Bildung

Chinesische Impressionen

VDI nachrichten – Oliver Friese will Ingenieur mit Schwerpunkt Technischer Redakteur werden. Sechs Monate war der Student im Land der aufgehenden Sonne, hat dort ein Praxissemester absolviert und Land und Leute kennen gelernt.

Shenyang ist mit seinen 7 Mio.Einwohnern die wirtschaftliche Metropole der Provinz Liaoning.Das Gebiet liegt im Nordosten von China, ungefähr 600 km von Peking entfernt.Früher war Shenyang die Hauptstadt der Mandschurei und Heimat der letzten Kaiser-Dynastie Chinas.Heute ist die Provinz das Ruhrgebiet Chinas. »Hier gibt es vor allem Schwerindustrie«, berichtet Oliver Friese, der von März bis August 2002 in der Region bei Voith Paper gearbeitet hat.Der 27-jährige angehende Diplom-Ingenieur hat in dem Riesenreich sein zweites Praxissemester verbracht.

Oliver Friese studiert Technischer Redakteur an der FH Aalen. »Technische Redakteure sind gefragt, wenn Mensch und Technik aufeinander treffen.Wir versuchen dann die Situation zu entschärfen«, beschreibt er künftige Aufgaben.Sei es durch die klassische Bedienungsanleitung oder bereits bei der Konstruktion einer Maschine.

In China jedoch hat sich der gebürtige Aalener nicht um Bedienungsanleitungen gekümmert.Dafür hätten seine Sprachkenntnisse bei weitem nicht ausgereicht.Selbst in der Millionenstadt Shenyang spricht so gut wie niemand Englisch, geschweige denn Deutsch.Deshalb nahmen er und acht weitere Kommilitonen, die ebenfalls in China ihr Praxissemester absolvierten, zu Beginn ihres Aufenthalts an einem zweimonatigen Sprachkurs teil.Danach trennten sich ihre Wege.

Während die anderen in der Provinzhauptstadt Shenyang blieben, lag seine Praktikumstelle 80 km weiter südlich in Liaoyang.Hier produziert Voith Paper Papiermaschinen.Etwa 100 Mitarbeiter bauen riesige Maschinen, bis zu 300 m lang, drei Stockwerke hoch und mehrere 100 t schwer.Frieses Aufgabe war es, eine für das Unternehmen geeignete Enterprise Resource Planing Software (ERP) zu finden.Solche Programme dienen zur Steuerung eines gesamten Unternehmens.

»In China geht noch viel von Hand«, berichtet er.Der klassische Ingenieur sitzt dort noch am Zeichenbrett und nicht am CAD-Programm.Obwohl das Land seiner Ansicht nach massiv aufhole, sei es im Vergleich zum Stand deutscher Ingenieurwissenschaften um 15 bis 20 Jahre zurück.Dabei ist Voith Paper für dortige Verhältnisse ein modernes Werk.Schließlich gibt es im Land auch Ingenieure, die gerade mal Papier und Bleistift haben während in Hongkong oder Peking ein Ingenieur mit modernster Informationstechnologie ausgestattet ist.

Die krassen Gegensätze sind es, die Friese in Erinnerung geblieben sind.Das bezieht sich auch auf die Arbeit.Während bei Voith ähnliche Arbeitsbelastungen und -zeiten wie hierzulande herrschen, kommen und gehen die Leute in Staatsbetrieben wann immer sie wollen.In kleineren selbstständigen Firmen wird hingegen meist rund um die Uhr gearbeitet.

Den Mitteleuropäer Friese erschreckten insbesondere die hygienischen Verhältnisse. »Dort, wo ich war, gibt es keinen Naturschutz.Wenn ich morgens meinen Schreibtisch mit einem Stück weißen Papiers abgewischt habe, war es schwarz.«Im Winter gingen die Menschen mit einem Mundschutz vor die Tür.Die Luft ist so dreckig, weil der Ruß ungefiltert durch die Schlote zieht und die meisten Leute mit Kohleöfen heizen.

Beinahe könne man das vergessen, meint der Student, wenn man die Herzlichkeit der Menschen sieht. »An einem regnerischen Tag kam eine Frau auf mich zu und schenkte mir einfach ihren Regenschirm.«Wo immer Friese unterwegs war die Frage nach dem woher und wohin wurde ihm oft gestellt. »Für die meisten Bewohner von Liaoyang war ich der erste Europäer, den sie gesehen haben.Dabei hat die Stadt über 1 Mio.Einwohner.Für chinesische Verhältnisse eine Kleinstadt.

Jeanette Funke, Abteilungsleiterin Asien/Pazifik bei Inwent, Organisation für internationale Personalentwicklung und Weiterbildung, rät Interessierten: »Die Nachfrage unserer Teilnehmer geht vor allen Dingen in Richtung große Städte: Peking, Shanghai, Hongkong.Ich aber empfehle, gezielt in Unternehmen außerhalb der Mega-Städte zu gehen, in denen interessante Joint Ventures mit deutschen Firmen aufgebaut werden oder laufen.Ein Beispiel dafür ist Wuxi: eine Stadt mit mehr als 1 Mio.Einwohnern und die nur zwei Stunden von Shanghai entfernt ist.«

China-Kontakte Austausch gewinnt an Dynamik

China hat in den vergangenen Jahren seine Märkte geöffnet.Deutschland bleibt von dieser Entwicklung nicht unberührt.Auch Verbände, Vereine und andere Organistionen reagieren auf den intensivierten Austausch beider Länder.So bietet etwa Inwent, Organisation für internationale Personalentwicklung und Weiterbildung, drei Programme, die Studenten der Ingenieurwissenschaften Einblick in den chinesischen Berufsalltag gewähren.Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert Kontakte nach Asien.Der DAAD etablierte ein neues Programm auch für Absolventen der Ingenieurwissenschaften, dessen Teilnehmer nach einem einjährigen Sprachkurs in Beijing ein etwa zehnmonatiges Praktikum in einem chinesischen oder deutsch-chinesischen Unternehmen ableisten.Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) war vor zwei Jahren maßgeblich an der engen Zusammenarbeit der RWTH Aachen und der Tsinghua Universität in Peking beteiligt, die in der gemeinsamen Einrichtung der Masterstudiengänge »Production Engineering« sowie »Automotive Engineering« gipfelte.Im Jahre 2004 ist China Ausrichter des zweiten Weltingenieurtages.

 

Von Peter Ilg/Wolfgang Schmitz

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