Weiterbildung in Schweden

Ingenieure lernen in Eigenregie

Mit ihrer „Kompetenzentwicklung“, wie die berufliche Weiterbildung in Schweden genannt wird, sind 96 % der Ingenieure unzufrieden. Nur jeder Zwanzigste äußert sich positiv über vom Arbeitgeber angestoßene Qualifizierungsmaßnahmen. Das ergab eine Umfrage des Schwedischen Ingenieurverbandes im letzten Jahr – und die Klagen sind bis heute nicht leiser geworden. Verbandsmanagerin Mari-Ann Hjulbäck findet das mit Blick auf die Exportwirtschaft besorgniserregend. „Wenn schwedische Unternehmen konkurrenzfähig bleiben wollen, müssen sie den Qualifizierungsbedarf systematisch anheben und in eine durchdachte Strategie umsetzen.“

Mit ihrer „Kompetenzentwicklung“, wie die berufliche Weiterbildung in Schweden genannt wird, sind 96 % der Ingenieure unzufrieden. Nur jeder Zwanzigste äußert sich positiv über vom Arbeitgeber angestoßene Qualifizierungsmaßnahmen. Das ergab eine Umfrage des Schwedischen Ingenieurverbandes im letzten Jahr – und die Klagen sind bis heute nicht leiser geworden. Verbandsmanagerin Mari-Ann Hjulbäck findet das mit Blick auf die Exportwirtschaft besorgniserregend. „Wenn schwedische Unternehmen konkurrenzfähig bleiben wollen, müssen sie den Qualifizierungsbedarf systematisch anheben und in eine durchdachte Strategie umsetzen.“

Ingenieurverband: Weiterbildung für Ingenieure steht in Schweden ganz oben

Bei den Tarifverhandlungen, auf denen der Ingenieurverband die Arbeitnehmerseite vertritt, steht Weiterbildung ganz oben. Zwar gibt es landesübergreifend viele Vereinbarungen, deren Umsetzung aber scheitert oft an lokalen Widerständen, an Zeitmangel, an Finanznöten. Oder an der Einsicht des Managements, dass zeitgemäß ausgebildete Ingenieure bares Geld wert sind. Nur zwei von fünf schwedischen Betrieben sehen in der laufenden Qualifizierung von Ingenieuren einen strategisch wichtigen Punkt. „Das ist erschreckend wenig“, schimpft Camilla Frankelius, die für den Ingenieurverband die Gehälter aushandelt. „Es sollte ein klarer Wettbewerbsvorteil sein, Mitarbeiter zu haben, die technisch weit vorne liegen.”

Ingenieure bilden sich auch in Eigenregie weiter

Zu ihrem Glück können sich die schwedischen Unternehmen auf die Eigeninitiative ihrer Ingenieure verlassen. „Wenn sich der Arbeitgeber weigert, in Weiterentwicklung zu investieren, dann finde ich es vernünftig, selbst Bücher zu kaufen oder Kurse zu besuchen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben“, erklärt Maschinenbauer Nils in einem Internet-Ingenieurforum. „Denn dann kann man in seinen Lebenslauf schreiben, dass man selbst etwas getan habe, um einen interessanteren Job zu bekommen.“

Von Christine Demmer

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