Bildung

Firmen-Unis als Fitmacher zwischen wichtigen Terminen

Wer erfolgreich ist in seinem Beruf, will sein Wissen ständig aktualisieren. Deshalb sind inzwischen viele Firmenunis gegründet worden, die in Kompaktseminaren Führungskräfte für die Zukunft fit machen. Und diese Aufgaben übernehmen meist ausländische Professoren, die deutschen haben diesen Zug bisher verpasst.

Wenn Manager heute weiterkommen wollen, drücken sie bei den firmeneigenen Instituten die Schulbank – und als wäre es nie anders gewesen, kommen die Programme fast ausschließlich von englischsprachigen Anbietern: Die Big Names mit internationalisierten Angeboten haben die Top Management-Weiterbildung fest in der Hand. Ableger und Partner der MBA-Schulen in England und den USA saugen immer mehr weiterbildungswillige Manager auf.
Auch Firmenuniversitäten, die hier zu Lande schon am Markt sind, gehen fremd: Seminarpläne an den Corporate Universities sind mit englisch-amerikanischen Angeboten gespickt. Die Firmenunis von Daimler Chrysler, Merck oder auch Lufthansa sind aktuelle Beispiele.
Deutsche Universitäten haben sich bisher keines der großen Stücke vom Bildungskuchen der weltweit agierenden Firmen abgeschnitten. „Die deutschen Unis haben diesen Markt verpennt“, so die Diagnose von Hermann Simon, bis 1995 Professor an der Uni Mainz und heute Chairman der Unternehmensberatung Simon-Kucher in Bonn. Partnerschaft der DaimlerChrysler-University mit den Unis Stuttgart oder Mannheim? Fehlanzeige! Bildungsallianz zwischen der LH-Business School und der vor der Haustür gelegenen Uni Frankfurt? Keine. „Corporate Universities kaufen nicht an deutschen Hochschulen ein“, bringt Klaus von Trotha, Bildungsminister in Baden-Württemberg, die Misere auf den Punkt: Corporate Universities von deutschen Unternehmen importieren lieber Uni-Leistungen aus dem Ausland, als sich mit einem nationalen Anbieter zu verbünden.
Wo liegen deren Mängel? Mit Studenten kommen die Hochschulen hier zu Lande gut klar: „Die Unis haben hervorragende Inhalte“, sagt Detlef Müller-Böling, Leiter des Centrums für Hochschulentwicklung, Gütersloh. Aber sie verknüpfen damit nur eine Kernkompetenz: Ihre Meisterschaft besteht allein darin, Bildungsinhalte auf dem Campus abzuliefern, an Menschenmassen, die alle im Alter von Anfang 20 sind, in schäbigen Hörsälen sitzen und über zehn Semester kaum anderes tun als studieren.
Wer aber die Uni nach der Uni sucht, für das lebenslange Lernen, geht an der deutschen Alma Mater leer aus. Es fehlen Konzepte und Formate, um den berufstätigen Manager, der irgendwann vor Jahren seinen Diplomingenieur oder Diplomkaufmann gemacht hat, wieder zu erreichen. Wo sollten Top-Manager und solche, die es werden wollen, an deutschen Unis auch lernen? Welche Führungskraft Ende 30, Anfang 40 hat schon Lust, sich für ein Wochenende in einen gammeligen Uni-Hörsaal zu zwängen, wo es weder Präsentationstechnik noch ausreichend Arbeitsfläche gibt, geschweige denn eine gepflegte Kaffeepause? Den meisten deutschen Hochschulen fehlen Räumlichkeiten, in denen zeitgestresste Manager sich für eine Lern-Auszeit wohlfühlen würden.
Was zudem fehlt, sind die Berufstätigen-Formate. Der deutsche Professor hat viel Erfahrung darin, eine semesterlange Vorlesung aufzuziehen. Der Stoff führt auf das Examen hin, erfordert Vor- und Nachbereitung, und ist eine Mischung aus Wissenschaft und Praxis. Aber daraus ein Kompaktseminar über zwei Tage zu machen, mit Stoff, der Praktikern nützt, und das zu Markte zu bringen, darin fehlt die breite Erfahrung: „Der typische deutsche Professor kann das nicht“, kritisiert Hermann Simon.
Nur ganz wenige Professoren sind in der Lage, ihre Vorlesung auf das Format des praxisrelevanten Suppenwürfels einzukochen, das in einem zweitägigen Kompaktseminar präsentierbar ist. Auch die Sprache der deutschen Wissenschaft ist dazu nicht kompatibel: „Man muss schon dazu gehören, wirklich ein Insider sein, um es zu verstehen“, so die gängige Einschätzung über die Ausbringung mancher deutscher Wissenschaftler.
Ein Hoffnungsträger für Manager-Weiterbildung von der Uni war einst das USW. Ursprünglich sollte es als Weiterbildungs-Ableger einer Uni gegründet werden, ähnlich einer MBA-Schule. Aber daraus wurde nichts – Ende der 60er Jahre, als das USW auf Kiel gelegt wurde, wollte man keine Manager auch nur in der Nähe der Uni haben. Es war eine Zeit, als Spontis und APO das Hausrecht an den Hochschulen an sich gerissen hatten. So verkroch sich das USW hinter die Mauern eines Schlosses in Erftstadt, ohne eigene Forschung und Lehre. Zwar zählen die General-Management-Seminare zum Besten, was in der deutschen Weiterbildung zu bekommen ist – aber global konkurrenzfähig sind die Angebote nicht: „Das USW hat die Internationalisierung verpasst“, lautet die Kritik Hermann Simons, der heute auch als Visiting Professor an der London Business School lehrt.
Es fehlen also brauchbare heimische Angebote: „Die Unis spielen auf dem Weiterbildungsmarkt keine Rolle“, sagt Karlheinz Schwuchow, Professor für internationales Management und Weiterbildungsexperte an der Hochschule Bremen. Corporate Universities werden reihenweise gegründet, aber ohne die deutschen Universitäten als Systempartner. Deutsche Professoren sind auch mit dabei – aber nur für einzelne Kurse, nicht als Systemanbieter im Verein mit einer Uni.
Aber was können IMD, Harvard und die Kellogg-School, was die deutschen Hochschulen nicht können? Manager-Ausbildung findet dort in englischer Sprache statt, der Lingua Franca auf den Weltmärkten. Damit haben diese Bildungsanbieter eine globale Plattform, sie erreichen damit Teilnehmer in Singapur ebenso wie in Frankfurt, Madrid oder Manchester. Zudem unterhalten alle Executive Training Center, die den Komfort-Bedürfnissen lernender Manager entsprechen. Inhaltlich können Sie aus dem Vollen schöpfen: Die hauseigenen Professoren haben es gelernt, auch Kurse für Manager zu geben. AXEL GLOGER

Von Axel Gloger
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