master arrangiert. Das gilt auch für die maßgeschneiderten dualen Studiengänge, die Firmen in Kooperation mit Fachhochschulen oder Berufsakademien anbieten und in denen sich ausgedehnte Praxisphasen in Unternehmen mit Lernphasen an Hochschulen abwechseln.

So hat die Deutsche Telekom gerade unter dem Label „Bologna@Telekom“ und der Devise „Lebenslanges Lernen“ den „Bachelor of Engineering in Telekommunikationsinformatik“ an der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig an den Start gebracht. Er richtet sich zwar nur an bereits berufstätige Telekom-Mitarbeiter, doch auch bei Studienangeboten für Abiturienten mischt das Unternehmen kräftig mit.

Hunderte duale Studiengänge gibt es deutschlandweit, Tendenz steigend. Unternehmen wie Siemens, BASF und Deutsche Telekom bieten so jährlich jeweils Dutzenden bis Hunderten von Studierwilligen eine Bachelor-Ingenieurausbildung, die vor allem der Pflege des eigenen Führungsnachwuchses dient.

Wenn es um die praxisnahe Ausbildung der Jung-Ingenieure geht, sieht Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom, die Wirtschaft in der Pflicht: „Zu lange haben Unternehmen sich zu wenig eingemischt. Das sieht man ja auch am Mangel an MINT-Absolventen und dem Überfluss an MINT-Abbrechern. Ich bin absolut der Meinung, dass Unternehmen mehr inhaltlich Einfluss nehmen und konkret beraten sollten. Sie sollten sogar Co-Produzenten von Bildung werden.“

In den deutschen Hochschulen spricht man von einer „Win-Win-Situation“

Große Worte. Dennoch nimmt die Hochschulrektorenkonferenz, die Interessenvertretung der deutschen Hochschulen, die Unternehmen nicht als Konkurrenz, sondern als Partner wahr.

Die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) ist dabei, eine Art Landkarte für alle dualen Studiengänge zu erstellen. Karl-Heinz Minks, bei der HIS zuständig für den Bereich Hochschulforschung, kann sich durchaus vorstellen, dass die dualen Studiengänge künftig vor allem die Universitäten in eine Wettbewerbssituation drängen könnten – „in zehn, 15 Jahren, wenn es aufgrund der demografischen Entwicklung weniger Studienanfänger als heute geben wird“.

Denn wer einen der dualen Studienplätze ergattert und sich nicht ganz dumm anstellt, steht quasi schon mit einem Bein im künftigen Job, die Übernahmequote ist laut Unternehmen sehr hoch und liegt bei um die 90 %.

Und befragt man die Hochschulen selbst, sprechen die meisten von einer „Win-Win-Situation“. Uwe Krönert, Dekan des Fachbereichs Angewandte Ingenieurwissenschaften an der FH Kaiserslautern, die mit BASF kooperiert, sagt: „Die Hochschule profitiert von den dualen Studiengängen, da sie mehr und bessere Studienanfänger bekommt. Außerdem treten wir in Konkurrenz zu den Berufsakademien. Dadurch erschließen wir für uns neue Studienanfänger.“ Obendrein liefern die Partnerunternehmen erfahrene Manager als Dozenten.

Nach Erfahrungen von Richard Hartmann, Leiter Personalwirtschaft und Ausbildung bei BASF in Ludwigshafen, geben vor allem die ehrgeizigen, an Führungsaufgaben in der Wirtschaft interessierten jungen Leute einem dualen Studium den Vorzug. Sie würden sich vermutlich ohnehin nicht für ein herkömmliches Universitätsstudium entscheiden. Hartmann: „Sie möchten nicht viel Zeit verlieren. Denn der andere verbreitete Weg – erst eine zwei- bis dreijährige technische Ausbildung, dann ein Studium – dauert bedeutend länger.“

Und während die Abbrecherquote in den normalen Ingenieurstudiengängen bei gut 30 % liegt, bewegt sie sich in den dualen Studiengängen nur bei 5 % bis 10 % – sagen die Unternehmen. Man darf ihnen wohl glauben. Denn da sie viel Geld – bis zu zweistellige Millionenbeträge – in ihre dualen Studiengänge investieren, wird schon vor Beginn des Studiums in Assessment Centern kräftig gesiebt. Wer übrig bleibt, bringt zumindest gute Voraussetzungen für das Ingenieurstudium mit.

Während des Studiums soll den Studierenden genau das vermittelt werden, was laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages von 2008 in den neuen, meist nur sechs Semester kurzen Bachelor-Studiengängen noch vernachlässigt wird: der Praxisbezug. „Ich sehe die Wirtschaft allerdings nicht als Reparaturwerkstatt, die mit dualen Studiengängen etwaige Schwächen der herkömmlichen Bachelors ausgleicht“, so Richard Hartmann.

Doch bleibt bei alldem nicht die Freiheit von Forschung und Lehre auf der Strecke, und wie steht es um die Einflussnahme der Unternehmen auf den Lehrplan an den Hochschulen? „Alle Studiengänge werden von einer Akkreditierungsagentur evaluiert, und nur wenn sie den allgemeinen Qualitätsanforderungen für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge entsprechen, erhalten sie eine Zertifizierung“, so Günther Hohlweg, Leiter der Ausbildung bei Siemens.

Das Unternehmen würde sich demzufolge selbst keinen Gefallen tun, wenn es versuchte, den Hochschulen Inhalte zu diktieren. Ähnliches gilt für die Lehrbeauftragten aus den Unternehmen, die an den betreffenden Hochschulen die Studenten unterrichten. Hohlweg: „Nach zwei Jahren wird die Qualität ihrer Lehre bewertet wie bei anderen Hochschuldozenten auch.“

www.telekom.com/dtag/cms/content/dt/de/28022

www.siemens.de/jobs/einstieg/schulabsolventen/Seiten/home.aspx

www.karriere.basf.com/igp/Career/de_DE/portal/abg_content/content/abg/bip/index

 

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