Pisa

Frühe Bildung – hohe Erträge

Die jüngste OECD-Studie zeigt, dass deutsche Schüler vor allem in Mathematik und den Naturwissenschaften aufgeholt haben. Andere Defizite aber belasten weiterhin das deutsche Bildungssystem. Um die soziale Schere zu schließen, schlägt der Bildungsökonom Friedhelm Pfeiffer eine größere Betonung der Frühförderung vor. Wer früh in Bildung investiere, erziele später hohe Erträge.

Pisa 2001: Deutsche Jugendliche hinken auf fast allen Ebenen ihren gleichaltrigen Mitschülern in anderen Industrieländern hinterher. Pisa 2010: Deutsche Schüler haben sich stetig verbessert und den Abstand zur „Konkurrenz“ verkleinert. Vor allem in Mathematik und den Naturwissenschaften ist das gelungen. Hier liegen deutsche Schüler im Alter von rund 15 Jahren inzwischen sogar über dem Durchschnitt der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erhobenen Werte. Die Leistungskluft zwischen guten und schwachen Schülern ist nicht mehr so groß wie vor zehn Jahren.

Das sind Signale für einen Bildungsaufschwung – wenn auch nur für einen sehr zarten. Denn Tatsache ist auch: Unter dem Strich ist die soziale Herkunft immer noch ausschlaggebend für die Schullaufbahn und daher auch für die berufliche Karriere. Migranten haben es besonders schwer. Erfolgreiche Schulsysteme, heißt es in der Pisa-Studie, zeichneten sich vor allem dadurch aus, dass sie „Schülern gleiche Bildungschancen bieten, unabhängig vom Status und Gehalt ihrer Eltern“.

Der Abstand zu den Pisa-Spitzenreitern in Asien und Skandinavien ist beträchtlich. Ein möglicher Grund, warum etwa Finnland so weit vorne rangiert, ist die intensive Betreuung der Schüler, nicht nur durch Lehrer, sondern auch durch Sozialarbeiter und Psychologen.

Die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) denkt an eine Bildungsoffensive für Migranten Marianne Demmer, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), prangert die schlechte individuelle Förderung der Schüler an. So gäbe es immer noch keine kleineren Klassen, in denen sich die Lehrer um die Bedürfnisse der Schüler kümmern könnten. „Die Ressourcen wurden an der falschen Stelle eingesetzt“, glaubt Demmer.

Auch Friedhelm Pfeiffer schwebt eine andere Schwerpunktlegung in der Bildungsförderung vor. „Da es in Deutschland eine Schulpflicht gibt, und die Schulen gut ausgebaut sind, wird Chancengerechtigkeit in dieser Phase noch am ehesten erreicht“, sagt der Bildungsökonom am Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und verweist auf die Zeit vor der Schule. „Es gibt Lebensphasen, in denen mit Bildungsinvestitionen besonders hohe Erträge erzielt werden können. Dabei spielen sehr frühe Entwicklungsprozesse, die vor der Schule und vor dem Kindergarten stattfinden, eine wichtige Rolle.“ Wenn ein Mensch im Alter von vier Jahren intelligent sei, sei er es auch noch mit 70 Jahren. Ihm müsse nur die Chance geboten werden, das Potenzial anzuregen und umzusetzen.

Kinder seien sehr lernbegierig und lernfähig. Was aber vor allem vielen Kindern aus Familien mit „psychosozialen Risiken“, die unter anderem unter Armut, Raumenge, fehlender Sensitivität oder Gewalt leiden, fehle, sei die geeignete Begleitung. „Sie brauchen Anleitungen, da sie noch nicht im gleichen Maße über sinnvolle Lerninhalte und Lernstrategien reflektieren können wie Erwachsene. Kinder brauchen jemand, der für Rückfragen zur Verfügung steht, und der hilft, nicht zu früh aufzugeben.“

Die staatliche Frühförderung und eine „moderate Verlagerung“ der öffentlichen Gelder im individuellen Lebenszyklus seien daher ohne Alternative. Denn nicht jeder Vater und jede Mutter verfügten über die gleichen Möglichkeiten, vor allem, wenn ihnen die emotionalen und finanziellen Mittel fehlten.

Wenn sich Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) jetzt über die Rekordhöhe bei den öffentlichen Bildungsausgaben freue, sei ihr der Erfolg gegönnt, sagt Pfeiffer. Aus bildungsökonomischer Sicht seien aber letztlich die Ergebnisse wie Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten noch wichtiger für eine Beurteilung der Bildungspolitik. „Hier muss der Staat für arme und benachteiligte Kinder mehr tun. Die Hilfe sollte früh ansetzen, da vor- und außerschulische Faktoren tief in die Schulwelt wirken.“

Der Bildungsökonom plädiert für das Prinzip: je früher, desto besser je mehr, desto besser je länger desto besser. „In der Praxis könnte sich etwa in besonders widrigen Familienumwelten eine Familienhebamme um das Kind kümmern.“ Sicher, räumt Pfeiffer ein, einen vorgefertigten Handlungsrahmen sowie ein einheitliches Ideal, das zu erzielen wäre, gäbe es nicht, aber man wüsste um gut erforschte Risikofaktoren wie Armut, Gewalt oder Vernachlässigung.

Eine kompetente Begleitperson sollte der Risikolage entsprechend Einfluss nehmen können. Am besten natürlich in Absprache mit den Eltern. Denn der Wille zur Zusammenarbeit erleichtere vieles. WOLFGANG SCHMITZ

Von Wolfgang Schmitz

Stellenangebote im Bereich Hardwarenahe Programmierung

OHP Automation Systems GmbH-Firmenlogo
OHP Automation Systems GmbH SPS-Programmierer (m/w/d) im Bereich Automatisierungs-, Kommunikations- und Leittechnik für Erneuerbare Energien und Umweltprojekte Rodgau
SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG-Firmenlogo
SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG Systemingenieur für mobile Montage- und Logistikassistenten / modulare Fabrikgestaltung (w/m/d) Bruchsal
Husqvarna Group-Firmenlogo
Husqvarna Group Teamleiter (m/w/d) R&D Electronics Softwareentwicklung Ulm
Lachmann & Rink GmbH-Firmenlogo
Lachmann & Rink GmbH Software Entwickler (m/w/d) Embedded Linux Freudenberg
Insta GmbH-Firmenlogo
Insta GmbH Entwicklungsingenieure Embedded Software (m/w/d) Lüdenscheid
Vorwerk Elektrowerke GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Vorwerk Elektrowerke GmbH & Co. KG Software Development Engineer Graphical User Interface (m/w/d) Wuppertal
Lachmann & Rink GmbH-Firmenlogo
Lachmann & Rink GmbH Software-Entwickler (m/w/d) Enterprise Freudenberg, Dortmund
Lachmann & Rink GmbH-Firmenlogo
Lachmann & Rink GmbH Software-Entwickler (m/w/d) für Apps & Augmented Reality Freudenberg, Dortmund
Windmöller & Hölscher KG-Firmenlogo
Windmöller & Hölscher KG Ingenieur Automatisierungstechnik (m/w/d) Lengerich
Vorwerk Elektrowerke GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Vorwerk Elektrowerke GmbH & Co. KG Testmanager Embedded Software (m/w/d) Wuppertal

Alle Hardwarenahe Programmierung Jobs

Top 5 Weiterbild…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.