Bildung

Erfolgsmodell gedeiht im Stillen

VDI nachrichten, Stuttgart, 5. 11. 04 -Wenn von den Studiengängen Bachelor und Master sowie von Reformen im tertiären Bereich die Rede ist, fallen meist die Stichworte Universität und Fachhochschule. Von der neuen Bildungswelle werden aber auch die Berufsakademien erfasst.

Das duale Ausbildungsmodell Berufsakademie (BA) hat bei Gründung vor 30 Jahren vieles vorweggenommen, was nun auf dem Reformplan von Hochschulen steht: Praxisorientierung, rascher Abschluss, demzufolge früher Berufs- und auch Karriereeinstieg. Pünktlich zum Jubiläum haben die Akademien nun auch die lange vermisste wissenschaftliche Anerkennung erhalten.
Das internationale Bachelor- und Master-System hat ermöglicht, was mit dem deutschen Diplom unerreichbar schien: BA-Bachelor-Abschlüsse werden nach einer Akkreditierung denen an deutschen Hochschulen gleichgestellt. Für BA-Absolventen ist dadurch bundesweit der Weg zum Master-Studium geebnet. Zwar strebt nur ein kleiner Prozentsatz der Studierenden überhaupt ein weiterführendes Hochschulstudium an. Doch das kann sich ändern. Prof. Hans-Joachim Windel, Direktor der BA Mannheim: „Die Studenten brauchen diese Option, damit sie sich künftig viele Seiten offen halten können.“
Es war 1972, als die Unternehmen Daimler-Benz, Bosch und SEL (Standard-Elektrik-Lorenz) das „Stuttgarter Modell“ einführten: Abiturienten studierten im Wechsel in Unternehmen und an der Württembergischen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie. Bereits zwei Jahre später startet zunächst die Berufsakademie Stuttgart, dann Mannheim mit 41 Studierenden in den Fachrichtungen Industrie, Handel, Versicherung und Elektrotechnik. 16 Unternehmen waren beteiligt. Heute verzeichnet die BA Mannheim 4200 Studierende und fast 1600 Ausbildungsfirmen mit 22 Studiengängen in Betriebswirtschaft, Informationstechnologie und Ingenieurwesen. Nach kontinuierlichem Anstieg in den vergangenen Jahren lag in Baden-Württemberg die Zahl der BA-Studenten im Studienjahr 2003/2004 bei etwa 20 000.
Inzwischen haben sich auch Berufsakademien in Berlin, Thüringen und Sachsen etabliert, weiterhin in Hessen, Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. Das Institut der deutschen Wirtschaft zählte 2003 bundesweit fast 35 400 BA-Studierende. Jüngstes Kind ist die Berufsakademie Thüringen mit Standorten in Gera und Eisenach, gegründet 1998 mit Mannheimer Unterstützung. Über 1200 Studierende habe man zurzeit, berichtet Direktor Benno Kaufhold, das Ziel seien 1500. Grundsätzlich ist Thüringen stark von mittelständischen und kleinen Firmen geprägt, auch die 800 involvierten Unternehmen. Die Resonanz in der thüringischen Wirtschaft auf das neue Abschluss-System sei unterschiedlich: „Die Großen begrüßen es, die Kleinen stellen sich nicht dagegen.“ Doch ob die damit einhergehende Internationalisierung unbedingt nötig sei, bezweifelt Benno Kaufhold: „Das Ziel der BA ist es ja, dass die Absolventen im Unternehmen bleiben.“
Um die 90 % der BA-Absolventen verfügen direkt nach dem dualen Studium über einen Arbeitsplatz, zwei Drittel bleiben bei ihren Ausbildungsunternehmen. Außerdem erklimmen sie sehr früh die Karriereleiter. In einer Studie hat IBM Deutschland unter anderem Gehaltsentwicklung und Laufbahnen von Absolventen der Berufsakademien, Fachhochschulen und Universitäten in ihrem Haus verglichen: Bei den 31- bis 40-Jährigen liegen die Gehälter der BA-Absolventen am höchsten, gefolgt von denen mit Uni-Abschluss. Ebenfalls befinden sich rund drei Viertel der BAler vor dem 35. Lebensjahr in Führungspositionen – früher als die Vergleichsgruppen.
Für Matthias Landmesser, Leiter Personal- und Führungskräfteentwicklung bei IBM Deutschland, ist der Erfolg des dualen Studiums vor allem auf den Erwerb von Softskills während der Praxisphasen zurückzuführen. Daraus hat IBM Konsequenzen gezogen: „Wir schauen bei Bewerbungen zwar auf die Abiturnote, aber vor allem beachten wir, neben der fachlichen Eignung, die Biografie: Ob sich jemand ehrenamtlich engagiert oder soziale Verantwortung übernimmt.“
Matthias H. Werner, Vorsitzender der Studierendenvertretung Baden-Württemberg würde die BA gerne als vollwertige Hochschule etabliert wissen: „Die Berufsakademien müssen eine eigene Rechtspersönlichkeit darstellen, jetzt sind sie eine Unterabteilung des Wissenschaftsministeriums. Von Freiheit und eigener Entscheidungsbefugnis kann keine Rede sein.“ Doch hier stoße man auf Widerstand, auch bei den Unternehmen, deren Einflussmöglichkeiten im bestehenden System sehr groß sei.BÄRBEL HOFFMANN
www.berufsakademien.de

Von Hoffmann

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