Beratung 06.07.2007, 19:29 Uhr

Die etwas andere Berufsberatung  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 6. 7. 07, jul – Lebenslange Weiterbildung und häufige Umorientierung im Berufsleben sind heute selbstverständlich. Immer weniger Menschen üben ihren erlernten Beruf noch bis zur Rente aus. Mit dieser Situation sind nicht nur Langzeitarbeitslose überfordert, sondern häufig auch diejenigen, die vor beruflichen Veränderungen stehen. Psychologen an der TU Darmstadt haben in Zusammenarbeit mit der Agentur für Beschäftigung des Landkreises Darmstadt-Dieburg ein Beratungskonzept erprobt, das dem Wandel im Berufsleben Rechnung tragen soll.

Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet der Grundsatz des Konzepts von Claudia Schmeink. Anders als in der üblichen Berufsberatung setzt die Darmstädter Diplompsychologin auf Eigeninitiative, Selbstreflexion und eine langfristige intensive Begleitung ihrer Kunden. „Wir wollen die Menschen unterstützen, über den Tellerrand zu blicken, um nach neuen beruflichen Möglichkeiten zu suchen“, unterstützt Claudia Goes von der Kreisagentur für Beschäftigung den neuen Ansatz.

Weiterqualifizierungsmaßnahmen seien nicht die alleinige Lösung. Denn viele ihrer Kunden seien sehr qualifiziert. „Viele Arbeitslose sind in ihrer Lebenssituation der Langzeitarbeitslosigkeit erstarrt und haben oft keine Vorstellung von den Kompetenzen, die sie im Laufe ihres Lebens – auch außerhalb des Erwerbslebens – erworben haben.“

Wer Arbeit sucht oder sich verändern möchte, muss bei Schmeink also selbst herausfinden, was er kann und wo er hin will. Auf den einzelnen Etappen zum neu gesteckten Ziel stehen dann ein Einzelcoach, eine Gruppe Gleichgesinnter oder – sozusagen für Autodidakten – ein Handlungsleitfaden als Unterstützung zu Verfügung.

„Der Ratsuchende ist Experte seiner Situation und wird durch zielgerichtete Fragen zur eigenen Lösung geleitet“, erklärt Schmeink.

Bisher hat die Wissenschaftlerin ihr Konzept in drei Gruppen an insgesamt 150 Personen getestet. Während in den ersten beiden Gruppen die Klientel überwiegend aus Personen bestand, die sich zwar beruflich neu orientieren mussten oder wollten, aber nicht in einer akuten Notlage waren, rekrutierte sich die letzte Gruppe aus Langzeitarbeitslosen.

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Das Programm beginnt mit einem zweitägigen Workshop für alle. Hier erarbeiten die Kunden ihren Ist-Zustand und erstellen am Ende des ersten Tages selbst ihr persönliches Profil. Danach benennen sie ihre beruflichen Ziele, mögliche Hindernisse und Schritte zur Umsetzung ihrer Pläne.

Bei denjenigen, die an einem Einzelcoaching oder einem so genannten Erfolgsteam teilnehmen, folgen dann drei weitere Beratungssitzungen im Abstand von zwei Wochen. Selbstcoacher arbeiten mithilfe ihres Leitfadens alleine weiter an sich.

Die Erfolgsteams, ein Instrument, das Schmeink aus den USA übernommen hat, laufen nach festen Ritualen ab. Zunächst gibt jeder Teilnehmer eine Zwischenbilanz des Erreichten ab, danach erfolgt die Beratung durch die Gruppe, in der Schlussphase wird der Fahrplan für die nächsten zwei Wochen festgelegt. Schmeink: „Die meisten waren sehr erstaunt, wie viele Möglichkeiten sich ihnen durch die Übungen eröffneten.“

Ihre Auswertung hat ergeben, dass im Anschluss an den Workshop jedoch das Einzelcoaching, also die Einzelstunde beim Betreuer, auf jeden Fall erfolgversprechender ist als das Gruppencoaching.

„Jeder in dem Workshop hat seine Vision in Worte fassen können“, erzählt Marcus Schmidt. Der gelernte Bauzeichner weiß, dass es ans „Eingemachte geht, wenn man beginnt, seine Ziele neu zu definieren“. Schmidt, der zurzeit als Fahrer bei einer Spedition arbeitet, um ein regelmäßiges Einkommen zu haben, ist über das Foto einer lesenden Frau auf das gestoßen, was ihn wirklich interessiert: kreativ sein und schreiben. Mit dem Gruppendruck des Erfolgsteams im Hintergrund hat der 41-Jährige diesen Weg weiterverfolgt, Literatur zur Frage „Wie werde ich Schriftsteller?“ gekauft und kleinere Texte verfasst.

So hat das Training bei Marcus Schmidt etwas in Gang gesetzt, auch wenn es bis jetzt keine direkten Auswirkungen auf seine berufliche Situation hat. „Allein durch eine neue Vision“, räumt er ein, „schafft man eine berufliche Neufindung nicht.“ Seiner Meinung nach müsste die Betreuung und die Auseinandersetzung mit dem Erfolgsteam wesentlich länger laufen, damit sich die Chance bietet, nachhaltig etwas zu bewegen.

So hat die Erprobung des Konzeptes mit diesem Personenkreis gezeigt, dass Modifikationen hin zu einer noch engeren Betreuung notwendig sind. Auch in dieser Gruppe hat sich nach erfolgreichem Workshop das Einzelcoaching als der beste Weg erwiesen.

Unter den Probanden der dritten Gruppe hat Schmeink eine „erschreckend hohe Hoffnungslosigkeit“ bemerkt. „Darauf mussten wir zunächst eingehen, um eine Basis für die Weiterarbeit zu haben“. Für ein weiteres Projekt, das die Psychologin nun mit der Beschäftigungsagentur plant, will sie ihr Konzept verfeinern und erweitern. Ein zweistündiges Orientierungsgespräch soll klären, ob ein Bewerber für ihr Programm überhaupt geeignet ist. Die Gruppen sollen deutlich kleiner werden.

Künftig soll es nicht drei, sondern fünf Nachtreffen sowie ein letztes Treffen mit allen Teilnehmern geben, sodass ein Betreuungszeitraum von bis zu fünf Monaten entsteht. J. WITTE

Ein Beitrag von:

  • Jutta Witte

    Surpress Journalistenbüro in Tübingen. Themenschwerpunkte: Bildung, Forschung und Wissenschaft.

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