Bildung

Kein Computer kann fundierte Bildung ersetzen

Der Zugang zu Informationen war noch nie so leicht wie heute. Damit wächst auch der Zwang, diese Fülle an Informationen zu bewerten und einzuordnen.

Nur weil Christoph Kolumbus jede Gelegenheit ergriffen hatte, mit Kapitänen über Seewege und ihre geografischen Kenntnisse zu sprechen, und ihm zudem 1480 erstmals Eintritt in die portugiesischen Archive gewährt wurde, habe er die Existenz Amerikas vorausahnen können.

Für Gerd Schulte-Hillen, Aufsichtsratsvorsitzender der Bertelsmann AG, ein gutes Beispiel für die Bedeutung von Wissenschaft und Bildung: „Etwas zu wissen und Zugang zu den Archiven früherer Generationen zu haben, kann große Dinge hervorbringen.“ Aus diesem Grund hatte die Bertelsmann Stiftung im Verbund mit der AOL Time Warner Foundation vergangene Woche nach Berlin zum „21st Century Literacy Summit“ geladen.

Dass „es noch nie so leicht war, Zugang zu den Archiven dieser Welt zu haben“, darin ist Schulte-Hillen sicherlich zuzustimmen. Gleichwohl sind Bildung und Wissenserwerb auch noch nie so techniklastig gewesen. Für viele Menschen stellt Technik eine überwindbare Hürde für ihre Teilnahme an der „Wissensgesellschaft“ dar. Rund 31 Mio. Deutsche haben mittlerweile Zugang zum Internet, so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Siegmar Mosdorf (SPD).

Dennoch: Die Gefahr einer „digitalen Spaltung“ ist nicht von der Hand zu weisen, weder im Verhältnis von armen und reichen Ländern noch innerhalb der entwickelten Länder, wie eine Emnid-Umfrage vom vergangenen Jahr zeigt. Mit Projekten wie „Schulen ans Netz“ und „Internet für Anfänger“ oder dem „Media Workshop New York“ und dem „Interactive Education Institute“ soll diesseits und jenseits des Atlantiks die Begeisterung für die neue Medientechnologie geschürt werden. Bald sollen 80 % der in den Industrieländern verrichteten Tätigkeiten aus dem Umgang mit Informationen bestehen, so Kanzler Schröder.

Dass der Erwerb von Medienkompetenz jedoch andere Fähigkeiten, vor allem eine umfassende Allgemeinbildung voraussetzt, darauf wies Viviane Reding hin, EU-Kommissarin für Erziehung und Kultur. „Computer sind nichts weiter als Instrumente. Den kritischen Gebrauch mit ihnen zu üben, ist Aufgabe der Lehrer.“ Die wiederum sind oftmals der Herausforderung ausgesetzt, in Sachen Computer von ihren Schülern zu lernen.

Mehr Gewicht soll deshalb die Lehrerfortbildung erhalten, die in den USA, wo in einigen Staaten alle Pädagogen Laptops erhielten, mit Sonderprogrammen wie „Access to Technology“ fortschrittlicher erscheint als in Deutschland. Auch die technische Ausstattung hinkt in Europa hinterher, wo ein PC auf 25 Schüler kommt. In den USA liegt das Verhältnis bei 1:7.

In den Unternehmen sind Computer als Lernmedien nicht mehr wegzudenken. Bei IBM werden jährlich 900 Mio. Dollar für die betriebsinterne Aus- und Weiterbildung ausgegeben, 40 % der Programme basieren dabei auf E-Learning, selbst Führungstraining und die Schulung so genannter Soft-Skills. „Wir lernen nur in Klassen“, erläuterte Richard Straub, Direktor der E-Learning Solutions von IBM Europa, „wenn der Beweis erbracht wurde, dass es mit E-Learning nicht geht.“

Das Leitbild des „lebenslangen Lernens“ als Selbstverpflichtung beschäftigte auch Steve Case, CEO von AOL Time Warner: „Wir bewegen uns auf eine Ära zu, in der Erziehung nicht mehr nur auf die Jugend beschränkt ist, sondern zum lebenslangen Abenteuer von Weiterentwicklung und Lernen wird.“ 33 Mrd. Dollar spülten allein die amerikanischen AOL-Nutzer dem Konzern letztes Jahr in die Kassen. Dass sich AOL Time Warner an der amerikanischen Bildungsoffensive „21st Century Literacy“ großzügig beteiligt, versteht sich von selbst. HELMUT MERSCHMANN

Von Helmut Merschmann
Von Helmut Merschmann

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