Bildung

Chancengleichheit – eine der ganz großen Zukunftsfragen

VDI nachrichten, Düsseldorf, 25. 6. 04 -Das „Jahr der Technik“, der „Girls“s day“ und andere bundesweit gestreute Aktionen sollen Kindern und Jugendlichen die Technik schmackhaft machen. Verheißungsvolle Ansätze, die Unternehmen näher an die Schulen heranzurücken, meint Wirtschaftsminister Harald Schartau. Darüber dürften aber nicht die älteren, arbeitslosen Ingenieure in Vergessenheit geraten.

VDI nachrichten: Zum Tag der Technik haben Sie darauf hingewiesen, auch die Firmen hätten gegenüber der Jugend eine Bringschuld. Ist die Bereitschaft dazu nicht im nötigen Maße vorhanden?
Schartau: Die Bereitschaft ist vorhanden. Doch bei dem drohenden Nachwuchsmangel in technischen Berufen und bei den Ingenieuren muss noch mehr als bisher getan werden, um Schule und Wirtschaft einander näher zu bringen. Daher begrüße ich es besonders, dass immer mehr Firmen bei uns bereit sind, Patenschaften mit Schulen einzugehen. Solche Netzwerke sind wichtige Voraussetzungen, um mehr Technikbegeisterung zu wecken.
VDI nachrichten: Was tut NRW, um für den Ingenieurberuf zu werben?
Schartau: Passend zum Jahr der Technik haben wir die Gemeinschaftsinitiative „Zukunft durch Technik: NRW“ geschaffen. Sie soll junge Menschen für Technik begeistern, in dem sie Schüler, Studenten und Lehrer mit vielen Aktionen über zukunftsträchtige Berufe und Technologien informiert. Schon zum Start Ende März dieses Jahres hatten sich 150 Unternehmen bereit gefunden, ihre Tore für Wissensdurstige zu öffnen. Die Initiative ist langfristig angelegt und soll bis 2007 laufen. Noch in diesem Jahr sind regionale Aktionen zu den Themen Mikrosystemtechnologie, Ernährungswirtschaft und Chemie geplant.
VDI nachrichten: Studien beweisen, dass es in Deutschland nicht gelingt, so genannte „bildungsferne“ Schichten für ein Studium zu begeistern. Wie erklären Sie sich das, wo gerade die Sozialdemokratie auf Chancengleichheit setzt?
Schartau: Dieses gesellschaftliche Defizit aufzuarbeiten, sollte im Interesse der Bildungspolitiker aller Parteien sein. Der Begriff Chancengleichheit für alle steht weiterhin auf der politischen Agenda. Ich halte das für eine der ganz großen Zukunftsfragen. Im übrigen kommt auch die Pisa-Studie zu dem Ergebnis, dass Schulabschluss und soziale Herkunft bei uns mehr miteinander zu tun haben als in anderen Ländern. Dieser Aspekt ist noch viel zu wenig diskutiert worden. Allerdings sollte auch das bisher Erreichte nicht vergessen werden: Der Anteil der so genannten „Arbeiterkinder“ bei Abiturienten und Studenten hat in den letzten Dekaden stetig zugenommen.
VDI nachrichten: Zahlreiche Aktionen von Politik, Verbänden und Unternehmen wenden sich an die Jugend. Geraten darüber nicht die älteren Arbeitslosen in Vergessenheit?
Schartau: Ich bin nie jemand gewesen, der von dem so genannten Jugendwahn begeistert war. Deshalb freue ich mich besonders, dass das Bündnis für Arbeit in NRW erst vor kurzem einen „Aktionsplan Ältere“ beschlossen hat. Kernpunkte sind u. a. die kontinuierliche Weiterbildung älterer Arbeitnehmer, die Einrichtung eines Expertenpools sowie die Schaffung von Anreizen für die Einstellung Älterer. Ich halte solche Ansätze für zwingend geboten, um der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft gerecht zu werden.
VDI nachrichten: Welche Technologien schaffen Ihrer Meinung nach neue Arbeitsplätze, in Deutschland im Allgemeinen, in NRW im Besonderen?
Schartau: Deutschland und NRW haben eine ganze Reihe von Spitzentechnologien zu bieten, die im weltweiten Wettbewerb locker mithalten können. Ich meine den Bereich der Life Sciences, der Biotechnologie, Mikrostrukturtechnologie, Nano- und Optotechnologie und den gesamten Bereich der Umwelttechnologie. Hier liegen die Potenziale der Zukunft – auch in Feldern, die zur klassischen „Old Economy“ gehören, wo sich fast unbemerkt ein atemberaubender Strukturwandel vollzogen hat.
VDI nachrichten: Sie haben einmal von den Ingenieuren als „stillen Leistungsträgern“ geredet. Werden Ingenieure in der Öffentlichkeit auch so wahrgenommen? Verkaufen sie sich unter Wert?
Schartau: Ein wenig stimmt das schon. Ingenieure sind Spezialisten für alle technischen Probleme, aber selten für Marketing und Public Relations. Da kann man noch einiges verbessern. Trotzdem hat die Marke „Made in Germany“ weltweit einen guten Ruf. Und dahinter steckt der kluge Kopf des deutschen Ingenieurs oder einer deutschen Ingenieurin.WOLFGANG SCHMITZ

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