Bildung

IT-Berufe bestehen weiblichen Härtetest

Während ihrer Informationsreise in die IT-Industrie warfen Essener Gymnasiastinnen Rollenklischees über Bord.

Ohne Frauen geht es nicht – auch nicht in den IT-Berufen. Das meinen Schülerinnen des Mädchengymnasiums Essen-Borbeck und machten sich auf den Weg in die Informationsgesellschaft, wie das Motto der mehrjährigen Projektarbeit lautet. „Schließlich sind wir nicht minderbemittelt, warum sollten wie uns nicht für Technik interessieren?“, stellt Vanessa Beyer fest.

Die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10 informierten sich in ihrem Teilprojekt über die neuen IT-Ausbildungsberufe. Ihre Rechercheergebnisse fassten sie auf einer CD-Rom zusammen. „Die CD-Rom ist ein gutes Beispiel für die sinnvolle Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft“, erläutert Lehrer Heinz Depping. Während die örtliche CNE Telekomunikation die notwendige Hardware bereit stellte und zusammen mit dem Dienstleister Signum IT (AEG) für das gesamte Schulprojekt mit Rat und Tat zur Seite stand, kooperierten die Schülerinnen mit Auszubildenden des Junior IT Systemhauses „JunITS“ der Deutschen Bahn AG, um die CD-Rom zu erstellen. Vier Azubis konnten sich frühzeitig im „Kundenkontakt“ üben und gaben ihr Know-how an die Schülerinnen weiter: Umgang mit dem Internet und der Software „Frontpage“ oder die Arbeit mit der Digitalkamera.

JunITS Ausbildungsleiter Jürgen Glitsch berichtet von durchweg positiven Erfahrungen: „Das soziale Lernen war enorm wichtig. Die Auszubildenden waren zum ersten Mal auf sich allein gestellt und mussten sich auf die Bedürfnisse der Schülerinnen einstellen.“ Später im Beruf käme es darauf an, den technischen Service an den Kundenwünschen auszurichten. Während die jungen Computertechniker zunächst unsicher waren, wie sie sich – selbst gerade der Schule entwachsen – zu verhalten haben, und ob die Schülerinnen auch wirklich an ihrer Arbeit interessiert seien, gaben die Mädchen eine eindeutige Antwort. Sie wollen das Image von der weiblichen Technikfeindlichkeit nicht länger mit sich herumtragen. Daniela Zippel: „Viele Mädchen machen die Erfahrung, dass die Jungen sagen: Du kannst das sowieso nicht. Auch ich habe dann in solchen Situationen gedacht: Dann lasse ich es eben.“ Jacqueline Sellinghoff brach aus dem selben Grund einen Anfängerkurs über Homepages ab, weil die anderen Teilnehmer permanent mit Fachausdrücken um sich warfen, ohne selbst wirklich Bescheid zu wissen. Auch sonst, in der Freizeit, wenn es um Computer geht, sprechen die Jungen ein unglaubliches Kauderwelsch, findet sie.

Die Schülerinnen wissen natürlich noch nicht, ob sie wirklich einen IT-Ausbildungsberuf erlernen, direkt ein Studium der Informatik oder ein Ingenieurfach in Angriff nehmen werden. Aber langfristig können die immer noch verkrusteten Rollenbilder nur aufgeweicht werden, wenn frühzeitig in den Schulen Projekte wie am Mädchengymnasium Borbeck laufen, glaubt Jürgen Glitsch. Für ihn war es ein schöner Erfolg, dass in einem Ausbildungsjahrgang unter den 33 Anfängern immerhin acht Frauen waren.

Die Nachfrage nach den neuen nichtakademischen IT-Berufen schätzt Glitsch bei Bewerbern und Unternehmen positiv ein. Für viele biete eine solche Ausbildung die Chance, das Interesse am Computer direkt zum Beruf zu machen, ohne den an den Hochschulen notwendigen Umweg über die langwierige und oftmals abschreckende Theorie gehen zu müssen. „Es gibt Studienabbrecher, die mit der theoretischen Mathematik zu Anfang des Studiums nicht klar kamen, und es wird sicherlich Auszubildende geben, die ganz bewusst erst einen sicheren und schnelleren Berufseinstieg wählen und sich die Option offen halten, später das Studium folgen zu lassen.“

So hat die Arbeit an der CD-Rom bei Wiebke Bröring durchaus Interesse geweckt, ein Studium schreckt sie jedoch ab: „Ich würde das schon studieren, im Moment werden Informatiker ja gesucht. Aber wenn ich fertig bin, ist es wieder anders rum und ich bekomme keine Stelle“, ist ihre Sorge.

Trotz aller Bemühungen hat es die Computertechnik schwer an den Schulen. Auch am Mädchengymnasium Borbeck werden nur Informatikgrundkurse angeboten, da die Informatik nicht der Mathematik oder den Naturwissenschaften gleichgestellt ist. Wenn Schüler einen Informatik-Kurs wählen, bedeutet das eine zusätzliche Belastung, da sie dann auf jeden Fall noch eine Naturwissenschaft belegen müssen. Seit fünf Jahren bestehen an der Schule die technischen Voraussetzungen Informatik zu unterrichten. „Wir haben jetzt fünf Lehrer, die das Fach in der Oberstufe unterrichten können, weil sie sich über Fortbildungen qualifiziert haben. Es sind aber keine frisch gebackenen Lehrer eingestellt worden, die das Fach auch wirklich studiert haben“, beschreibt Heinz Depping – selbst eigentlich Fachlehrer für Deutsch und Pädagogik – das Problem.
M. BURAZEROVIC

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