OECD-Studie

Gute (Ingenieur-)Ausbildung bringt hohe Renditen

Die deutsche Bildungspolitik nimmt immer noch nicht Fahrt auf. Das geht aus der jüngsten OECD-Studie hervor, die die Bildungssysteme der Industrienationen vergleicht. Kritik wurde vor allem an der geringen Durchlässigkeit auf dem Weg zu akademischer Bildung laut. Dabei belegt Deutschland bei der Gesamtzahl gut Gebildeter eine Spitzenposition.

Zu wenige Studenten, schlechte Übergangsmöglichkeiten für Berufstätige ohne Abitur an die Hochschulen, mangelhafte Berufsberatung – die Studie „Bildung auf einen Blick“, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in dieser Woche vorstellte, gibt Deutschland keine guten Noten. Gewerkschaften und Arbeitgeber fordern Nachbesserungen in der Bildung. Mehr Geld für die Bildung und größere Anstrengungen, um junge Menschen für ein Studium zu begeistern – das forderten Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände angesichts der Ergebnisse der Studie „Bildung auf einen Blick“.

So warf die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) der Bundesregierung Rechentricks vor, mit denen sie die mangelnden Bildungsausgaben schönrechne. Der Zugang zu den Hochschulen müsse für beruflich Qualifizierte ohne Abitur deutlich erleichtert werden.

Einen Ausbau in diesem Bereich fordert Klaus Heimann vom Vorstand der IG Metall. Notwendig seien mehr berufsbegleitende Studiengänge und „ein reformiertes BAföG ohne jegliche Altersgrenze“. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall mahnt, die Qualität der Schulbildung zu verbessern und verstärkt ausländische Fachkräfte anzuwerben.

Laut OECD liegt Deutschland bei den Bildungsausgaben mit 4,7 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) noch immer unter dem OECD-Durchschnitt von 5,5 %.

Die Studie weist auch darauf hin, dass die Zahl der Hochschulabsolventen in Deutschland zwischen 2000 und 2008 zwar um mehr als ein Drittel auf jetzt 25 % eines Jahrgangs angewachsen ist. Im OECD-Mittel wuchs dieser Wert aber im gleichen Zeitraum von 28 % auf 38 %.

Ein Manko sieht die OECD vor allem in der Tatsache, dass in Deutschland nur wenige Menschen, die zwar eine Berufsausbildung, aber kein Abitur haben, den Weg an die Hochschulen finden. Ihr Anteil an den Studierenden liegt derzeit bei 1 %, an den Fachhochschulen bei 1,8 %. In Österreich sind es an allen Hochschulen insgesamt 6 %, in Norwegen 8 % und in Großbritannien 15 %.

„Mit einer Studienanfängerquote von 40 % werden wir den Bedarf an hoch Qualifizierten schwer decken können“, sagte der Leiter des Berliner OECD-Büros, Heino von Meyer. Der Akademikermangel drohe, zu einem Engpass für Innovationen und damit für die Gesellschaft zu werden.

Ganz anders die Einschätzung von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU). Sie sieht in der Studie eine „hohe Übereinstimmung mit den Projekten der Bundesregierung“ und verweist auf die gute Bewertung der dualen Berufsausbildung in der Studie. Die OECD-Ergebnisse basierten auf Werten von 2008 und ließen etwa die von der aktuellen Regierung angestoßene Exzellenzinitiative und zusätzliche Stipendien außer Acht.

Dass es um den Nachwuchs an Ingenieuren in Deutschland düster aussieht, hatte bereits eine ähnliche Studie der OECD vor drei Jahren ergeben. Danach kommen in Deutschland auf 100 Ingenieure mit einem Fachhochschul- oder Hochschulabschluss in der Altersgruppe 55 bis 64 Jahre nur 90 Graduierte in der Altersgruppe von 25 bis 34 Jahre. In den 19 OECD-Ländern, für die Daten dazu vorlagen, lag der Schnitt bei 100 zu 190, also mehr als doppelt so hoch.

Die IG Metall wiederholte ihre Forderung, mehr zu tun, um Nachwuchs für die Ingenieurausbildung zu gewinnen. Die „Doppelqualifikation“, erst Lehre, dann Studium, müsse stärker genutzt werden.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wies darauf hin, dass neben einer frühzeitigen Förderung der Schüler in den MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – eine fundierte Berufsinformation notwendig sei.

Eine Forderung, die auch die OECD erhebt. Allerdings auch auf die Beratung in den Arbeitsagenturen. Diese müssten stärker auf Übergangsmöglichkeiten zu den Hochschulen hinweisen, sagte OECD-Expertin Kathrin Höckel.

Trotz langer Ausbildungszeiten rechnet sich laut OECD die Investition in eine höhere Bildung. Rund 155 000 € „Rendite“ bringe ein Hochschulabsolvent dem Staat durch höhere Steuern und Sozialabgaben und ein deutlich geringeres Risiko, arbeitslos zu werden.

Ganz so düster wie es in der OECD-Studie klingt, sieht es in Deutschland wohl doch nicht aus. Laut Statistischem Bundesamt stieg der Anteil der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren mit mindestens einem Abschluss des Sekundarbereichs II (Abitur, Lehrabschluss oder Berufsfachschulabschluss, Hochschulabschluss) seit 2004 kontinuierlich an. Er lag 2008 wie in den Vorjahren in allen Bundesländern deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 72 %, für Deutschland insgesamt ergibt sich ein Wert von 85 %.

 

Von Saphir Robert/Stefan Asche

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