Beratung

Der Chef im Clown-Kostüm

Um bei Mitarbeitern Druck abzubauen und Kreativität zu wecken, greifen Seminaranbieter wie der Theologe Thomas Holtbernd einen Trend aus den USA auf. Demnach ist Humor ein wichtiges Führungsinstrument.

Eine wichtige Vertriebsbesprechung steht an. Zahlen müssen her. Seit Wochen Flaute bei den Auftragseingängen. Alle sitzen da mit ernster Miene, da holt der Geschäftsführer einen Lachsack hervor. Das Ding gibt klägliche Laute von sich. Alle lachen herzlich. Schon ist die Stimmung besser. Nach dem Motto „Genug gejammert, nun müssen wir die Ärmel aufkrempeln“ werden Vorschläge gemacht.
„Humor ist ein wichtiges Führungsinstrument. Man kann Methoden und Techniken vermitteln, mit dem Humor umzugehen und Humoriges in den Arbeitsalltag einzubauen, um eine angespannte Atmosphäre im Unternehmen zu lockern, Druck abzubauen und die Mitarbeiter so wieder kreativer werden zu lassen“, ist Thomas Holtbernd überzeugt. Der Theologe und Psychologe hat sich als selbstständiger Trainer auf Humorseminare, Führungskräftetrainings und Coaching spezialisiert. Zu seinen Kunden gehören DaimlerChrysler, UnilogIntegrata, Volkshochschulen oder das Bildungsinstitut der Arbeiterwohlfahrt in Essen.
Führen mit Humor, diese Technik steckt in deutschen Unternehmen noch in den Kinderschuhen. Die USA dagegen, wo man die Bedeutung von Entertainment und Komik auch im Wirtschaftsleben längst erkannt hat, sind Vorreiter. Richard Grasso beispielsweise, Chef der New York Stock Exchange, macht immer wieder mit spektakulären Aktionen von sich reden. So ließ er sich etwa zur Börsennotierung der deutschen Softwareschmiede SAP 50 t Sand auf die Wall Street kippen, um das berühmte Pflaster in einen Strand zu verwandeln. Der New Yorker Börsenchef gilt als Genie, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu lenken.
Doch auch innerhalb eines Unternehmens funktioniert vieles flüssiger, wenn es leichter genommen wird das haben jahrzehntelang Studien zum Lachen bewiesen. So ist erwiesen, dass Lachen gesund macht, indem es das Immunsystem stärkt, die richtige Atmung fördert und neuen Lebensmut weckt. Wer lacht, löst sich von seelischen Fesseln. Und so gibt es schon heute Kliniken, in denen Clowns die Patienten mit ihren Späßen zum Lachen bringen und so den Heilungsprozess unterstützen.
Auch in deutschen Unternehmen soll Lachen ein Katalysator für positive Veränderungen sein und Leistung fördern. „Menschen, die Witze erzählen und fröhlich sind, werden von anderen als sympathisch und kompetent wahrgenommen, sie fühlen sich im Unternehmen wohler, sehen ihre Arbeit als Herausforderung und erledigen ihre Jobs schneller als Miesepeter“, weiß der Bottroper Trainer Holtbernd. „Manager, die Späße zulassen und ihre Mitarbeiter mit Humor führen, erleichtern die Kommunikation, fördern Offenheit und schaffen eine gute Voraussetzung für Problemlösungen.“
Doch es geht nicht darum, dass ein Manager seine Fähigkeiten als Entertainer und „Klassenclown“ schult, um die Mitarbeiter bei Laune zu halten. Humor soll als Werkzeug eingesetzt werden, um Teams zusammenzuschweißen, Konflikte, Spannungen und festgefahrene Situationen zu lösen und Veränderungsprozesse in Gang zu bringen. Die ersten Firmen sind dabei, das umzusetzen.
Holtbernds Kurse richten sich in erster Linie an Personalentwickler und Manager, an „Leute, die merken, dass es mit dem üblichen Managementinstrumentarium nicht weitergeht“. Auftretende Probleme können sein: zunehmender Leistungsdruck in der Abteilung, veränderte Organisationsstrukturen, veränderte Verhältnisse nach Firmenfusionen, Probleme in der Kommunikation oder eine Blockade bei der Produktion kreativer Ideen. „Ich weiß von einer Firma, die Ihre Meetings eine Zeit lang von einem eigens dafür angeheuerten Clown moderieren ließ, um eine andere Sprache hineinzubringen, die von allen verstanden wird.“
Die rote Nase eines Clowns ist eines der Utensilien aus Holtbernds „Humorkoffer“, in dem sich noch ein Lachsack, ein Jammersack, ein riesiges Gebiss sowie Karten mit lustigen Sprüchen befinden. Geübt wird mit den Teilnehmern, diese Gegenstände je nach Situation einzusetzen, um Druck und Denkblockaden abzubauen und die befreiende Wirkung des Lachens zu erleben.
Aber Humor hat Grenzen: Der Umgang mit der verordneten Witzigkeit erfordert viel Fingerspitzengefühl. Eine Mobbing-Situation, mit Humor angesprochen, kann schnell missverstanden werden, weil das Opfer sich verunglimpft fühlen könnte – und schon bleibt den Betroffenen das Lachen im Halse stecken. S. HENSE-FERCH
@ www.holtbernd-beratung.de

Humor in Unternehmen
DaimlerChrysler setzt auf Spaßfaktor
Bei DaimlerChrysler nehmen Führungskräfte aus dem gesamten deutschsprachigen Konzernraum an spaßigen Fortbildungsveranstaltungen teil. Zielgruppe der Humorseminare sind Vertreter der mittleren Führungsebene und Centermanager. Die Teilnahme ist freiwillig. „Wir erhoffen uns ein leichteres Bewältigen kritischer Gesprächssituationen“, meint Heike Kummer vom DaimlerChrysler Bildungszentrum. „Gerade bei Führungsgesprächen mit Mitarbeitern ist die notwendige Kritik oft schwer zu vermitteln. Fehler müssen angesprochen werden, ohne dass das mit dem erhobenen Zeigefinger geschieht“, ergänzt Kummer. Auch bei Präsentationen will DaimlerChrysler die Lacher auf seine Seite ziehen. „Fachvorträge sind oft trocken und langatmig. Mit etwas mehr Esprit und Witz kann man viel mehr Aufmerksamkeit erreichen. Wir erhoffen uns von den Humorseminaren, dass sie das Handwerkszeug dazu vermitteln.“ shf

Von S. Hense-Ferch

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