Bildung

Bildung: Es bleibt beim Stoff für Sonntagsreden  

VDI nachrichten, Brüssel, 5. 9. 08, ws – Allen Bekenntnissen zum Trotz bleibt die Bildung auch in der europäischen Politik ein Stiefkind, wie ein Ausblick auf die bevorstehenden Debatten um den EU-Haushalt aufzeigt.

Bringt der EU-Haushalt 2009 mehr Geld aus Brüssel für Bildung und weniger für Bauern? Im Oktober will das Europäische Parlament in erster Lesung die Eckdaten festlegen. Derzeit wird jeder zweite Euro für Landwirte und Lebensmittelproduktion aus der EU-Schatulle verausgabt, während Schüler, Studenten und Universitätslehrer sich mit 1 € von 100 € zufriedengeben müssen. Erst 2013 werden die Karten der EU-Haushaltsstruktur neu gemischt – ob dann stärker zugunsten von Bildung und Hochschulen, bleibt abzuwarten.

EU-Bildungskommissar Jan Figel kämpft weiter gegen Windmühlen: „Ausgaben für Bildung sind die Investitionen in die Zukunft Europas.“ Der Tanker Europa aber ist schwerfällig: Die ersten Bauernopfer zugunsten der Bildung sind nicht vor 2014 zu erwarten, weil die mittelfristige Finanzplanung keine finanziellen Beschneidungen des Agrarbereiches vorsieht. Geht es konkret um Bildungsausgaben, die „Investitionen in die Zukunft“, hinkt Europa im Weltmaßstab hinterher: Weniger als 1 % der Mittel des EU-Haushaltes sind für Bildungsausgaben reserviert.

Der unlängst von der EU-Kommission vorgelegte Jahresbericht 2008 über die „Bildungssysteme in der EU“ ist kein Ruhmesblatt: Keiner der 27 EU-Staaten erfüllt die fünf Kriterien, die sich die EU im Sinne der Lissabon-Strategie als bildungspolitische Meilensteine bis 2010 gesetzt hat: Fast ein Drittel der Arbeitnehmer in Europa hat nur einen Hauptschulabschluss und etwa jeder vierte 15-Jährige hat Schwächen im Lesen. Figel sagt besorgt: „Auf unserem Weg als wissensbasierte Gesellschaft in einer hart umkämpften globalisierten Welt werden es Millionen Europäer immer schwerer haben, sich zu entfalten oder eine Arbeit zu finden.“

Trotz gravierender Schwächen bei der Bildung zeichnen sich in der EU-Hochschullandschaft positive Trends ab. Im Vergleich zum Jahr 2000 gibt es im Studienjahr 2007/2008 rund 3 Mio. mehr eingeschriebene Studenten. Wichtiger ist aber noch: Jährlich verlassen rund 1 Mio. mehr graduierte Jungakademiker Europas Hochschulen und Universitäten (3,75 Mio. im Jahr 2005) als zu Beginn des Jahrzehnts. Damit überflügelt die EU die USA (2,63 Mio.) und auch China (2,4 Mio.) deutlich.

Eine Erfolgsmeldung gibt es auch in den für die Technologieführerschaft entscheidenden natur- und ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen. Die Akzeptanz dieser Fächer nimmt zu. Im Zeitraum von 2000 bis 2006 stieg jährlich die Zahl der graduierten Studenten in Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften der EU im Schnitt um 4,4 %. 2006 erreichten 886 000 von ihnen einen Hochschulabschluss (im Studienjahr 1999/2000 waren es 686 000). In den USA gab es im gleichen Zeitraum eine Zunahme von 1,1 % und in Japan einen Rückgang um 1,6 %.

Vor allem der Run auf Computerwissenschaften ist signifikant, mit einem Zuwachs von nahezu 80 %. Die Ingenieurwissenschaften kommen auf einen Zuwachs von 14,1 %. Mathematik und Statistik kommen auf 17,2 %.

Zu den Verlierern seit 2000 gehört das Fach Physik mit einem Minus von 5,4 %. Sorgen bereitet den EU-Statistikern die unausgewogene Geschlechterverteilung: In Technologie relevanten Fächern schreiben sich weniger als ein Drittel Studentinnen ein.

THOMAS A. FRIEDRICH

Von Thomas A. Friedrich

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