Beratung

Gesucht: Allrounder mit gutem Benimm

Der Kunde ist König. Wer dieses Gebot mit Technikwissen sowie wirtschaftlichen und fremdsprachigen Kenntnissen zu vereinbaren weiß, erfüllt die wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Unternehmensberater.

Technologieportfolios, E-Business, Schnittstellen zwischen Intra- und Internet – auch die Unternehmensberatungen müssen sich den technischen Herausforderungen stellen. Neben den klassischen Restrukturierungs-, Kostensenkungs- und Changeprogrammen, die sich auf die gesamte Organisation richten, treten vermehrt die Schnittstellen zur Technik in den Mittelpunkt. Kein Wunder also, dass die Beratungsgesellschaften zunehmend auch Ingenieure von Universitäten (gerne) und Fachhochschulen (früher naserümpfend, heute mit Handkuss) rekrutieren. Vielen gelten nämlich die Ökonomen und Juristen von vornherein als zu theorielastig, zu wenig anwendungsfreundlich und als schwach in der Umsetzung. Genau dabei haben Techniker besonders gute Karten.
Und dennoch gibt es Berater, die den Absolventen der Ingenieurwissenschaft für eher introvertiert und holprig im Umgang mit Kunden halten. Zu den unabdingbaren persönlichen Eigenschaften eines Beraters gehören nach Ansicht der Traditionsvertreter die „3 K“: Kultur, Kinderstube und Knigge, und die ließen sich – so das unverständliche Vorurteil – schwerlich bei jemandem finden, der mit Maschinenöl und Wagenschmiere hantiere. Diese Auffassung vertreten inzwischen jedoch nur noch wenige.
Heute sieht es freilich ganz anders aus, und das besonders bei Unternehmensberatungen, deren Kundenliste breiter gestreut ist. „Wir sind ganz eindeutig industrieorientiert“, heißt es bei Roland Berger & Partner in München, „mehr als 25 % unserer Consultants sind Ingenieure.“ Den Absolventen technischer Disziplinen werden grundsätzlich die gleichen Karrieremöglichkeiten eröffnet wie den Betriebswirten und anderen Akademikern. „Ein gewisses Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen sollte aber bereits im Lebenslauf bewiesen sein,“ erläutert Monika Benecke, Recruiting Coordinator im Hause Roland Berger.

Ein guter Berater setzt Analysen in Botschaften um

Überhaupt ist das Denken in Zusammenhängen heute zu einer Art Basisqualifikation geworden. Elke Benning-Rohnke, Managing Partner bei der Frankfurter Unternehmensberatung Grolman.Result, bestätigt: „Für uns gibt es viele Gründe, Ingenieure als Berater einzusetzen. Gerade die New-Economy verlangt ein hohes Maß an technischem Verständnis, gekoppelt mit der Fähigkeit, vernetzt zu denken und zu kommunizieren.“ Daher hätten „Ingenieure bei uns sehr gute Chancen. Sie können erfahrungsgemäß komplexe Sachverhalte gut durchdringen. Wenn sie die analysierte Vielschichtigkeit reduzieren und in unmittelbare Botschaften übersetzen können, sind sie gute Berater.“
Zu den gewünschten persönlichen Eigenschaften eines Bewerbers gehören für Unternehmensberatungen neben dem vernetzten Denken Glaubwürdigkeit und die Fähigkeit, andere für sich begeistern zu können. Dass gerade Berater extrem teamfähig sein müssen, steht ohnehin außer Frage. Schließlich arbeiten sie in der Regel mit anderen Kollegen und den Mitarbeitern der Kunden an einer Aufgabe und verscherzen sich mit Primaballerina-Attituden leicht die Vorteile kooperativer Zusammenarbeit. „Arroganz ist ein ganz klares K.-o.-Kriterium in unserem Hause,“ betont die Recruitingkoordinatorin von Roland Berger.
Ein weiterer Begriff, der von den meisten Beratungsgesellschaften genannt wird, umschließt ein ganzes Bündel persönlicher Qualitäten: „Sozialkompetenz“ erwarten die Arbeitgeber schon von den jungen Hochschulabsolventen. Sie meinen damit die Fähigkeit, Vertrauen zu schaffen, den Kunden argumentativ – nicht konfrontativ – von etwas überzeugen und kommunizieren zu können. Auch junge Berater müssen in der Lage sein, Argumentationsketten vor einer Gruppe durchzuhalten und zu verteidigen – auch wenn diese Gruppe im Detail besser Bescheid weiß als der Berater. Unternehmensberater müssen sich in die Situation des Kunden hineinversetzen und in dessen Nutzenkategorien denken können. Mehr als andere Berufsgruppen benötigen Berater ein Gespür dafür, was Praktiker wirklich brauchen. Dazu müssen sie zuhören können und nicht nur bestrebt sein, eigene Lösungen zu präsentieren.
Ein Berater muss über technisches Wissen verfügen und dieses Know-how auf die Bedürfnisse des Kunden hin übersetzen. Er muss dem Entscheider in einem Projekt klar machen, welche Auswirkungen eine Maßnahme auf sein Geschäft hat. Diesen Transfer leistet ein Consultant freilich nur, wenn er seine Teamfähigkeit mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit und Spezialwissen kombiniert. Kooperationsfähigkeit allein ist nicht genug. Nach wie vor muss sich ein Berater auf ein bestimmtes Gebiet spezialisieren und dieses besondere Wissen in sein Team einbringen. Erst wenn sich das Know-how mehrerer Berater sinnvoll ergänzt, hat der Kunde einen Nutzen davon. Und um den Kundennutzen geht es allen Unternehmensberatungen zuvorderst.
Ohne Zweifel hängen die Beratungsgesellschaften die Messlatte bei den geforderten Qualifikationen für die Bewerber extrem hoch. Überzeugendes und situationsadäquates Auftreten, Integrations- und Kommunikationsfähigkeit, hervorragende analytische Fähigkeiten sowie ein effizienter Arbeitsstil, noch dazu Fremdsprachenkenntnisse und Internetbeherrschung sind unabdingbar. Insbesondere die Forderung nach Kommunikationsstärke wird neuerdings hervorgehoben. Introvertierte und wortkarge Berater braucht niemand. In mehreren Gesprächen mit Personalern und Partnern des Unternehmens werden Jobaspiranten auf ihre Kommunikations-, Kritik- und Teamfähigkeit hin abgeklopft. Hinzu kommen, hier wie anderswo, die Fähigkeit zur Arbeit im Team und in Netzwerken, unternehmerisches Denken und Handeln sowie hohe Motivation und Ausdauer.
Wer es dennoch über die Hürden der Erst- und Zweitgespräche beim Wunsch-Arbeitgeber schafft, wer simulierte Stresssituationen, Entscheidungsaufgaben und Assessment Centers überstanden und womöglich auch den „Benimm“-Test im Restaurant mit Anstand bewältigt hat, hat gute Chancen auf eine berufliche Karriere. CHRISTINE DEMMER Industrie als Alternative

Gute Berater sind gern gesehen

Nach einigen Jahren, in denen der Junior Consultant wichtige Berufserfahrungen gesammelt hat, kann er meist wählen, ob er bei der Beratungsgesellschaft bleibt oder in die Industrie wechselt. Als Vorstandsassistent, in der Strategischen Planung oder in einer anderen Stabsstelle sind ehemalige Unternehmensberater gern gesehen. Auch der umgekehrte Weg ist möglich. Ingenieuren mit einigen Jahren Berufserfahrung in der Industrie öffnen sich bei den meisten Unternehmensberatungen schnell die Türen – wenn sie denn wenig Wert auf einen besonderen Status legen. Dr. Klaus Behrenbeck, McKinsey-Partner und zuständig für Recruiting und Events, erklärt das genauer: „Wir werben niemanden ab. Aber der Neue muss zu unserer Unternehmenskultur passen – oder bereit sein, sich anzupassen. Wir sehen uns als hierarchiefreies Unternehmen. Wir verleihen keine Schulterklappen. Wenn es für jemanden wichtig ist, Chef zu sein, wird er sich bei uns nicht wohlfühlen.“ cd

Von Christine Demmer

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