Bildungspolitik

In der Wirtschaftskrise die Bildungsweichen stellen  

Andreas Pinkwart (FDP) will NRW im Wissenschaftsbereich an die Spitze führen. Initiativen wie „Zukunft durch Innovation“ und „Sachen machen“ gehören für den Innovationsminister zu bahnbrechenden Projekten. Gerade in Krisenzeiten müsse die Wirtschaft an die Zukunft denken. VDI nachrichten, Düsseldorf, 20. 2. 09, ws

Pinkwart: Das Land hat gerade im Bereich Bildung, Wissenschaft und Innovation einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. NRW hat 16 Spitzenforschungsinstitute dazu gewinnen können, so viele, wie seit langer Zeit nicht mehr. Allein dadurch hat das Land gezeigt, im Wettbewerb um die besten Köpfe und große Forschungsbudgets mit anderen mithalten zu können. Im Vergleich zum Jahr 2005 haben die Hochschulen rund eine halbe Milliarde Euro jährlich mehr Mittel zur Verfügung. Gerade im Bereich Spitzenforschung hatten wir einen Riesenbedarf, insbesondere gegenüber den süddeutschen Ländern.

Um Innovationsland Nr. 1 in Deutschland zu werden, müssen wir diesen Kurs weiter auf hohem Niveau fortführen.

Und dazu gehören die Initiativen „Zukunft durch Innovation“ (ZdI) und „Sachen machen“?

Beide sind zentrale und sich ergänzende Initiativen, die der gesamten Bildungskette zu mehr Sensibilität und Motivation, aber auch zu mehr Kenntnissen innerhalb der Bereiche Mathematik, Naturwissenschaften und Technik verhelfen sollen. Deutschland hat es bitter nötig, dass diese Fächer nach einer Flaute in den 90er Jahren gebührend gefördert werden. Ende der 90er Jahre war die Zahl der Ingenieurstudenten in NRW innerhalb von knapp zehn Jahren um fast 40 000 zurückgegangen. Diese Negativentwicklung hat sich gedreht. Bestes Beispiel ist der enorme Anstieg bei den Studienanfängern im Maschinenbau.

Wie sieht es mit dem Engagement der Unternehmen aus, sich in Krisenzeiten an den Initiativen zu beteiligen?

Vor wenigen Tagen habe ich ein ZdI-Zentrum in einer an der Automobilindustrie orientierten Region eröffnet. Die Unternehmer meinten übereinstimmend: Wenn wir dieses ZdI-Zentrum nicht schon vor geraumer Zeit geplant hätten, hätten wir es spätestens jetzt, in der Krise, als zukunftsweisendes Projekt in Angriff nehmen müssen. Ich meine, dass viele Unternehmen erkannt haben, jetzt die Weichen stellen zu müssen, um später die besten Köpfe zu haben.

Sie haben die Fachhochschullandschaft in NRW um vier Einrichtungen erweitert. Warum wurde stattdessen nicht in bessere Betreuungsverhältnisse an den bestehenden Hochschulen investiert?

Wir machen beides. Über den Hochschulpakt I stellen wir in NRW 450 Mio. € zur Schaffung von 26 000 zusätzlichen Studienanfängerplätzen bis 2010 bereit. Mit dem Hochschulpakt II kommen Gelder hinzu, um für den sich ankündigenden Sturm auf die Hochschulen gerüstet zu sein. Es gibt also für mehr Studienanfänger mehr Mittel. Hinzu kommt die Freiheit der Hochschulen, über Studienbeiträge die Lehre zu verbessern, etwa durch Schaffung neuer Professuren. Diese erhöhen nicht die Kapazität, sondern optimieren Qualität und Betreuungsverhältnis.

Aber die Hochschullandschaft in NRW ist die dichteste in Europa. Machen da vier neue Fachhochschulen Sinn?

Wir brauchen diese neuen Hochschulen dringend. Nur jeder vierte Student in NRW studiert an einer FH, in Bayern und Baden-Württemberg sind es rund 40 %. Hier gibt es erheblichen Nachholbedarf. Außerdem wollen wir mehr jungen Menschen die Chance geben, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu studieren. Allein hier schaffen wir 8500 Studienplätze. Das hilft auch beim Kampf gegen den Ingenieurmangel. Wir investieren dabei in hochmoderne Ausstattung und bevorzugt in duale Studienangebote. Profitieren sollen vor allem auch Studierwillige aus den so genannten „bildungsfernen Schichten“. Letztlich wollen wir bis 2020 in NRW eine Relation von Universitäts- zu FH-Studierenden von 60:40 erreichen.

Viele Ingenieur-Studierende wollen auf den Bachelor den Master folgen lassen, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Laufen damit Aktionen großer Unternehmen wie „Bachelor welcome!“ ins Leere?

Ich sehe für den Bachelor sowohl in den Hochschulen als auch in den Unternehmen eine hohe Akzeptanz. Der Bachelor ist hochattraktiv und willkommen.

Aber die großen Technischen Universitäten fordern den Master als Regelabschluss.

Natürlich ist der Master für alle, die in die Forschung wollen, der Königsweg. Wir sollten aber trotzdem nicht zu eindimensional denken. Die Zukunft wird denen gehören, die auf Interdisziplinarität und Durchlässigkeit der Systeme und damit auch auf große Flexibilität der Karrierewege setzen, innerhalb einer Hochschule, aber auch im Wettbewerb der Hochschulen. Bachelor und Master eröffnen genau diese Möglichkeiten.

WOLFGANG SCHMITZ

Von Wolfgang Schmitz

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