Lernen vor Ort

Bildung hebt die Standortqualität  

Es gibt in Deutschland zahlreiche förderungswürdige Bildungsinitiativen. „Aber es sind sehr viele Parallelstrukturen, zu viele kleine Inseln entstanden“, bemängelt Christine Etterich für ihren Zuständigkeitsbereich, die Mainmetropole Frankfurt. Die Koordinatorin des Projektes „Lernen vor Ort“ will die Bildungslandschaft zu einem überschaubaren Gebilde zusammenbauen. Frankfurt ist aber nur eines von vielen Zentren der Initiative. VDI nachrichten, Frankfurt a. M., 28. 8. 09, ws

Bildung gilt als einer der wichtigsten weichen Standortfaktoren. Mittel fließen aus allen möglichen, teils konkurrierenden Töpfen in viele verschiedene Projekte. Die einzelnen Förderaktivitäten jedoch sind häufig kaum oder gar nicht miteinander verzahnt. Im Rahmen des Programmes „Lernen vor Ort“ wollen nun 40 Kommunen und Kreise ein systematisches Management ihrer Bildungsangebote auf die Beine stellen.

„,Standortfaktor Bildung“ bedeutet für mich ein stimmiges Bildungswesen vor Ort“, erklärt Roland Kaehlbrandt. Der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Stiftung Polytechnische Gesellschaft plädiert dafür, die kommunalen Angebote in einen Gesamtblick zu nehmen, der über einzelne Zuständigkeitsbereiche hinausgeht. „Insofern bündelt Lernen vor Ort genau das, was unsere Stiftung schon immer angestrebt hat.“

60 Mio. € investieren das Bundesbildungsministerium Forschung und der Europäische Sozialfonds in das Projekt, das im September starten soll und von einem Verbund von 29 Stiftungen unterstützt wird. Die beteiligten Kommunen sollen Bildung „zur Chefsache“ machen.

Die 40 Großstädte, Kommunen und ländlichen Regionen, die den Zuschlag bekommen haben, müssen in den nächsten drei Jahren ein Pflicht- und ein Kürprogramm absolvieren. Verbindlich sind der Aufbau eines Monitorings der regionalen Bildungsangebote mit rationalen Messverfahren und Berichtssystemen, eine professionelle Bildungsberatung und eine verbesserte Organisation der Bildungsübergänge von der Kindertagesstätte bis zur Erwachsenenbildung.

Zudem setzen die Programmteilnehmer zwei eigene Schwerpunkte, die der individuellen Situation vor Ort Rechnung tragen. „Es geht nicht um beliebige Vielfalt, sondern um klare Arbeitsaufträge, die sich in einem klaren Zeitplan systematisch auf eine Stadt oder eine Kommune beziehen“, so Kaehlbrandt.

Seine Stiftung steht Pate für das Lernen-vor-Ort-Konzept Frankfurts. Rund 1,5 Mio. € bekommt die Mainmetropole, die auf eine Vielzahl guter Bildungsprojekte zurückgreifen kann. „Aber es sind sehr viele Parallelstrukturen, zu viele kleine Inseln entstanden“, berichtet Lernen-vor-Ort-Koordinatorin Christine Etterich. Diese teils unübersichtliche Bildungslandschaft zusammenzuführen sei jetzt die Herausforderung.

„Lernen vor Ort“ soll bewährte Modelle in der Region streuen

Die beiden Dezernate „Bildung und Frauen“ sowie „Jugend, Soziales, Senioren und Sport“ bilden gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt die Projektsteuerung. In den kommenden drei Jahren wollen die Akteure alle Daten und Informationen sammeln, um ihr Bildungsangebot zu analysieren und weiterzuentwickeln, eine „Servicestelle Lernen vor Ort“ für alle Bildungsfragen einrichten und ein professionelles Übergangsmanagement schaffen. Erfolgreiche Projekte aus einzelnen Stadtteilen wie Schulverbände oder Mehrgenerationenhäuser sollen vernetzt und auf andere Stadtteile übertragen werden „Wir wollen aus Projekten Programme machen“, beschreibt Etterich das Konzept.

Als zusätzliche Aktionsfelder hat Frankfurt eine koordinierte Familienbildung und Sprachförderung ins Programm aufgenommen. Beides leitet sich aus den Integrationsbestrebungen der Finanzstadt ab, die einerseits Bildungsgerechtigkeit für alle schaffen will, andererseits einen riesigen Zustrom von Zuwanderern aus ganz unterschiedlichen Schichten zu verkraften hat.

Neben dem Thema demographischer Wandel hat auch der Rheingau-Taunus-Kreis Integration und Diversitätsmanagement als Aktionsfeld von „Lernen vor Ort“ gewählt. Die von der mittelständischen Wirtschaft geprägte Region hat mit der „Lernenden Netzwerk Region“, die anhand gezielter Projekte seit 2002 Netzwerkarbeit erprobt und mit dem so genannten „Hessencampus Rheingau und Taunus“, in dem öffentliche Institutionen der Erwachsenenbildung zusammenarbeiten, bereits gut funktionierende Kooperationsstrukturen, die sie nun nutzen und weiter ausbauen kann.

„Ich will mit ,Lernen vor Ort“ und dem ,Hessencampus“ eine Struktur schaffen, die uns langfristig eine gute Zukunft sichert“, betont Landrat Burkhard Albers. Der SPD-Politiker weiß, dass die Unternehmen der Region trotz sinkender Geburtenrate und steigendem Durchschnittsalter qualifizierte Mitarbeiter brauchen und dass viele von ihnen ihre Investitionsentscheidungen zunehmend von einer guten Bildungsinfrastruktur abhängig machen. In einer solchen Struktur müssten auch, so Albers, die Potenziale der vielen zugewanderten Menschen gefördert werden.

„Lernen vor Ort“ bietet die Möglichkeit, bewährte Modelle auf die eigene Region zu übertragen. So sollen Migrantinnen und Migranten ausländische Familien unterstützen, wenn es um Erziehungs-, Arbeits- oder Gesundheitsfragen, Sprachkompetenz oder die Förderung von Kindern und Jugendlichen geht. Das aus den Niederlanden stammende Konzept der Stadtteil-Mütter und -Väter soll jetzt auf die Bedürfnisse des Rheingau-Taunus-Kreises als eher ländlichem Raum abgestimmt werden.

Ein „integriertes und ganzheitliches“ kommunales Bildungssystem soll am Ende der drei Programmjahre stehen. Unterstützung bekommen Kreis und Volkshochschule, die das Vorhaben umsetzen wollen, von der European Business School. „Sehr weit vorne sein“ will der Landrat mit seinem Kreis, wenn die Unternehmen in ein paar Jahren dazu übergehen, den „geldwerten Vorteil“ der Bildungsangebote am Standort zu berechnen. JUTTA WITTE

Von Jutta Witte

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