Bildung

Für einen Laptop nach Chicago

Die Wirtschaftsflaute in den USA trifft auch die Universitäten. Da Amerikas Hochschulen marktwirtschaftlich orientiert sind, reagieren sie wie ein Unternehmen, bei dem die Kunden ausbleiben.

Maryn Capozzolli ist nicht gut auf ihre Uni in Syracuse (New York) zu sprechen: „Meine Freundin Sarah an der American University in Washington bekommt ein kostenloses Handy inklusive Vertrag und ich muss hier sogar noch meinen privaten Internet-Account bezahlen“, schimpft sie.
Das Studentendasein zerfiel in den USA schon immer in eine Mehrklassengesellschaft. Daran hat sich wenig geändert. Die Art des Umgarnens ist allerdings eine neue. Beispiel American University: Sie ist eine der führenden Universitäten in Sachen „Gastgeschenke“ für ihre Studenten. Bis zu 5000 Minuten monatlich können die Studenten dort kostenlos mit dem gesponserten Handy telefonieren.
Hintergrund für diese Großzügigkeit sind die fallenden Studentenzahlen, die zu einem gnadenlosen Konkurrenzkampf unter den Hochschulen geführt haben. „Das, was wir anbieten, kostet relativ wenig, hat aber eine große Imagewirkung und sorgt für eine ausgezeichnete Mund-zu-Mund-Propaganda“, sagt Karen Tidmarsh, Dekan am College in Bryn Mawr (Pennsylvania). Ihr College bietet unter anderem professionelles Video- und Filmequipment zum kostenlosen Ausleihen an.
Die schlechte Wirtschaftslage sowie die steigenden Ausgaben für das Gesundheitswesen und vor allem für die innere Sicherheit bedeuten für viele Bundesstaaten erhebliche finanzielle Belastungen. Die Studenten müssen dafür bluten. Nach Angabe des College Board, eines Verbandes von mehr als 4200 Universitäten, sind die Studiengebühren an öffentlichen Colleges für das akademische Jahr 2002/2003 um durchschnittlich 9,6 % auf 4081 Dollar gestiegen. Viele junge Menschen, die eine akademische Karriere einschlagen wollten, scheuen vor dem finanziellen Balanceakt. Längst nicht jeder ist bereit, auf die zahlreichen Kreditangebote zurückzugreifen. Die Folge: Den Akademikern geht der Nachwuchs aus, Anreize müssen her.
Dem Trend zu immer mehr Gastgeschenken können sich bislang nur die absoluten Spitzenuniversitäten entziehen. Wer beispielsweise in Berkeley, Harvard, Princeton oder Stanford angenommen wird, muss nicht nur sein Handy und sein Internet selbst bezahlen, sondern sich obendrein darauf einstellen, dass ihm jede Zusatzleistung der Universität berechnet wird. „Wir haben nichts zu verschenken und wir vermarkten keine Gimmicks“, sagt Don Betterton, Finanzchef an der Princeton University.
Doch bei dem Gros der amerikanischen Universitäten ist die Liste der Vergünstigungen lang. New Yorks Hochschulen werben vorzugsweise mit ihren kostenlosen Broadway- oder Opern-Tickets. An diese Karten kämen die Studenten selbst dann nicht, wenn sie sie voll bezahlen wollten. Dabei nutzen die Universitäten ihre guten Beziehungen zu den Theatern und Reiseveranstaltern und zahlen nicht mal den vollen Preis. Besonders hoch im Kurs steht bei den Studenten eine Vergünstigung der New York University, die über ein begrenztes Kontingent für Filmpreviews verfügt, die sonst nur den Medien zugänglich sind.
Die meisten Universitäten setzen jedoch eher auf Brauchbares fürs Studium. Die DePaul University in Chicago beispielsweise übernimmt 50 % der Anschaffungskosten eines Laptops. Andere bieten kostenlose WiFi-Accounts oder Profisoftware für die Film- und Fotobearbeitung.
Ansonsten reicht das landesweite Zugaben-Angebot vom freien Fernseh-Abonnement über einen kostenlosen Wäsche- und Reinigungsservice bis zur speziellen, mehrstöckigen Geburtstagstorte. „Wir wollen, dass sich unsere Studenten wohl fühlen“, sagte Brit Katz, stellvertretender Dekan für den Bereich „Campus-Leben“ an der Emory Universität in Atlanta.
Die Studenten sehen die Zugaben inzwischen als völlig normal an. Genauso wie im Geschäftsalltag die Ansprüche mit den Angeboten steigen, so dreht sich auch bei den Universitäts-Zugaben die Inflationsschraube. „Das Studium hier kostet 40 000 Dollar pro Jahr, da kann man solche Leistungen als selbstverständlich erwarten“, sagt die 18-jährige Annie Green, die sich für die Duke University in Durham (North Carolina) entschieden hat. Für sie war ausschlaggebend, dass Duke ihr eine Wohnung mit Klimaanlage im Studentenwohnheim anbot und sie den besten Sportclub der Stadt kostenlos nutzen kann.
Doch nicht jedem Studenten wird mit den Zugaben Gutes getan. Nach dem Zach Cardais am Polytechnikum von Virginia entdeckte, dass der Ethernet-Zugang in seiner Studentenwohnung kostenlos ist, verbrachte er Tage und Nächte mit Musik- und Softwaredownloads. Seine Noten rasten nach unten und erst kurz vor dem Rausschmiss kriegte er wieder Kurve. „Ich gehe jetzt lieber in die Bibliothek. Da habe ich alles, was ich zum Studium brauche. Und was nicht zu unterschätzen ist: Man trifft dort ab und an sehr nette Studentinnen“, kommentiert der 20-Jährige den Wandel seines Lebensstils. HARALD WEISS/ws

Von Harald Weiss/Wolfgang Schmitz

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