Bildung

Kommunikation kommt in(s) Schwärmen  

„Schwarmintelligenz – die Macht der smarten Mehrheit“ stand auf der Agenda des 10. Trendtages in Hamburg. Die kostenlose Internet-Enzyklopädie Wikipedia sowie Online-Tagebücher (Weblogs) sind Vorreiter, wenn es um Schwarmintelligenz geht. Gemeinsam mit den Möglichkeiten des Mobilfunks und der ständigen Vernetzung ergeben sich heute neue soziale Realitäten.

Dass die Mehrheit der Deutschen noch nicht smart ist, bewies Jimmy Wales, Mitgründer der kostenlosen Enzyklopädie Wikipedia. Jeder kann im Wiki online sein Wissen mit anderen teilen, andere können jederzeit korrigieren. Tatsächlich „sind 9 % der Leute, die bei der deutschen Ausgabe mitmachen, für 90 % der Artikel verantwortlich“, so Jimmy Wales.

Anders am Flughafen Hamburg, wo die Taxisituation seit Jahren prekär ist. „Muss noch jemand zum Trendtag?“, fragt Heiner G. Koppermann, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Changeworks in die Runde. Drei Trendtägler finden sich zusammen, nicht alle müssen voll bezahlen. Ein kleines Beispiel für Schwarmintelligenz – ein Begriff der „in der Kybernetik ein System nichtintelligenter Agenten bezeichnet, die aber als Kollektiv intelligentes Verhalten zeigen“, erklärte Physiker Koppermann auf dem Trendtag Anfang Juni in Hamburg

Charakteristisch für Schwarmintelligenz bei Ameisen sei es zum Beispiel , dass sie ohne zentrale Kontrolle zusammenfinden und durch einfache Regeln komplexe Aufgaben managen. Das Geheimnis liege in der kollektiven Selbstorganisation. Kurz: in der Fähigkeit, sich sehr schnell ohne vorherige Planung zu bilden und flexibel, aber doch koordiniert zu handeln.

Genau dieses Phänomen präge derzeit immer mehr sowohl Gesellschaft wie Wirtschaft. Einmütig verkündeten dies zumindest Zukunftsforscher und Autor Howard Rheingold sowie Trendforscher Peter Wippermann (Trendbüro Hamburg) und David Bosshard (Gottlieb Duttweiler Institut Zürich) im Hanseatischen Curio-Haus.

Nun ist der Austausch über Newsletter und Geben und Nehmen in Netzwerken, ob nun real oder virtuell, nicht neu. Jedoch treffe Schwarmintelligenz anno 2005 mit Internet und Mobiltelefonen auf eine technologische Infrastruktur, die es vielen erleichtert, schnell, zu jeder Tages- und Nachtzeit, global mit anderen zu kommunizieren, und zu handeln. „Wenn das Internet die technische Revolution war, ist Schwarmintelligenz die soziale Evolution“, sagte Wippermann.

Ich blogge, also bin ich. So könnte man den Boom der Tagebücher im Internet mit Lieblingslinks der Verfasser und direkter Kommentarfunktion für Leser, Weblogs genannt, abtun. Ebenso könnte man die derzeitige Hysterie darum als Medienphänomen werten. Auch Wippermann findet die Investitionen von 60 Mio. $ für die Bloggingindustrie, verglichen mit den 19,9 Mrd. $, die vor Jahren in die Dotcoms geflossen sind, „eigentlich gar nichts“. Und doch kann man die „rund 9 Mio. Blogs weltweit nicht mehr ignorieren“, sagt Stefan Glänzer vom Weblog-Service 20six. Für ihn ist Blogging „das schnellst wachsende Internetphänomen der letzten fünf Jahre“.

Inzwischen gibt es alle Spielarten. Dazu zählen Fotoblogs (Phlogs), Videoblogs (Vlogs), Bloggen vom Handy aus (Moblogging), Fakeblogs (Flogs), worunter Marketing-Blogs verstanden werden, die ein Produkt unter Pseudonym promoten. Zudem setzen Unternehmen wie IBM, Sun, oder HP in ihren US-Hauptzentralen verstärkt auf Blogs. Ziel ist es, sowohl intern die Kommunikation der Mitarbeiter sowie den Austausch von Fachwissen zu verbessern. Gleichzeitig wirkten Unternehmens-Blogs extern als Werbung fast ohne Etat.

Unternehmen hier zu Lande zeigen sich noch weit gehend resistent. David Bosshard: „In einer wachsend unverständlichen Welt ist der Kommentar eines Unternehmenschefs in einem Blog wichtiger als irgendein Strategiepapier.“ Wippermann stieß in dieselbe Kerbe und rief Marketingverantwortliche auf, sich über die Blogs zu informieren, welche Konsumentenwünsche im Netz diskutiert würden, um danach z. B. Produkte zu verbessern.

Derweil strebt die angewandte Schwarmintelligenz höhere Weihen an. Sowohl Wikipedia als auch verschiedene Blogs wie der „Bildblog – Notizen über eine große deutsche Boulevardzeitung“ hat das renommierte Grimme Institut für den Online Award 2005 nominiert. NIKOLA WOHLLAIB

 

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