Bildung

Die neue Qualität der Bildung

Im virtuellen Fernstudium liegt die Zukunft des Bildungswesens, behaupten Hochschulexperten. Bis sich vernetzte Studiengänge durchsetzen, gibt es aber vor allem finanzielle Fragen zu klären.

Der Studienalltag an den Hochschulen ändert sich. Eintönige Vorlesungen, überfüllte Seminare und nervende Parkplatzsuche – dies alles könnte bald Vergangenheit sein. Denn Multimedia und Internet, verbunden mit modernsten didaktischen Konzepten, eröffnen eine neue Flexibilität in Raum und Zeit.“ So jedenfalls sehen die Mitarbeiter am Projekt „Virtuelle Hochschule Baden-Württemberg“ die Zukunft. Sie ist keine neue Hochschule, sondern ein Verbund von Projekten, die Telelearning und Teleteaching erproben und multimediale Lehr- und Lerneinheiten entwickeln.
Vorreiter in Sachen Online-Learning ist eine vergleichsweise alteingessene Einrichtung, die Fernuniversität Gesamthochschule Hagen. Seit vier Jahren wird dort an der virtuellen Fernuniversität gewerkelt. Die Bemühungen der Hagener laufen längst nicht mehr an anderen Hochschulen vorbei – gezwungenermaßen. Denn wenn Deutschland auf dem globalem Bildungssektor mithalten will, sind enorme Anstrengungen und Aufholbemühungen vonnöten. Von der Bereitstellung elektronischer Unterrichtsmaterialien bis hin zu weltweit agierenden Teleuniversitäten sind derzeit bereits alle Varianten multimedialen Lernens und Lehrens am Bildungsmarkt vertreten. In den USA – wohin auch beim Thema Bildung alle Welt blickt – gibt es kaum eine renommierte Hochschule, die nicht massiv den Ausbau von Online-Angeboten forciert. Im angelsächsischen Bruderland hat die Blair-Regierung beschlossen, mit der Gründung einer E-University ganz vorne auf dem Bildungsweltmarkt mitzumischen.
In Deutschland ist es noch weit, bis das Fernstudium zur tragenden Säule der Wissensgesellschaft gewachsen ist. Denn diesen Status soll das ferngesteuerte Lernen erlangen. Nach einer von der Bertelsmann Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung in Auftrag gegebenen Untersuchung werden im Jahre 2005 mehr als die Hälfte aller Studenten Online-Studienangebote nutzen. Das aber wird laut Expertenmeinung jährlich pro Studiengang zwischen 3 Mio. DM und 10 Mio. DM kosten. „Die Finanzierung dieser Summen setzt eine nationale Strategie von Bund, Ländern, Hochschulen und Industrie voraus“, meint der Vorsitzende des Expertengremiums der beiden Stiftungen, Peter Glotz. Um diese Anforderungen zu erfüllen, müssten aber auch die Hochschulen ihren Obulus beitragen und wettbewerbsorientierter denken und handeln. Schließlich werde für die deutschen Universitäten angesichts wachsender Konkurrenz privater Anbieter der Multimedia-Einsatz zur Überlebensfrage.
Um hier nicht an Boden zu verlieren, haben sich 14 Bildungseinrichtungen im Verbund mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft unter Federführung der FH Lübeck zur „Virtuellen Fachhochschule“ (VFH) zusammen getan. Die Studiengänge, die fachhochschulübergreifend angeboten werden, bestehen aus Präsenzveranstaltungen und virtuellen Lernprogrammen, die von zu Hause aus oder vom Arbeitsplatz bearbeitet werden. Dabei treten Module an die Stelle streng verordneter Lehrpläne. Virtuelle Seminare führen zum akademischen Grad eines diplomierten Wirtschaftsingenieurs, zum Bachelor oder Master in Medieninformatik. Mit 42,8 Mio. DM fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das VFH-Projekt, das Ende 2003 seinen virtuellen Studienbetrieb vervollständigt haben will.
Bis die virtuelle Hochschule oder zumindest virtuelle Studiengänge zum Bildungsalltag gehören, sind noch einige Unebenheiten zu beseitigen. So die Fragen, wo die Abschlüsse Anerkennung finden und wie sich Qualitätsstandards überprüfen lassen. Eines aber scheint fest zu stehen: Der PC gewinnt eine ebenso große Bedeutung wie der Hörsaal, wird aber den Dozenten nicht ersetzen können. Denn nach den ersten Tests sind sich die VFH-Verantwortlichen einig, dass ein virtuelles Studium mindestens genauso viel Betreuung benötigt wie die klassische Ausbildung.
Ohne die virtuelle Hochschule in ihrer Daseinsberechtigung anzuzweifeln, wirft der Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Dr. Arend Oetker, die gesellschaftsrelevante Frage auf: „Wenn es stimmt, dass Internet und PC die Lehr- und Lernformen der Zukunft bestimmen werden, was passiert dann eigentlich mit unseren Hochschulen als ,Sozialisationsinstanzen“ ? Für mich waren jedenfalls die Gespräche auf den Gängen, in der Bibliothek und in der Cafeteria genauso wichtig wie in der Vorlesung oder im Seminar. Der wirkliche Lehrer und Inspirator war nicht selten ein Kommilitone, und die besten Lernfortschritte gab es in der privaten Lerngruppe, die sich abends bei einem Glas Wein traf.“ VFH-Geschäftsführerin Elke Siegl dämpft die Ängste vor dem Ende unmittelbarer Kommunikation: „Eine virtuelle Hochschule ist nicht als Ersatz für die Campus-Hochschule gedacht, sondern als alternatives Angebot.“ W. SCHMITZ

Von Schmitz

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