Bildung

Der letzte Schrei ist „Podcasting“  

Teure Projekte und Lernmittel haben auf dem Markt kaum eine Chance.

Wie man naturwissenschaftliche und technische Phänomene spannend präsentiert, zeigte der Wissenschaftsjournalist Joachim Hecker auf der didacta in Hannover: Die Besucher erfuhren beispielsweise, wie sich aus Alu-Folie, sauren Gurken und Münzen eine Batterie bauen lässt.

Im Kinderfunk auf WDR 5 stellt der gelernte Diplom-Ingenieur in der Sendung „Heckers Hexenküche“ seit fünf Jahren einmal monatlich live Experimente mit Alltagsgegenständen vor, auf der Messe war es die Buch gewordene Sammlung seiner Klassiker. In dem für Kinder ab acht Jahren geeigneten „Kinder Brockhaus Experimente“ wird nicht nur erklärt, was bei den Experimenten passiert und warum, sondern auch, wo das jeweilige Phänomen im Alltag vorkommt und ob das Experiment allein durchgeführt werden kann. Und „Laborregeln für Profis“ liefern das Rüstzeug dafür, dass die häusliche Hexenküche wieder besenrein übergeben wird.

Weg vom trockenen „Vermitteln von Wissen“, hin zum „Wissenschaft erleben“ ist auch das Credo von „Rudis Forschercamp“. In dem vor knapp zwei Jahren am Rudolf-Virchow-Zentrum, dem DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin, an der Universität Würzburg eröffneten Schülerlabor können Kinder von acht bis zwölf Jahren in Kleingruppen experimentieren. Je ein Nachmittag ist den Fachbereichen Biologie, Chemie, Physik und Medizin gewidmet. Die Nachfrage ist groß, das Camp bis Ende des Jahres ausgebucht. Spätestens im Sommer startet ein zweites Projekt: Dann können die ersten Oberstufenschüler als „Forsche®reporter“ im Virchow-Zentrum auf Recherchetour gehen.

Auf der didacta konnten sich die Lehrer vorführen lassen, was den Schülern im Camp geboten wird. „Wir suchen den direkten Kontakt zu den Lehrern, um unsere Ideen in die Schulen hineinzutragen“, erklärt Sonja Jülich, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit.

Etwa 200 solcher Schülerlabore sind seit Ende der 90er Jahr entstanden – an Universitäten und Großforschungseinrichtungen, in Museen und Unternehmen. „Diese ¿Szene¿ ist einmalig in Europa“, schwärmt Dorothee Dähnhardt, Geschäftsführerin der Dachorganisation „Lernort Labor“. Vorläufige Ergebnisse zur Wirkungsforschung bei Mittel- und Oberstufenschülern belegten, dass das Interesse an den Naturwissenschaften durch einen Schülerlabor-Besuch nachhaltig gefördert werde.

In den Schulen wären für die Umsetzung der neuen Konzepte eigentlich neue Bildungsmedien nötig, aber schon der erste nationale Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz 2003 bemängelte, dass die Lernmittel stark überaltert seien.

Nach Angaben des Branchenverbandes VdS Bildungsmedien sind die Ausgaben der Länder und Kommunen für neue Schulbücher und Bildungssoftware 2005 gesunken, auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Vereinigung, nämlich 228 Mio. €. 1991 waren es knapp 400 Mio. €. Die Verlage haben sich inzwischen darauf eingestellt und bieten Hybridprodukte an, d. h. „Bausätze“, bestehend aus Buch, CD und Internet-Angebot für die Aktualisierung. Für Lehrer stehen Downloads zur Unterrichtsvorbereitung in der Mediendatenbank „bildung online“ im Netz.

Letzter – und kostengünstiger – Schrei ist Podcasting: Dabei werden Lerninhalte als Audiodatei auf einer Webseite platziert. Sie lassen sich herunterladen und jederzeit und überall abrufen und anhören. In den USA setzen Universitäten dieses Medium bereits im Lehrbetrieb ein. Deutsche Unternehmen gehen davon aus, dass Podcasts in den kommenden drei Jahren eine bedeutende Rolle spielen werden. Im Vorfeld der didacta, auf der „Learntec“ in Karlsruhe, blickten 40 Experten, die mit Herstellung oder Anwendung neuer Lehr- und Lernmittel beschäftigt sind, in die Zukunft. Demnach rechnen 80 % mit einer steigenden Nutzung von Podcasts, und auch Weblogs und Wikis (virtuelle Seitensammlungen, die online geändert werden können) werden verstärkt genutzt. All jenen, die sich vom reinen E-Learning das Bildungsheil versprachen, erteilten die Fachleute eine deutliche Absage. Ohne Präsenzveranstaltungen wird es auch künftig nicht gehen. ANNE SCHNELLER/ws

Von Anne Schneller/Wolfgang Schmitz

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