Bildung

Bildung nach Maß? Fehlanzeige!

Die Nachfrage nach Weiterbildung wird in den kommenden Jahren zunehmen. Die Wissensvermittlerin Hochschule tut sich jedoch schwer, marktorientierte Angebote zu unterbreiten. Beim Angeln nach „Best Practice“-Beispielen fischte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft jedenfalls im Trüben.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat im Dienstleistungs-Entwicklungsland Deutschland eine weitere Schwachstelle ausgemacht: die Hochschulen. Trotz gesetzlicher Verpflichtung und der seit Jahrzehnten propagierten Forderung des „lebenslangen Lernens“ gibt es an deutschen Universitäten kaum marktgerechte Weiterbildungsangebote.
Die Technische Universität Dresden untersuchte im Auftrag des Stifterverbandes die Weiterbildungsangebote der Hochschulen. Ursprünglich sollten Vorzeigemodelle herausgefiltert werden. Beispiele von „Best Practice“ wollte der Verband vorlegen, aber: „Wir haben keine gefunden“, stellte Prof. Manfred Erhard, der Generalsekretär des Stifterverbandes, fest. Denn nach der Studie der TU Dresden fehlen nicht nur generell Angebote. Dem weitaus überwiegenden Teil der Weiterbildungskonzepte mangelt es offensichtlich auch an Professionalität.
Der Institution Hochschule fällt es sichtlich schwer, marktorientierte Angebote zu liefern. Nach der Dresdner Studie führt das Thema Weiterbildung an den meisten Hochschulen eine „Aschenbrödel-Existenz“. Schließlich sei die Universität „von ihrer Tradition und ihrem Selbstverständnis“ nicht nachfrage-, sondern angebotsorientiert. Das mangelnde Dienstleistungsverständnis erklärt der Dresdner Bildungsforscher Prof. Andrä Wolter mit der fehlenden Einsicht in den Hochschulen, dass sie „mit ihren institutionellen Rechten auch gewisse gesellschaftliche Pflichten“ haben.
Darüber hinaus steht sich auch die Organisation selbst im Weg. Aufgegliedert in Disziplinen, fällt es den Wissenschaftlern schwer, verschiedene Fachbereiche in Weiterbildungskonzepten miteinander zu verzahnen. Marketingkonzepte, um bereits vorhandene Angebote zu vermarkten, fehlen ebenfalls. In der Regel beschränkt sich die Bekanntmachung auf einen InternetHinweis sowie in den eigenen Printmedien.
Eine Bedarfsorientierung – sofern sie überhaupt stattfindet – erfolgt nach der Dresdner Untersuchung „eher spontan und unsystematisch“. Bisher lebe die Weiterbildung vom Engagement einzelner Hochschullehrer, Fakultäten oder Institute. Das größte Engagement zeigten die Wirtschafts-, Natur- und Ingenieurwissenschaften.
Doch selbst die aktiven Anbieter versäumen es bislang, sich auf dem – letztlich gut bezahlten – Markt der betrieblichen Weiterbildung zu engagieren. Während große Unternehmen in der Regel ihre eigenen Einrichtungen nutzen, gibt es einen hohen Bedarf bei kleinen und mittleren Firmen. Diese haben aber nach der Studie „oft Schwierigkeiten, ihren Qualifizierungsbedarf mit den Leistungen der Hochschulen abzustimmen“. Eine Empfehlung der Dresdner Experten lautet: „Hochschulen müssen die Kooperation mit der Wirtschaft als win-win-Strategie praktizieren und nicht mit hochschulspezifischen Bedingungen, Rücksichten und Bedenken belasten.“
Die Nachfrage wird in den kommenden Jahren wachsen. Inwieweit sich die Hochschulen in dem boomenden Markt etablieren können, wird sich zeigen. Derzeit jedenfalls locken nicht einmal die zusätzlichen Einnahmen. Der Stifterverband lässt aber die Hoffnung nicht fahren, dass sich die Hochschule künftig nicht nur als „Anbieter und Organisator“ profiliert, sondern auch „als finanzieller Profiteur“ einen größeren Anreiz entwickelt, Weiterbildungsangebote auszubauen und zu verbessern.
Als ersten Schritt können sich die Hochschulen an dem Wettbewerb um „die besten Geschäftsmodelle für Hochschulweiterbildungsangebote“ beteiligen. Dem Sieger winken 100 000 € und eine zweiwöchige kostenlose Strategieberatung des Management-Beraters McKinsey. B. BÖHRET
www.stifterverband.de

Von B. Böhret

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